La Noche de 12 Años

Die zwölfjährige Nacht, Regie: Alvaro Brechner, Spanien, Uruguay, Frankreich, Argentinien 2018, 123 Minuten.
Vom 44. Iberoamerikanischen Filmfestival in Huelva berichtet Ray:

Ein ausgezeichneter Film, ein sehr gutes Drehbuch, in dem es um psychische Folter geht, welche den Tupamaros-Häftlingen vom uruguayischen Militär zugefügt wurde,  es gibt dabei gewisse Ähnlichkeiten mit dem Film „Midnight Express“ (Alan Parker).

Der größte Teil des Films spielt in militärischen Arrestzellen, traurig, schmutzig, fast ohne Licht. Der Zuschauer fühlt sich in der Zelle und man spürt das  psychologische Martyrium der drei Tupamaros.

Gute Kameraführung, sehr glaubwürdige Szenarien, die Musik wird ein wenig von den Geigen dominiert, die drei Schauspieler spielen fabelhaft.

Als negative Kritik, möchte ich sagen, dass der Film, wie viele andere Filme, die von den südamerikanischen Militärdiktaturen des letzten Jahrhunderts handeln (Argentinien, Chile, Paraguay, Nicaragua usw.), immer der Guerillakämpfer gut, intelligent, ehrlich und menschlich ist. Hingegen ist der Militär immer ein bisschen dumm, böse, ignorant, fast Analphabet und gefühllos. Die Tupamaros-Guerillas sind nicht immer die Guten und die Militärs sind nicht immer die Bösen.

Es ist ein sehr guter Film, der die Geschichte freilich nur von einer Seite, der Geschichte der Guerilla, erzählen will. ***

Als private Meinung glaube ich, dass es vielleicht ein Favorit ist, den Colon de Oro zu gewinnen, aber nicht für den Film selbst, sondern in Anerkennung an „El Pepe“ José Mújica, der später Präsident Urugays wurde.

(Anm. unser Korrespondent Ray ist Berufssoldat in Spanien)
Der FKC zeigte von Alvaro Brechner bereits „Se
ñor Kaplan“ (2014). Dieser Film wurde bereits in Venedig und San Sebastian gezeigt, allerdings nicht im Wettbewerb. Übersetzung: Norbert
Originaltext (spanisch)  und weitere Infos

Ray hatte Recht: dieser Film sahnte die meisten Preise ab!
siehe Preise

Kommentare sind geschlossen.