Jack

Elisabeth Scharang, A 2015, ca. 100 Min mit Johannes Krisch und Corinna Harfouch u.a.

Der Fall Jack Unterweger – „Frauenmörder und Häfenliterat“ wird hier von Elisabeth Scharang, die ihn persönlich kannte, in Erinnerung gerufen. Trotz stakkatoartigem, schnellem Schnitt bewegt im ersten Drittel  der Film nur wenig. Erst als es zur erschütternden Szene der Begegnung mit seiner Mutter kommt, wird die Psyche Jacks sichtbarer. Eine Frau, die ihm ins Gefängnis Briefe schrieb, wird sofort nach der Entlassung seine Geliebte. Kern des Films ist der schöne Jack, männlich, tätowiert, gut gekleidet, von Frauen begehrt, der in der Schicki-Micki-Szene Wiens herumgereicht und bewundert wird. Warum, so fragt man sich unweigerlich, sollte Jack da weitermorden?  Zum Schluss wird er erneut verdächtig, in Österreich (darunter auch Dornbirn – es ist jedoch Lustenau gewesen), Tschechien und USA mehrere Prostituierte ermordet zu haben.

Mit den Fakten nimmt es der Film also nicht so genau, dazu sollte man sich besser auf Wikipedia informieren. Im Nachspann erfahren wir, dass er nach der erneuten Verurteilung, die nicht rechtskräftig ist, in der Zelle Selbstmord beging.
Der Film hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Der Film deckt keine neuen Erkenntnisse auf, im Gegenteil, er verwischt das bisherige Wissen über den Fall eher und sympathisiert eher mit der Unschuldsvermutung, die übrigens für die letzten ihm zur Last gelegten Fälle noch immer gilt. **

 

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