Sinn und Zweck des FKC ist es, jene Filme
zu zeigen, die ohne den FKC nicht in die nähere Umgebung gekommen wären.
Ausnahmen können sein, wenn z.B. gute Filme nur in deutscher Fassung laufen, wir
sie aber in der Originalfassung zeigen.
Wenn möglich zeigen wir die Filme immer in der Originalfassung mit Untertiteln.
Wir bemühen uns auch um formatrichtige Aufführung (was leider nicht immer gelingt) und Projektion ohne Werbung davor. Persönlicher Kontakt mit den Zusehern ist uns wichtig, wenn möglich, werden auch einige einführende Worte und Hinweise vom Obmann oder Vize persönlich gesprochen.
Wir bevorzugen echte Filme (35mm-Kinofilm) vor Videoprodukten, die auf Film kopiert wurden (FAZ).
Derzeit haben wir keine Abspielmöglichkeit für Videos und bedauern dies auch
nicht, da wir uns dem Film widmen möchten.
Das meiste, was auf Video produziert wurde, wäre den Film nicht wert....die
billige Videoproduktion lässt enorme Mengen billigster Produktion ohne oder mit
nur geringer künstlerischer Ambition entstehen. Andererseits wissen wir, dass es
nicht mehr lange dauern wird, bis Video die technische Qualität des Kinofilms
erreichen wird. Noch ist es aber nicht so weit.
Damit ergänzt der FKC das bestehende Filmangebot der kommerziellen Kinos, er kann und will sie nicht konkurrenzieren.
Da Filme aus den USA weltweit den Markt beherrschen und mit ihren Verbreitungsmethoden viele nationale Filmproduktionen praktisch verunmöglichen (man denke nur an den Niedergang des einst so großen italienischen Films) hat der ehrenamtlich arbeitende FKC keine Lust sich die Rosinen aus dem US-Kuchen zu picken und den Marktanteil der US-Firmen dadurch weiter zu erhöhen. Auch die angeblich so anderen "Independents"(auch Indies genannt) sind oftmals nur ein Sprungbrett nach Hollywood.
Schon im GATT-Abkommen erklärten die USA, ihre Filme seien keine Kunstwerke,
sondern ganz normale Handelsware. Dem widersetzte sich Europa (unter Führung Frankreichs
und unter dem damaligen Kultusminister Jacques Lang) vehement und verteidigte allfällige
Quotenregelungen und Filmförderungen.
Ein neues GATS Abkommen
droht noch viel Schlimmers Unheil !
Danach wäre Filmförderung als Handelshemmnis
verboten.
Die USA bedrohten alle Länder, die eine Quotenregelung im Kino hatten mit Gegensanktionen
und wollten sogar die Filmförderungen verbieten lassen, da sie den Markt verzerren
würden. Auch in den späteren Welthandelsabkommen vertrat die USA erneut diesen
Standpunkt.
In der Schweiz hat früher auch eine Art Quotenregelung gegolten, es ist inzwischen kein
Geheimnis mehr, dass die Swissair damals eine Ausweitung der Landerechte in den USA nur im
Gegenzug mit der Abschaffung dieser Quotenregelung erreichte. Auch Agrarchemiefirmen aus
der Schweiz wurden mit Schwierigkeiten bedroht.
Andererseits war die Gründung der "trigon-film", der Filmcooperative u.a.
alternativer Verleiher in der Schweiz damals nur möglich, weil rund 25% der Filme
nicht-USA sein mussten. "Studiokinos", die sie zeigten, waren eine weitere
erfreuliche Folge. Das einmal geweckte Interesse an Qualitätsfilmen blieb aber bestehen,
heute wissen die Kinos, dass die Blockbuster zwar mit Jugendlichen zwischen 16 und 24 zu
machen sind, es aber fatal wäre, die älteren und Intellektuellen völlig aus den Kinos
auszusperren. Manche Eltern, die mit ihren Kids in die Kinos sehen die tolle Wirkung der
großen Leinwand im Gegensatz zum Mini-Bild auf dem Fernseher und genießen die heute
übliche digitale Tonqualität - und möchten dies auch bei anspruchsvollen Filmen.
In Europa ist der starke französische Film nur durch eine gesunde Förderung und eine
Quotenregelung möglich, in vielen Ländern gibt es eine massive Filmproduktionsförderung
in Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen (arte, 3 sat) oder auch
einigen Pay-TV Anbietern (Canal+, Channel 4).
Auch der seit dem Dogma-Manifest so erfolgreiche dänische Film brauchte eine Starthilfe.
In Österreich wird die recht kümmerliche Filmförderung eher heruntergefahren und vor
allem der ORF zieht sich immer aus der anspruchsvollen Filmproduktion zurück.
Da die USA ihre eigenen Filme nicht als Kunst, sondern als Handelsware definieren, spielen
wir keine Filme aus den USA!
Hingegen möchten wir beweisen, dass es viele andere Länder der Erde gibt, die hervorragende Filme produzieren. So wollen wir gerne europäische und österreichische Filme zeigen (so ferne sie keine reine Kommerzware, sondern auch Kunstwerke sind) und natürlich Filme aus den "Ländern des Südens" also Lateinamerika und Afrika.
Prinzipiell zeigen wir Filme auch nicht nur wegen eines Themas oder Inhaltes, sondern
vor allem wegen seiner künstlerischen Machart, frei nach dem Motto, es
kann jedes Thema künstlerisch gestaltet werden. Wir sind also etwas skeptisch, wenn
jemand meint, den Film X sollten wir unbedingt spielen, weil ihn aus dem Grund Y die
Bevölkerung von Z sehen müsste... Nur weil ein Film eine gute Sache vertritt, muss er
noch kein "guter" Film sein.
Andererseits ist für uns eine ausgewogene Verteilung aus den Herkunftsregionen wichtig:
Europa - Lateinamerika - Afrika - Asien, alle diese so unterschiedlichen Kulturregionen
sollen bei uns regelmäßig vorkommen.
Wir spielen überwiegend Filme der kleinen Verleiher (polyfilm, Filmladen, Cinematograph, Stadtkino, ...) Wir brauchen sie und sie brauchen uns, da sie in der Regel nur in Programmkinos und Filmclubs gute Bespielchancen haben. Die großen Medienmultis blockieren nämlich alle Termine in den normalen Kinos.
Wir sind auch kein Wunschfilmclub. Die Filmauswahl erfolgt in erster Linie nach dem aktuellen Angebot, sollte aber am besten durch persönliche Sichtung der Filme auf Filmfestivals erfolgen. Leider können wir die Filme meist nur Monate nach dem Start in Wien, Salzburg oder Innsbruck zeigen.
Mitglieder des FKC werden deshalb
aufgefordert, uns von den Filmfestivals in aller Welt zu berichten.
Unsere Aktivisten waren deshalb schon in Havanna, Kiev, Locarno, San Sebastian, Figuera da
Foz, Pordenone, Wels, Salzburg, Solothurn, Fribourg, Berlin, München, Karlsbad,
Innsbruck, Wien, Huelva, Valladolid, Saarbrücken, Graz und sogar schon in Cannes, um Filme zu sichten
und hier im Internet darüber zu berichten.
Da die Filme oft 2-3 Jahre später erst einen Verleih finden, ist es höchst interessant,
auch ältere Berichte zu lesen!
In der Generalversammlung von 1999 und zuletzt wieder 2002 wurde erneut bekräftigt
weiterhin keinen Millimeter US-Film zu zeigen. Ausnahmen sind höchstens im Bereich der
Filmklassiker möglich oder wenn der Film in den USA selbst verboten ist.
Klassiker zu zeigen, wäre auch eine schöne Aufgabe. Leider bieten die regulären
Filmverleihe, auf die wir angewiesen sind, kaum solche an und es ist praktisch unmöglich
an die Filme der Filmarchive heranzukommen. Dennoch möchten wir wieder ab und zu einen
historischen Film zeigen.
Seit 1999 zeigen wir einmal im Jahr das Beste der Solothurner Filmtage - im Schweizer
Kino Madlen in Heerbrugg. Seither sind FKC-Mitglieder und Vereinsfrauen auch im Team der
Auswahlschau von Solothurn.
Events zu veranstalten ist aufwändig, doch ab und zu gelingt es uns....
Letzte Aktualisierung 8.2.03