Happy End

Happy End

Michael Haneke, F/A/D 2017, 107 Min, gesehen in DF

Der Regiestar des österreichischen Films, Michael Haneke, drehte seinem typischen Stil getreu diesen Film über die französische Unternehmerfamilie Laurent in Calais und beobachtete sie präzise.
Patriarch Georges ist schon etwas altersdement, blickt aber gut auf sein Leben zurück. Pierre Sohn seiner Tochter Anne, der die Geschäfte übernehmen soll, ist dazu weder willens noch fähig. So springt Anne ein, die mit einem englischen Geschäftsfreund eine persönliche Beziehung eingeht. Als auf einer Baustelle ein Unfall passiert, soll die Firma verkauft werden. Georges Sohn Thomas ist Arzt und gerade Vater geworden, außerdem hat er eine Affäre mit einer Musikerin. Seine 13-jährige Tochter aus erster Ehe, Eve, gerade in den Palast der Familie eingezogen, kommt hinter das Doppelleben ihres Vaters. Georges vertraut seiner Enkelin Eve an, dass er seiner Frau beim Sterben behilflich war.
Hinter aller bürgerlichen Verlogenheit steht mehrfache suizidale Todessehnsucht: Georges fährt bewusst in der Nacht gegen einen Baum, landet aber „nur“ im Rollstuhl. Auch die sensible 13 Jährige Enkelin Eve, äußerlich noch ziemlich kindlich, will sich vergiften und geht mit ihm ein morbides Bündnis ein. Zum Schluss kommen auch noch Asylanten in das Spiel, doch diese Szenen wirken irgendwie unnötig und zeigen höchstens den hilflosen Umgang mit diesem zeitlichen Phänomen.

*** Es dauert etwas, bis der Film spannend wird, doch es lohnt sich, die SchauspielerInnen sind allesamt brillant. Ein typischer, aber nicht der beste Haneke-Film.

Kommentare sind geschlossen.