Grenzenlos (Wim Wenders)

Grenzenlos (Submergence)
Regie: Wim Wenders, USA, F, D, E 2017, 112 Min.

Der Film nach dem Roman von Jonathan M. Ledgards hatte bei den Filmfestspielen von San Sebastian seine Europapremiere und erschien bei einem US-Verleih.
In einem Luxus-Schlosshotel am Atlantik in Frankreich treffen zwei Menschen mit komplett unterschiedlichen Berufen aufeinander und verlieben sich. Die schöne Alicia ist Biomathematikerin und will tiefste Meeresschichten mit einem Spezial U-Boot erforschen,
Der durchtrainierte James gibt sich als Brunnenbauer in Afrika aus, ist aber Geheimagent des MI6 und wird auf eine sehr gefährliche Mission gegen die Djihadisten nach Somalia geschickt.

Im ersten Teil, sehen wir die beiden am Turteln, wobei das ganze sehr züchtig dargestellt ist. Dann müssen sie sich leider trennen und ihren Aufgaben nachgehen, was beide sehr schmerzt. Werden Sie sich je wieder sehen?

Er wird bei der Ankunft in Somalia gleich enttarnt, gefoltert und in ein dunkles Loch gesteckt, bei ihr ist die Dunkelheit die Tiefe des Meeres, es gibt nur ein solches U-Boot, bekommt es einen Defekt, wird sie entweder ertrinken oder binnen 5 Tagen ersticken, außerdem ist ihr Tauchgang der letzte der Mission. Im zweiten Teil lebt der Film von der Parallelmontage und gewaltigen Naturaufnahmen (v.a. der Faroer-Inseln). Beide denken ständig aneinander und sind in großer Gefahr, Alicia verzehrt sich vor Sorgen, da sie keine Nachricht von James erhält und keinen Kontakt zu ihm herstellen kann. Als James wenigstens halbwegs anständig behandelt wird und statt in einem Loch in einem Ausbildungscamp in den Mangroven gefangen gehalten wird, kann er einen Sender in seiner Zahnprothese aktivieren. Bald greifen die Amerikaner das Camp an, und er kann nur ins Wasser springen, um sich zu retten.

Alicia ist jetzt in 3000 m Tiefe und entdeckt neue Lebensformen, als das U-Boot plötzlich jeden Strom verliert. Nun, wenigstens kein Happyend. Das Ende des Films kann man in mehrere Richtungen interpretieren, ist das helle Licht der Übergang ins Jenseits oder doch das Licht an der Wasseroberfläche? Einen Hoffnungsschimmer lässt er den Zusehern.  Wenders neigt ja manchmal zum Übersinnlichen…
Viele Themen werden angeschnitten, es wäre eigentlich Stoff da für einen James-Bond-Film einerseits und einen Nautilus-Film andererseits, die wissenschaftlichen Erörterungen der Meeresschichten überfordern sicher die meisten Zuseher, während die Schilderung der Djihadisten eher den Klischees entspricht. Richtig spannend wird der Film erst zum Schluss.
Leider nicht in Cinemascope gedreht!

*** Wim Wenders versucht die Parallelen zweier frisch Verliebter in höchst unterschiedlichen Gefahrensituationen und Umwelten durch harte Schnitte darzustellen, und gleichzeitig einen Bericht zur Lage des Planeten – politisch wie ökologisch – abzuliefern, was einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt.

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