Gauguin

Gauguin


F 2017, Cinemascope, 101 min, gesehen in DF

Regie: Edouard Deluc , Darsteller: Vincent Cassel ,

Der französische Regisseur Deluc reiht mosaikartig viele Momente aus dem Leben des berühmten Malers der frühen Moderne aneinander. Mit der Wahrheit nimmt er es nicht so genau, wenn man den Film mit Wikipedia u.a. Biografien vergleicht.
Im Film sehen wir einen verarmten Maler, der von seiner Frau und seinen fünf Kindern in seiner winzigen, verschmutzten Wohnung besucht wird. (Er war keineswegs immer arm, sondern anfangs ein wohlhabender Banker.)

Eigentlich wollte seine Familie nach Polynesien mitkommen, doch es wird der Abschied werden, seine Frau zieht wieder nach Dänemark. Gauguin fühlt sich missverstanden und von der christlichen Moral unterdrückt. In Tahiti 1891 angekommen, erhofft er sich ein einfaches, schönes, glückliches Leben, das wenig kostet.

Dort angekommen, bekommt er eine wesentlich jüngere Frau, Tahura, die ihm Modell steht, die er aber kaum ernähren kann. Ein junger Einheimischer kopiert nicht nur seine Werke und verkauft sie wesentlich erfolgreicher als er selbst an die Weissen, er schläft auch insgeheim mit Tahura, was natürlich zu Konflikten führt. Im Film ist Tahura eine starke Frau, in Wahrheit waren lt. SZ alle Mädchen Gauguins erst 14 Jahre alt.
Enttäuscht ist er jedoch davon, dass die Missionierung auch hier voranschreitet und Kirchen und Missionare die Ursprünglichkeit der Menschen verderben und sie in weißen Kleidern herumlaufen sollen. Er freilich hat sich das einfache Leben auch problemloser vorgestellt, er scheitert kläglich beim Fischen (köstlich die Kintop-artige Szene). Gauguin malt nicht die Realität, die er vorfindet, sondern jenes tropische Paradies, das er sich erträumte und stößt damit auf Unverständnis.

Doch er ist krank. Im Film soll es die „Diabetes“ sein (lt Wikipedia war es die Syphilis).
Er muss sich als Hafenarbeiter beim Löschen der Fracht verdingen, um nicht zu verhungern, fährt auf Anraten seines Arztes zur Behandlung nach Frankreich, kehrt wieder zurück, ohne Tahura nochmals zu sehen und stirbt dann 1903 in Atuona.

Das schönste am Film sind sicher die Landschaftsaufnahmen von tropischen Paradiesen und einige starke Szenen mit den Einheimischen und seiner Tahura. Dramaturgisch ist der Film wenig geglückt, er führt neue Personen ein, ohne sie näher vorzustellen oder sie entwickeln zu lassen. Auch Gauguins künstlerische Entwicklung und Motivation wird nicht näher erklärt.

**Somit hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck. Sicher, Vincent Cassel spielt Gauguin gut und auch die Tahura ist sorgsam ausgesucht.

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