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Köpek – Der Hund – in Anwesenheit der Regisseurin

22. September 2016 @ 19:30 - 22:00

€10

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Regie: Esen Isik, CH/TK 2015, 98min, türk. OmU.
Die Regisseurin Frau Esen Isik ist am Donnerstag, 22.9.16 um 19:30 zu  Gast bei uns und stellt sich nach dem Film
der Diskussion!

Ein Tag in der Millionenstadt Istanbul. Cemo, ein zehnjähriger Papiertaschentuchverkäufer, Hayat, eine tyrannisierte Ehefrau, und Ebru, eine transsexuelle Prostituierte – sie alle versuchen, den Traum der großen Liebe in die Tat umzusetzen. Eine schnörkellose Geschichte über Sehnsucht, Liebe, Schicksal, Ungerechtigkeit und Gewalt. (IFFI Filmfestival Innsbruck).

Drei unabhängige Handlungsstränge enden ähnlich, nämlich tragisch. Eine Ehefrau, die mit einem Jugendfreund ein Glas Tee trinkt; zwei Straßenkinder, die auf der Straße Taschentücher verkaufen und die einen jungen Hund aufziehen wollen und schließlich eine transsexuelle Prostituierte die ihren Liebhaber (Stammkunden) verliert, der sich nun eine „echte“ Frau zugelegt hat, sie aber noch zu lieben scheint.

Der Film gewinnt zunehmend an atmosphärischer Dichte, und überzeugt mit guten Schauspielleistungen; eine Kampfansage an Machismo und Intoleranz. **** (Norbert Fink)

[youtube]https://youtu.be/m2PZnS7_b4I[/youtube]

«Köpek» – «Hund» nennt die in der Türkei geborene und seit 1990 in der Schweiz lebende Esen Işik ihren ersten Langspielfilm, den sie nach mehreren preisgekrönten Kurzfilmen und Dokumentarfilmen in Istanbul drehte.

Eine Nebenrolle spielt dieser titelgebende Welpe, den der kleine Cemo, der als Taschentuchverkäufer auf den Straßen der Bosporus-Metropole Geld für die Familie verdient, findet. Cemo möchte ihn aufziehen, doch sein alkoholsüchtiger Vater will ihn nur totschlagen, ein Security-Mann vor einer Privatschule, gibt ihm einen mächtigen Tritt. Einzig Cemos als Klofrau arbeitende Mutter rührt die Einfühlsamkeit ihres Sohnes.

Dieser Welpe, dieses wehr- und hilflose kleine Tier, ist ein prägnantes Bild für die schwachen Menschen, die in diesem Film Gewalt erfahren, für das Ausgeliefertsein an die Macht der Männer und die Intoleranz gegenüber Außenseitern.

Nur lose verknüpft Isik, die ihren Film der italienischen Performancekünstlerin Pippa Bacca gewidmet hat, die 2008 während einer Tour für eine Friedensaktion in Istanbul vergewaltigt und ermordet wurde und die in einer kurzen Szene mit einer Friedensaktivistin in weißem Brautkleid in den Film Eingang gefunden hat, die drei Geschichten um den kleinen Cemo, die verheiratete Hayat und die Transsexuelle Ebru.

Einen Tag lang folgt die Regisseurin ihren drei Protagonisten parallel durch ihr Leben und durch Istanbul. Ganz nah ist der Film immer wieder an den Figuren, aber beiläufig wird die Handlung doch auch in das Ambiente der Metropole Istanbul eingebettet, das wesentlich zur starken Atmosphäre des Films beiträgt, ihn erdet.

Gemeinsam ist den drei Geschichten, dass immer die Außenseiter und Schwachen die Gewalt der Stärkeren zu spüren bekommen, dass die Transsexuelle auf offener Straße schikaniert und niedergeschlagen wird, ohne dass Passanten eingreifen würfen, dass Hayat die Macht und Gewalt ihres Mannes zu spüren bekommt, und Cemo schließlich die Aggression des Security-Mannes zum Gegenschlag bewegt.

Ein melancholischer und bedrückender Film, aber ein – auch aufgrund der genau gezeichneten, starken Figuren – ungemein eindringlicher und nachwirkender Film über die heutige Türkei, oder wohl spezieller über die gesellschaftlichen Verhältnisse in Istanbul, ist der Debütantin so mit «Köpek», der im Frühjahr mit dem Schweizer Filmpreis als bester Schweizer Spielfilm ausgezeichnet wurde, gelungen. (Walter Gasperi, kultur-online)

Hinweis: 

Details

Datum:
22. September 2016
Zeit:
19:30 - 22:00
Eintritt:
€10
Webseite:
http://www.cinema-dornbirn.at/

Veranstalter

FKC Dornbirn
Webseite:
http://www.fkc.at

Veranstaltungsort

Cinema Dornbirn
St.-Martin-Str. 3
Dornbirn, Vorarlberg 6850 Österreich
+ Google Karte
Telefon:
05572/21973
Webseite:
http://www.cinema-dornbirn.at/

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