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Beuys

16. August @ 18:00 - 20:00

€10

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Beuys
Regie: Andres Veiel

Deutschland 2017, 107 min,  deutsche Originalfassung

Josef Beuys. Der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Geduldig versuchte er uns schon damals zu erklären, dass „Geld keine Ware sein darf“. Er wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde.

Gut 30 Jahre nach seinem Tod ist der politische Beuys weitgehend aus dem Blick geraten. Dabei betrachtete Beuys, ganz im Gegensatz zu seinem Antipoden Andy Warhol, die Wirkung in die Gesellschaft hinein als Kernaufgabe der Kunst. 1972 verlor er seine Professur an der Düsseldorfer Kunsthochschule, weil er Studenten, die das Zulassungsverfahren nicht geschafft hatten, in seine Klasse aufgenommen und zweimal zur Besetzung des Sekretariats aufgerufen hatte. Ebenfalls zwei Mal kandidierte er für den Bundestag, zuletzt 1983 für „Die Grünen“. Da ihm ein sicherer Platz auf der Landesliste verweigert wurde, sah sich Beuys zum Rückzug aus der Politik gezwungen.

Man könnte Beuys’ Engagement marginalisieren und über seine Gesellschaftskritik hinweggehen. Dann bliebe nicht viel mehr als die ikonische Figur des Mannes mit Filzhut und Anglerweste übrig, ein paar Sprüche, das Wissen um seine Lieblingsmaterialien Fett und Filz und eine – immerhin – faszinierende Reihe an Zeichnungen, Multiples, Skulpturen und Installationen.

In seinem Filmporträt „Beuys“ zeigt Andres Veiel den ganzen Beuys, indem er den Künstler außerhalb der Komfortzone mehr oder weniger kryptischer, womöglich gerade deshalb sakrosankter Kunstwerke ernstnimmt. Der Film ist das Resultat eines langjährigen Prozesses des Destillierens und Umpflügens: Sequenzen, in denen Veiel Skulpturen und Installationen gefilmt hatte, wurden ebenso verworfen wie zahllose Interviews mit Weggefährten, die Veiel zu sehr ins Anekdotische abdrifteten.
Fünf Zeitzeugen haben es am Ende in den Film geschafft: Der Künstler Klaus Staeck, der mit Beuys ab Mitte der 1970er-Jahre auf Reisen durch die USA begleitet hat. Johannes Stüttgen weiß als ehemaliger Beuys-Schüler einiges über den Professor zu berichten. Franz Joseph van der Grinten sammelte früh seine Werke und erlebte den Zusammenbruch des Künstlers Ende der 1950er-Jahre sowie dessen Weg aus der Krise hautnah mit. Die Kunsthistorikerin Rhea Thönges-Stringaris arbeitete mit Beuys während der documenta und bei den Grünen zusammen, die Kritikerin Caroline Tisdall hat sich der Deutung von Beuys’ Werk verschrieben.

Vor allem aber setzt Veiel konsequent aufs historische Material: Beuys redet, macht Witze, streitet. Statt Werke abzufilmen, zeigt Veiel die Kunst in ihrer Entstehungszeit, in ihrem performativen Kontext. Mittendrin: Beuys in Aktion. Durch geschickte Collage von Bildern und Tönen erzeugt die Inszenierung eine Unmittelbarkeit, die mitunter den historischen Abstand vergessen macht. Beuys, so die Botschaft, hat uns noch viel zu sagen.

Quelle: Jens Hinrichsen, FILMDIENST 2017/10

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=1sPz2NnSl9I

Details

Datum:
16. August
Zeit:
18:00 - 20:00
Eintritt:
€10
Webseite:
http://www.cinema-dornbirn.at/

Veranstalter

FKC Dornbirn
Webseite:
http://www.fkc.at

Veranstaltungsort

Cinema Dornbirn
St.-Martin-Str. 3
Dornbirn, Vorarlberg 6850 Österreich
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Telefon:
05572/21973
Webseite:
http://www.cinema-dornbirn.at/

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