Egon Schiele – Tod und Mädchen

A, L 2016, 124  Min (je nach Fassung 110 – 124 Min)

Regie: Dieter Berner

Erzählt wird die Beziehung zwischen dem Maler Egon Schiele und fünf für ihn bedeutenden Frauen: das sind neben seiner jüngeren Schwester Gerti vor allem seine Geliebte Wally Neuzil, seine Ehefrau Edith Harms und seine Schwägerin Adele, sowie die Varieté-Tänzerin Moa Nahuimir. Nach dem Tod des Vaters reist der sechzehnjährige Egon zusammen mit seiner zwölfjährigen Schwester Gerti 1906 ans Meer nach Triest, um sie dort zu malen. Gerti wird zu seiner ersten Muse. In den folgenden Jahren erarbeitet er sich einen Ruf als provokativer Künstler, seine Werke werden von der Wiener Gesellschaft als skandalös betrachtet, er wird wegen angeblicher Schändung einer Dreizehnjährigen vor Gericht gestellt. Nichtsdestotrotz sagt ihm sein Gönner und väterlicher Freund Gustav Klimt eine große Zukunft voraus. Egon verliebt sich in Wally Neuzil, die er im Gemälde Tod und Mädchen verewigt. 1915 heiratet er seine Nachbarin Edith Harms, sie fordert von Egon den Bruch mit Wally. Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs erkrankt Schiele im Herbst 1918 an der Spanischen Grippe und liegt im Sterben. Während Gerti versucht das Leben ihres Bruders zu retten werden Erinnerungen an andere Frauen wach, die Schiele und seine Kunst wesentlich beeinflussten.  (https://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Schiele:_Tod_und_M%C3%A4dchen)

Soweit die Handlung. Der Film mäandriert also um die Frauen Schieles, seine Schwester, seine Geliebte, seine spätere Ehefrau , seine Schwägerin und die Tänzerin Moa. Da ist es gar nicht leicht den Überblick zu bewahren. Zeitgeschichtlicher Hintergrund ist die Zeit des Ersten Weltkrieges. Geld ist zwar vorhanden, doch nichts wert. Lebenswichtige Dinge wie Chinin gegen die Grippe bekommt man nur für Gold oder Diamanten.

Schiele wird bei der Musterung als B-tauglich eingestuft, muss zwar zur militärischen Grundausbildung nach Prag, aber nie wirklich an die Front, er versieht Innendienst.

In sehr schön und freizügig fotografierten Bildern sehen wir den jungen Mann Egon Schiele, der wie besessen junge Mädchen malt, die ihn durchaus mal anfassen. Überhaupt scheint die ganze Clique wechselseitig ein recht lockeres Verhältnis miteinander zu haben. Leider berührt der Film nur in wenigen Szenen wirklich, etwa als sein angeblich pornografisches Bild im Gerichtssaal verbrannt wird und er der Kinderschändung freigesprochen wird.

Kurz wird auch die Beziehung zu Klimt und der Wiener Secession behandelt, die Schiele sucht.

Als seine Schwester auf dem Schwarzmarkt endlich gegen den Familienschmuck das Chinin gegen sein Fieber besorgen kann, ist es jedoch zu spät. Er war erst 28 Jahre alt.

***  sehenswert

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