Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde
GB 2017, 121 Min, Regie: Joe Wright
gesehen in DF
Es geht in diesem kammerspielartigen Film um die Persönlichkeit Winston Churchills. 1940 ist er der einzige Konservative, der auch von der Opposition akzeptiert und so vom König zum Premierminister ernannt wird. Er ist keine einfache Person, in der eigenen Partei ein Außenseiter, trinkt und raucht gerne und viel, braust manchmal auf, hat aber trotz rauer Schale das Herz am richtigen Fleck.
Eigentlich wollen die meisten Politiker nach dem Einmarsch Hitlers in Belgien Mussolini um Vermittlung zu einem Friedensvertrag bitten, doch Churchill ist strikt dagegen, mit dem Diktator zu verhandeln und will bis zum Sieg kämpfen. Die Ausgangslage dazu ist nach der Einkesselung der Truppen in Dünkirchen alles andere als rosig, Hitlers Wehrmacht scheint in allem überlegen zu sein, die Amerikaner wollen (noch) neutral bleiben und die Armee ist einem desolaten Zustand. Außerdem wird Churchill angelastet, im Ersten Weltkrieg Schuld am Desaster von Gallipoli zu sein. So kommt er auf die glorreiche Idee, die eingeschlossenen Truppen in Dünkirchen mit zivilen Booten zu retten, was bekanntlich gelungen ist (vgl. den Film „Dünkirchen“). Churchill ist freilich ein begnadeter Redner und so büxt er einmal von seinem Dienstwagen aus, um erstmals in seinem Leben mit der U-Bahn zu fahren, wo er die Meinung der normalen Bevölkerung hören will, die ihn in seinen Ansichten bestärkt, gegen Hitler zu kämpfen. Diese Szene ist freilich Fiktion. Der Rest ist Geschichte.
**** Brillant gespielt von Gary Oldman ist der Historienfilm trotz einer gewissen Wortlastigkeit nie langweilig!

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