Kategorie-Archiv: Festivalblogs

26. IFFI Innsbruck

Jiri Menzel bei der Tram-Oldtimerrausfahrt am 24.5.17

 Patrizia Ramos Hernández aus Kuba mit dem Film „El Techo“ im Gespräch mir mir. Der Kameramann des bolivianischen Films „Viejo Calavera“, Pablo Paniagua (re)  und ich beim Mittagessen.

Heute (28.5.17) ging das 26. Internationale Filmfestival Innsbruck zu Ende. Höhepunkte waren die Restrospektiven von Jiri Menzel, der persönlich anwesend war und von Filmen aus Kirgistan, die von Azita Okeev, der Tochter von Tolomus Okeev präsentiert wurden.
Im Wettbewerb stellten sich Internationale Spiel- und Dokumentarfilme, ferner gibt es den Südwind-Jugendpreis, den Publikumspreis sowie den Uni-Innsbruck-Kurzfilmpreis.

Hier mein Bericht: www.fkc.at/archiv/img17/26IFFI2017.pdf
Und hier Preisträger:

bzw. die Presseaussendung dazu

 

Crossing Europe Linz 2017

Hier ist nun der ausführliche Bericht vom 14. Crossing Europe Filmfestival Linz 2017:

http://archiv.fkc.at/img17/CE17Bericht.pdf

The Sun, the sun that blinded me (PL)
House of others (Geo, Rus, ES)
Sea Tomorrow (Kasachstan)
A Hole in the Head (SLO,CZ)
Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes (D)
Godless (BG)
Sámi Blood (Schweden, DK, N)
Dil Leyla (D)
Oberland Fontane (D)
Stranger in Paradise
Glory
Gülistan
u.a.

Bericht Festival Fribourg CH 2017

Unser Schriftführer hat auch heuer wieder das Internationale Filmfestival in Fribourg besucht. Hier sein Bericht über die Preisträger und die gesehenen Filme:

Diagonale Graz 2017

Zum 20. Mal in Graz stattgefunden – die Diagonale, das Festival des Österreichischen Films.

Hier ist jetzt mein Bericht von der Diagonale Graz mit 15 ausführlichen Filmkritiken und allen Preisen.
Der aktualisierte und korrigierte Bericht von der Diagonale Graz 2017 ist hier: (pdf)

Zusammenfassung:

Spielfilm-Preis Gewinner wurde Lukas Valentina Rinner „Die Liebhaberin“ (Los Descentes), der von einer einfachen Frau handelt, welche in einem durch Elektrozaun geschützten Reichenviertel von Buenos Aires putzt, dann aber die Seite wechselt. Denn dort befindet sich ein Nudistencamp. (Genaue Kritik siehe Saarbrücken-Bericht!)
Den Großen Dokumentarfilmpreis erhielt „Was uns bindet“, wo Ivette Löcker aus Berlin ihre Eltern im Lungau besucht, die seit fast 20 Jahren getrennte Schlafzimmer haben, ständig streiten, sich aber nicht geschieden haben. Der Dokumentarfilmpreis erging an „Die beste aller Welten“, wo aus aus Sicht eines Jungen die Welt der drogensüchtigen Mütter beschrieben wird.
Der in Saarbrücken beim Max-Ophüls -Preis mehrfach ausgezeichnete Film „Siebzehn“ wurde zwar gezeigt, ging aber leer aus.

Solothurner Filmtage 2017

Unser Schriftführer Urs Vokinger besuchte vom 29.-26. Januar 2017 die 52. Solothurner Filmtage und berichtet hier in Wort und Bild. Beachte die Links zu vielen Trailern in der pdf-Datei!

Hier ist sein Bericht!

38. Max Ophüls-Preis Saarbrücken

Breaking News: Österreich gewinnt den Max-Ophüls Preis und sahnt weitere Preise ab:
Bei der Preisverleihung am 28.1.17 in Saarbrücken errang der österreichische Film „Siebzehn“ von Monja Art den mit 36.000€ dotierten Max-Ophüls-Preis. Die Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch erhielt darüber hinaus den Preis für die beste Nachwuchsschauspielerin. Wir gratulieren!
Die Flüchtlingskomödie „Die Migrantigen“ von Arash errang den Publikumspreis. Mit „Wald der Echos“ von Maria Luz Olivares Capelle konnte sich in der Kategorie „Mittellanger Film“ ein weiterer Streifen aus Österreich gegen 13 Konkurrenten durchsetzen.

Alle Preisträgerfilme im Überblick

Langbericht vom Festival Max-Ophüls-Preis von Norbert Fink

Doc „Sühnhaus“ aus Österreich – zuvor brannte hier 1881 das Ringtheater ab….

 

Teil 2 – Festival Huelva 2016

(Kursive Texte sind aus dem Katalog frei übersetzt)

Sopladora de hojas (Der Laubbläser)
Sección Nuevos Realizadores – junge Regisseure

Regie: Alejandro Iglesias, Méxiko 2015/ 96 min., spanische OF
Drei Jugendliche suchen in einem Haufen Laub einen verlorenen Schlüssel. Ungewollt werden sie dabei mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert, bekennen schmerzhafte Wahrheiten, setzen sich Gefahren aus… Film in 9 Episoden, das Erstlingswerk des Regisseurs Alejandro Iglesias.
Der für eine Coming-Out-of-Age Geschichte eher langsame Film wäre ein toller Kurzfilm geworden, der etwas dünne Plot und die paar Witze reichten kaum für einen Spielfilm.
Der Film handelt von drei Jugendlichen reicher Eltern in einem guten Viertel von Ciudad de Mexico. Einer isst ständig, der andere raucht wie ein Schlot und der dritte hängt an seinen Kopfhörern. In einem Park, wo gerade Laub zu Haufen geschichtet wurde, verliert einer einen Schlüsselbund. Sie suchen nach einer möglichst wenig arbeitsintensiven Lösung, um ihn zu finden: Ein Metalldetektor? Ein Rechen? Das Laub verbrennen? Ein Laubbläser, der den schweren Schlüssel liegen lässt? – Jedenfalls hätten sie in der Zeit, die sie mit Diskutieren verschwendeten, längst mit einem Rechen alles durchsucht! Insektenstiche, Hundekot, ein korrupter Polizist und ein Begräbnis stören ihre Arbeit, pubertäre Sexfantasien bieten etwas Abwechslung.
** Von der Idee her OK, aber für einen Jugendfilm zu wenig turbulent.

Una noche de amor
Argentinien 2016, 90 Min., spanische OF; Regie: Hernán Guerschuny

Hernán Guerschuny präsentiert im Wettbewerb von Huelva „One Night of Love“ (Argentinien), eine Komödie über ein Paar und die Schwierigkeiten, die sich im Laufe der Ehe ergeben und somit eine Geschichte, mit der sich viele identifizieren können. Nachlassende Leidenschaft, Kommunikation, Routine, die Kinder, die Versuchung zur Untreue gehören zu den vielen Themen in diesem Film von den Autoren Sebastian Wainraich und Carla Peterson.
Es handelt sich um eine „Liebesnacht“, die für Wainraich (Leonel) und Peterson (Paola) besonders intensiv ist. Sie erleben in nur wenigen Stunden eine Reihe von Ereignissen und blicken auf ihre Ehe zurück. So erwies sich die  Geschichte, wie der Regisseur versichert hat, als „universeller als ich dachte.“ Daher die Herausforderung, dieses Projekt zu realisieren mit einigen universellen Themen, mit denen „ein Gleichgewicht zwischen dem Individuum und der Welt der Ehe gefunden werden kann“ so dass sich viele Menschen identifizieren können“ ohne in Klischees zu fallen.
In Argentinien hat es der Film geschafft, 220.000 Zuschauer ins Kino zu locken, und viele von ihnen haben in der Geschichte von Leonel und Paola sich selbst erkannt. „Meine Mutter ist Paar- Psychologin und mehrere Klienten  bestätigten dass es ihnen solches passiert ist“, sagte Guerschuny. Das ist das Beste, was einem als Regisseur passieren kann, dass dein Film eine soziale Tatsache wird, und helfen kann, Fragen aufzuwerfen“, sagt der Regisseur.
„One Night of Love“ ist die Geschichte von Leonel und Paola, die seit 12 Jahre verheiratet sind  und zwei Kinder haben. Er ist Schriftsteller, sie ist Psychologin und beide fühlen sich wohl mit ihrer Arbeit. Es ist ein Paar, das funktioniert: sie lieben ihre Kinder, ihre Kinder lieben sie, sie teilen Lebensstil und Interessen. Eines Nachts beschließen sie, allein auszugehen und die Kinder im Haus der Mutter von Leo schlafen zu lassen. Sie sind nicht allein in dieser Nacht: Ein „Sandler“ auf der Straße u.a. Subjekte der Nacht führen zu heftigen Diskussionen, in der Garage taucht die Nachbarin auf, die offenbar in ihn verliebt ist, und im Restaurant setzt sich ein anderes Paar zu ihnen, die eine andere Form von Ehe praktizieren. Man wird sehen, ob Leo und Paola Ihre Ehe zu ändern werden, oder ob sie so weitermachen wollen wie bisher, oder gar sich trennen.
Hernán Guerschuny wurde 1973 in Buenos Aires geboren.
Ein gut situiertes Akademiker-Ehepaar, das offenbar noch sexuell aktiv ist, möchte einmal ohne Kinder ausgehen. Während er auf dem Sofa wartet, bis sie sich geschminkt hat, erreicht sie die Nachricht, dass ihr befreundetes Ehepaar sich soeben getrennt haben. Vor kurzem schien noch alles in Ordnung. Sie fahren in die Stadt, das erste Restaurant gefällt ihr nicht, er muss vor ihr im Kampf gegen legale und illegale Parkwächter den Macho beweisen, sie provoziert ihn öfters, kauft einen Schwangerschaftstest, sie treffen Bekannte und irgendwie spielen sie mit dem Gedanken fremd zu gehen. Doch es bleibt beim Gedanken, sie fahren sogar noch bis nach Mar de Plata, wo jedoch eine Hurrican-Warnung ausgegeben wird.
*** Komödie über eine Ehe, die an der sexuellen Routine, den Kindern, der Arbeit etc. scheitern könnte.

PIZARRO
DOC, Regie: Simón Hernández Estrada; Kolumbien, 82 Min, spanische OF.
Dies ist eine Geschichte über die Last einer Familiengeschichte. María José, die Tochter eines kolumbianischen Guerrileros der Groppe M-19l erkennt, dass, egal wie weit sie wegzieht, dem Geist ihres Vaters nicht entkommen kann. Pizarro ist eine Ikone von Krieg und Frieden in Kolumbien. 20 Jahre nach seiner Ermordung, kehrt sie aus dem Exil nach Kolumbien zurück, um die Ursachen zu verstehen, die zu seiner Ermordung führten und entdeckt eine vergessene Geschichte in einem Land, welches durch Gewalt und Angst zum Schweigen gebracht wurde.

Carlos Pizarro Leongómez, geb 1951 in Cartagena, war Rechtsanwalt, Politiker und Freiheitskämpfer der Bewegung M-19 zwischen 1986 und 1990. Als Kind erlebte seine Tochter bei einem Urlaub auf Kuba die schönsten Tage ihres Lebens.
Die M-19 hatte 1974  bei einer sensationellen Aktion mehr als 5000 Waffen der Armee erbeutet und auch das Schwert von Simón Bolivar gestohlen. Sie definierte sich als Stadtguerilla, national, bolivarisch und sozialdemokratisch. Am 14.9. 1979 wurde er gefasst und drei Jahre eingesperrt.1982 unter Betancur amnestiert, setzte er seine Guerillakativitäten fort, nachdem es 1984 zu einer Gegenoffensive der Regierungstruppen kam, trotz eines Waffenstillstandes. Er wollte stets einen Friedensvertrag. Als er sich für die Verbrechen seiner Gruppe entschuldigte und eine demokratische Partei gründen konnte, wurde er während eines Inlandsfluges von Gerardo Gutierrez Uribe alias Jerry, ermordet. Bei dieser Wahlkampagne wurden noch zwei weitere Politiker ermordet. Der Generalstaatsanwalt bezeichnete jedoch den früheren Führer der AUC als Mörder.
2014,  im Zuge der aktuellen Friedensbemühungen, wurde sein Leichnam exhumiert, um feststellen zu können, mit welcher Waffe Pizarro erschossen wurde, was wohl hätte schon damals untersucht werden sollen.
*** eine wirklich unbekannte Geschichte aus den Anfängen des kolumbianischen Bürgerkrieges, handwerklich nicht immer perfekt gemacht.  Der Film gewann den Hauptpreis, den Goldenen Columbus.

LA COSA HUMANA
Regie:
Gerardo Chijona, Cuba – Perú 2015 / 85 min, spanische OmeU

Ein junger Delinquent, der Schriftsteller werden möchte, stiehlt ein Manuskript eines hervorragenden Erzählers, sein Meisterwerk. Der kleine Dieb, der dringend Geld braucht, verändert den Text etwas, und sendet die Geschichte an einen Wettbewerb. Ohne es zu wissen, werden der Dieb und der Schriftsteller zu Rivalen, beide kämpfen mit ihren eigenen Waffen um den Preis im Wettbewerb.

An sich originelle Kriminalkomödie aus Kuba. Diebe rauben einen Schrifsteller aus, stehlen Notebook und unter anderem auch sein handgeschriebenes Manuskript für das nächste Buch.
Er verändert es etwas durch seine Knasterfahrungen – wozu auch Schreibkurse für Häftlinge gehörten – und er gewinnt damit 5000€ bei einem Literaturwettbewerb, bei dem peinlicherweise der Bestohlene  in der Jury saß. Mit Hilfe einer sadomasochistisch veranlagten Polizistin decken sie den Fall auf und bringen den ausgezeichneten Literaten wieder hinter Gitter. Dort macht er wieder bei einem Literaturwettbewerb mit und gewinnt wieder, diesmal die Freiheit.
*** An sich gute Idee und gute Schauspieler wie Vladmir Cruz, doch irgendwie fehlte dem Film der nötige Schwung, auch die Musik war etwas monoton.

Tamara y la Catarina
Regie: Lucía Carreras, México / España (Andalusía) 2016, 107 min. Spanische OF.
Tamara und La Catarina ist die Geschichte einer Begegnung von zweier Einsamen im Zusammenhang von Ignoranz und Not in Mexiko-Stadt. Tamara, eine Frau mit geistiger Behinderung, nimmt ein Baby von einem Zeitungsständer ohne die Konsequenzen zu bedenken. Doña Meche, alte Frau, die in diesem Viertel lebt und die zu ihr eher eine gespannte Beziehung hat, wird schließlich in den Fall verwickelt. Der Versuch, das Kind zurück zubringen , ist nicht einfach. Eine außergewöhnliche Reise beginnt, und die Außenseiter der Gesellschaft werden eine starke und unlösbare Verbindung aufbauen, die wesentlich und notwendig für den Ausgang sein wird.

Exzellenter, fast neorealistischer andalusisch-mexikanischer Film um eine geistig behinderte Frau, die aus Einsamkeit ein unbeaufsichtigtes Baby stiehlt. Sie kann aber mit ihm nicht umgehen, weiß nicht wie man es füttert und wie man Windeln wechselt. Eine alte Frau, die eine Garküche betreibt, hilft ihr. Bei der Polizei ist am nächsten Tag kein Baby vermisst gemeldet und die Kinder im Waisenhaus werden so schlecht behandelt, dass sie es dort auch nicht abgeben wollen. Erst als ihnen diese „Katharina“ schon ans Herz gewachsen ist, haben sich die leiblichen Eltern bei der Polizei gemeldet.

**** In den Slums von Mexiko gedrehter Film in neorealistischem Stil  mit nur sehr wenig Dialogen über eine geistig behinderte Frau, die ein Kind „gestohlen hat“.  Er gewann mehrere Preise, u.a. zwei Columbus für die beiden Hauptdarstellerinnen und die Regie.

 California

Regie:Marina Person, Brasil/Portugal 2015/ 85 min. Portug. OF mit span. Ut

Sao Paulo, 1984. Estela verbringt eine schwierige Jugend. Sex, Liebe, Freundschaft … alles scheint kompliziert. Ihr Traum ist es, nach Kalifornien zu reisen, um ihren Onkel Carlos, ihr Idol zu treffen. Aber alles fällt auseinander, als er nach Brasilien zurück kehrt , dünn, schwach und krank. Zwischen Krisen und Entdeckungen, hat Estela sich einer Realität zu stellen, die für immer ihre Weltsicht verändern wird.

1984 – damals musste man Musik noch im Plattengeschäft auf Vinyl kaufen und man überspielte die Platten gegenseitig auf Compact-Cassette. Kaum hat die pubertierende Estela ihre erste Periode geht das intensive Liebesleben los, man schmust auf Parties und bald wird „das erste Mal“ passieren. Aber in jener Zeit tauchte auch eine neue mysteriöse Krankheit auf, die man AIDS nannte. Estela, die immer davon träumte mit dem Onkel Carlos durch Kalifornien zu reisen, muss erkennen, dass dieser schwul ist und AIDS sterben wird.
*** einfühlsame Coming-out-of-age Geschichte aus Brasilien mit der Musik der 80er Jahre.

Era el cielo (Es war der Himmel)

Regie: Marco Dutra, Brasil / Argentina / Urugay 2016, 102 min. / spanisch-portug. OF mit spUt – Thriller

Der Film „Es war der Himmel „(Brasilien, Argentinien), Regie Marco Dutra, der sich im Wettbewerb um den Goldenen Columbus bewirbt, ist geprägt von Stille und Angst,  Rache und Gewalt.

Der Film basiert auf dem Roman von Sergio Bizzio ‚Es war der Himmel „und wurde in Uruguay gefilmt, mischt Dramitik und Spannung, sie wird intensiviert durch die Stimmen der Hauptfiguren, gespielt von Leonardo Sbaraglia und Carolina Dieckmann.

Der Schauspieler Chino Darin, erklärte in Huelv: „Für mich war es eine wahre Freude an einem Film wie diesem mitzuarbeiten, in dem wir die Angst reflektieren und wie sie sich auf uns Menschen auswirkt.“

Nach einem schrecklichen Verbrechen scheinen die Protagonisten nur noch in der Lage zu sein mit Pflanzen zu kommunizieren. Dies erinnert an die ersten Zombie-Filme und das Cinema Noir der 50er Jahre.

„Für mich ist es eine sehr angenehme Überraschung ist, dass dieser Film hier sein Europa-Debüt feiert, obwohl es nicht leicht ist mit diesem Thriller bei einem renommierten Festival aufgenommen zu werden.  sagte Darin.

Der Film ist dritte Arbeit des Regisseurs Marco Dutra  Sein erster Spielfilm, „Trabalhar Cansa“ hatte seine Weltpremiere in der Sektion „Un Certain Regard in Cannes. „Cuando Eu Era Vivo“ wurde auf dem Filmfestival von Rom ausgezeichnet.

Nachdem Diana das Opfer einer Vergewaltigung im eigenen Hause wurde, entscheidet sie sich das Trauma geheim zu halten. Mario, ihr Mann, hat auch etwas zu verbergen. Die Stille, die das Ehepaar umgibt verwandelt sich nach einigen Tagen in eine Form von Gewalt.

Exzellenter Thriller, gedreht in Urugay. Diana wird in ihrem eigenen Haus von zwei Männern vergewaltigt, als gerade Mario, ihr Mann nach Hause kommt. Dieser will ihr helfen, aber wie? Mit einem Stein, mit einer großen Schere? Bevor er eingreifen kann fliehen die Täter. Er holt dennoch die Kinder von der Schule ab. Als er heim kommt, lässt sich Diana nichts anmerken. Sie reagiert zwar mit Waschzwang, Schlaflosigkeit und Alpträumen, behält das Trauma aber für sich und meldet es auch nicht der Polizei. Mario beginnt deshalb selbst nach den Tätern zu suchen und findet einen im Sohn der Besitzerin eines Gartencenters, der Diana offenbar Kakteen zugestellt hat. Aber Diana muss auch den anderen Tätern schon vorher gut gekannt haben.
Mario greift zur Selbstjustiz, vergiftet den ersten und erschlägt den zweiten Mann. Indes beobachtet nun Diana ihn und er tut als nichts gewesen wäre. Damit behalten beide ihre Geheimnisse für sich. Der Titel des Film beruft sich auf die Therapie von Marios Flugangst, bei der ein Psychologe feststellt, er habe nicht Angst vor Flugzeugen, sondern „vor dem Himmel“.

**** Superspannender Thriller um eine Vergewaltigung und nachfolgende Selbstjustiz. Hier ging ein Silberner Kolumbus an den männlichen Hauptdarsteller.

Me dicen Cuba (Man nennt mich Kuba)

Regie: Pablo Massip,Cuba, Venezuela 2014, 60 min., spanische OF

Von allen Künsten ist die Musik die einzige, die nicht exisitiert. Es gibt sie nur im Geist und der Phantasie des Menschen. Musik beginnt, wo Worte enden.

Mit diesem Gedanken des Lehrers, Musikers und, Komponisten  Sergio Vitier beginnt  der Film, „Man nennt mich Kuba“, ein Dokumentarfilm, der eine kurze Zusammenfassung der Gedanken der Elite der kubanischen Musik, die sich vor allem auf universelle Werte wie: Was ist mein Vaterland  ist, die Familie, die Musik, die Liebe, die Freundschaft, Heldentum und Frieden u.a. Obwohl diese Werte typisch kubanisch sein mögen, sind sie gleichzeitig auch  universell.

** Dokumentarfilm über die Bedeutung der Musik für die Kubaner, von der Klassik bis zum Jazz, von Sakralmusik bis Folklore. Garniert mit netten Bildern aus Havanna. Etwas überraschte die konservative Grundhaltung, mit der traditionelle Werte wie Vaterland und Familie hochgehalten werden. Es gibt viel Musik aus allen Richtungen und man sieht die Aufnahmen in einem modernen Tonstudio. Am Schluss folgt ein politisches Plädoyer für die fünf in den USA inhaftierten Kubaner, die inzwischen freigelassen wurden.

 Offizielle Kurzfilme:
Los cuerpos flotantes
Michelle Gualda, Argentina 2015/ 11 min.
Eine abgenutzte Beziehung erreicht ihren Höhepunkt , als die dramatische Pepi eine Überraschungsparty für Eva organisiert, ihre (lesbische) Partnerin.
# schrecklicher Kurzfilm!

O sinaleiro – Der Bahnwächter
Regie: Daniel Augusto,  Brasil 2016/ 15 min –Fantasy
Die Alltagsroutine eines Eisenbahnwächters wird von seltsamen Ereignissen unterbrochen. Sind es Halluzinationen oder übernatürliche Ereignisse? Kurzfilm nach einer Erzählung von Charles Dickens.

**** sehr gut gemachter Kurzfilm um einen alten Bahnwächter, der plötzlich seltsames erlebt, einen Hautausschlag bekommt und tragisch endet.

Los kaotikos – Die Chaoten
Regie: Mauricio Leiva Cock, Colombia 2016/ 15 min – SF
Zum 18. Geburtstag soll der Anführer der Rebellengruppe “Die Chaoten” als letzten Auftrag ein Baby aus der Welt der Erwachsenen stehlen. **

Timecode
Regie: Juanjo Giménez, España 2016/ 15 min, Ficción
Luna und Diego sind Sicherheitspersonal auf einem Parkplatz, Luna arbeitet am Tag, Diego in der Nacht. Als ein neuer Mann eingestellt wird und ihm die Überwachungsvideos erklärt werden, entdecken sie das tänzerische Können der beiden anderen.**

Palabras de caramelo
Regie: Juan Antonio Moreno Amador, España 2016, 20 min; Drama, Scope, dolby atmos
In einem Flüchtlingslager in der Sahara lebt ein taubes Kind, das schreiben lernen will. Willkommen in der stillen Welt von Kori und seiner besten Freundin, dem Kamel „Karamellbonbon“.
***Traurige Geschichte aus dem Flüchtlingslager in Algerien. Ein gehörloses Kind bittet darum Schreiben lernen zu dürfen. Es wächst mit einem neugeborenem Kamel auf, das aus Hunger eines Tages geschlachtet werden muss.

Down the Wire
Juan Carlos Mostaza, España 2016/ 13 min.
Irgendwo in einer Welt, die von Menschen aus Draht bevölkertcist, kommt ein Fremder in ein verlassenes Dorf, in dem die einzigen Bewohner ein Mann und seine Tochter sind…
*** Sehr kreative Idee, bei der durch einfachste Bewegungen komplexe Gesten dargestellt werden.

El jardín de las delicias – (Der Garten der Lüste)
Alejandro García Caballero, México 2016/ 7 min.
Im Garten der Lüste, entdeckt ein Besucher aus der Unterwelt, dass Farbe und Wahnsinn genügen, um ein eigenes Universum zu schaffen.
** Phantasievoll gezeichneter Animationsfilm.

Un billete a Nunca Jamás – (ein Ticket nach Nirgendwo)
Jorge Naranjo, España 2016, 15 min.

Rosario hat für ihre Familie die Hälfte ihres Lebens aufopferungsvoll verbrachte. Als am Heiligen Abend die Tochter Alice unerwartet dazukommt, vervielfacht sich ihre Arbeit. Niemand hilft ihr, ihre Kinder richten ihr einen Facebook Account ein und schon meldet sich ein Argentinier. Sie muss auch von der verstorbenen Mutter einen Mantel von der Reinigung abholen. Darin befand sich ein Lottoschein. Sie erfährt im Fernsehen, dass dieser in der Lotterie gewonnen hat und will dies der Familie mitteilen, doch diese meint, sie wolle sicherlich sagen, sie habe den Truthahn vergiftet. Nun bewahrt sie das Geheimnis für sich und fliegt mit dem Geld nach Argentinien.
**** heitere Geschichte um soziale Medien.

Und so urteilte die Jury:

Der kolumbianische Dokumentarfilm „Pizarro“ (Kolumbien, 2016) unter der Regie von Simon Hernandez, hat den Goldenen Columbus  der 42. Ausgabe des lateinamerikanischen Filmfestival von Huelva gewonnen. Die Jury bestand aus dem kubanischen Schauspieler Vladimir Cruz (als Präsident), der Schauspielerin Ana Fernandez, dem Filmkritiker Joel Poblete, Filmemacher und Direktor des Guadalajara Film Festival (Mexiko), Iván Trujillo; und Produzent Marta Velasco. Der Dokumentarfilm über die Anfänge des Bürgerkrieges in Kolumbien reflektiere die aktuelle Realität Lateinamerikas. Erstmals wurden Docs im Wettbewerb von Huelva zugelassen.

‚Esteban‘, der Debütfilm des kubanischen Regisseurs Jonal Cosculluela, erhielt den Spezialpreis der Jury und den Publikumspreis für den besten Spielfilm.
Der Silberne Columbus für die beste Regie ging an “Tamara und Catarina aus Mexiko, deren beide Hauptdarstellerinnen, Angel Cruz und Angelina Perez erhielten Silberne Columbi als beste weibliche Darstellerinnen.

Ein Silberner Columbus für den besten Schauspieler ging an Leonardo Sbaraglia, für seine Leistung in dem Film Era el cielo / Es war der Himmel“ (Brasilien / Argentinien, 2016) unter der Regie von Marco Dutra, dank seiner „Fähigkeit, sich in einen komplexen Charakter zu vertiefen“

Schließlich hat die Jury einen weiteren Silbernen Columbus für die technisch-künstlerische Umsetzung an die Dokumentation Cinema Novo (Brasilien, 2016) verliehen, unter der Regie von Eryk Rocha „, der leidenschaftlich und poetisch eine Film-Bewegung und eine Schlüsselperiode in der Geschichte der lateinamerikanischen- und Weltkinos portraitierte.

Sektion Neue Filmemacher und Kurzfilme:
Den Kurzfilmpreis gewann „Down to the Wire“ (Spanien, 2016) unter der Regie von Juan Carlos Mostaza; der Publikumspreis ging an „Una Sirena del Rio“, der Spezialpreis der Jury an „Inexistentes“ u. während der Film Somos Lengua ‚(Mexiko / Dominikanische Republik, 2016), als bester Film der Sektion Junge Regisseure ausgezeichnet wurde.

13 weitere Parallel-Preise durch weitere Institutionen wurden vergeben. Dabei wurde besonders „Tamara und Catarina“ mehrfach ausgezeichnet. Auch „Esteban“ erhielt  den Preis für den Besten Soundtrack Die Insassen des Gefängnisses der Provinz von Huelva verliehen den Freedom Award für den besten Spielfilm an den Film Malcriados (Kolumbien / Argentinien, 2016) von Felipe Martinez.

42. Iberoamerikanisches Filmfestival, Huelva

Illustrierte Zusammenfassung ist hier

Bericht vom 42. Festival des Iberoamerikanischen Films, Huelva, 11. – 20.11.2016

 Das Casa Colón und der dortige Park wurden wieder schön herausgeputzt und mit Plakaten und Fahnen geschmückt, ansonsten deutet in der Stadt, von der aus Columbus vor 524 Jahren in die See stach, wenig auf das Festival hin. Immerhin hat man es unterlassen, die Vorführungen im gesichtslosen Einkaufszentrum Avalón abzuhalten und so wurden das Stadttheater „Gran Teatro“, die Kongreßhalle eine ehemalige Remise „Las Cocheras“ zu den Festivalkino erhoben. Das Programm ist überschaubar und nur selten hat man die Qual der Wahl.

Der Schwerpunkt Kuba bedeutet, dass es fast täglich um 17 Uhr einen kubanischen Film zu sehen gibt, der in Zusammenarbeit mit dem ICAIC ausgesucht wurde. Der kubanische Superstar Jorge Perugorría ist anwesend und sein Partner aus „Fresa y Chocolate“, Vladimir Cruz, sitzt in der Jury. Auch im Wettbewerb ist Kuba mit einem Film (Esteban) vertreten. Neben dem bedeutenden Wettbewerb gibt es Kurzfilme, regionale andalusische Produktionen, ein Programm von jungen Regisseuren, einige Kinderfilme und etwas Rahmenprogramm, wie die Ausstellung von Originalzeichnungen aus dem kubanischen Animationsfilm „Vampiros en La Habana“. Die Akkreditierten erhielten einen in Kuba hergestellten limitierten und signierten Siebdruck mit dem Festivallogo und ein Buch über die Filmkunst in Kuba.

Wir erhielten heuer problemlos Presseausweise für mich und meine spanischen Freunde, nachdem der FKC auf eine lange Liste der Berichterstattung von diesem Festival im Internet hinweisen konnte.

Die Eröffnungsgala wurde im Regionalsender ATV (Andalusía Television) übertragen und war eher geschwätzig.

Doch nun zu den Filmen in chronologischer Reihenfolge:

ESTEBAN
Kuba/Spanien, 90 min, span OF eUT; Regie: Jonal Cosculluela

Esteban ist ein neun Jahre alter Junge, der zufällig sein Talent für Musik entdeckt. Trotz der Schwierigkeiten bei der Erreichung des Traumes ein Musiker zu werden, verwandelt seine Ausdauer seine Welt und jene Menschen in seiner Umgebung. (Übersetzter Festivaltext)

Der neunjährige Esteban lebt in Havanna mit seiner Mutter. Sie versucht sich mit illegalen Verkäufen von Kosmetika über Wasser zu halten und Estaban soll ihr helfen, die Artikel zu verkaufen.

Als Esteban den alten Klavierlehrer Hugo in einem Haus spielen hört, möchte er unbedingt auch Klavierspielen lernen. Doch Anfangs stößt er auf absolutes Unverständnis bei seiner Mutter, auch Hugo wirft ihn raus bzw. verlangt die Unsumme von 50 Pesos pro Stunde. Als Esteban das Geld doch zusammenkratzt ist Hugo beeindruckt und entdeckt bald sein Talent und will ihn fördern. Doch Hugo ist schwer krank. Erst als er Estebans Mutter in ein Jazzkonzert einlädt, gibt diese ihren Widerstand gegen das Klavierstpielen ihres Sohnes auf. Dabei kommt ein weiteres Geheimnis zu Tage: Hugos Tochter, die dort Piano spielt, reagiert höchst emotional auf sein Erscheinen, hatte er doch alkoholisiert einen Autounfall verursacht und dabei Diego, seinen eigenen Enkel, getötet. Nun soll Esteban ein Stück, das „Diego“ betitelt wurde, zur Aufnahmeprüfung am Konservatorium vorspielen, zur Kommission gehört auch Hugos Tochter. Erst im Angesichte von Hugos Tod durch Lungenkrebs versöhnen sich alle.

Mit dem großartig gespielten Film, der recht offen den Überlebenskampf und das Alltagsleben der Kubaner zeigt, habe ich zwei Probleme: erstens war der Plot im Großen und Ganzen vorhersehbar und zweites gab es mehrere Szenen, wo die Pianomusik des Chico Valdéz zu hören war, ohne dass man jemanden spielen sah. Das hätte ein Haneke schwer kritisiert!
Dennoch ist „Esteban“ ein spannender und vor allem berührender Film *** Er errang den Silbernen Columbus für die beste Regie.

FALLING
Dom.Rep. / Spanien / Marokko 75 Min, deutsch/englisch/spanische OF mit sp. UT
Regie: Ana Rodríguez Rosell, mit Enma Suárez, Birol Ünel.

Aslan zitiert Alma in die Dominikanischen Republik, wo sie die besten Jahre ihrer komplizierten Ehe erlebten. Sollte Alma 24 Stunden mit ihm verbringen, wird Aslan ihr die Schlüssel des Hauses in Berlin aushändigen, in dem sie 20 Jahre zusammen gelebt haben. Aslan hat einen einzigen Tag zur Verfügung, um ihre Erinnerungen an das gemeinsame Leben zu verbessern, das sie zusammen verbracht haben.

Der mehr als experimentelle Film ist völlig unverständlich, ein Paar trifft sich in einem Dschungel-Hotel in der Dominkanischen Republik, das offenbar ihr gehört. Er spricht wahllos in drei Sprachen und sie antwortet mal auf Spanisch, mal auf Englisch. Wollen sie sich scheiden lassen oder nochmals heiraten, sind sie seit langem verheiratet und wollen etwas ändern? Ist er bald tot und hat nur noch wenig Zeit, um ihr schönere Erinnerungen zu hinterlassen, will sie nur den Schlüssel zum Haus in Berlin, obwohl sie Berlin gar nicht mag? Schließlich stirbt er an einer Hypertrophie des Herzens.

## der langweiligste Film seit langem, trotz der tollen Almodóvar Schauspielerin Enma Suarez!

CINEMA NOVO
Doc, 92 min, bras./französ.  Om spU; Regie: Eryk Rocha

„Cinema Novo“ ist ein poetischer Filmessay, der eine der wichtigsten Bewegungen in Lateinamerika in den 50er und 60er Jahren von seine Autoren erklären lässt und Fragmente ihrer Arbeit zeigt. Der Dokumentarfilm stellt das kreative Abenteuer einer Generation von brasilianischen Filmemachern vor, die einen neuen Stil entwickelten. Filme mit einem politischen Anspruch, eine Kombination von Kunst und Revolution; und dennoch wollten sie das normale Volk ansprechen und ihre Filme in große Kinos bringen.

Der gut gemachte und in Cannes ausgezeichnete Dokumentarfilm lässt alle wichtigen Vertreter des Cinema Novo Brasileiro zu Wort kommen, ist mit brillant restaurierten Filmausschnitten garniert und zeigt die Gratwanderung zwischen Poesie, Kunst, politischer Zensur in Zeiten der Militärdiktatur, vor allem den Anspruch das wahre Leben des brasilianischen Volkes in dem Mittelpunkt zu stellen, auch der Armen in den Favelas und den  Bauern in den Wüsten des Nordeste, die sozialen Gegensätze. Sie drehten nicht in Studios, sondern mit Handkameras auf der Straße und im Freien. Manche Figuren sind symbolischer Natur, andere wieder recht volknah. Eryk Rocha ist übrigens der Sohn von Glauber Rocha und studierte in San Antonio de Los Baños auf Kuba das Filmemachen.

Recht komplette Dokumentation (130 Filmausschnitte!) über die revolutionäre Bewegung des Cinema Novo im Brasilien der 50er und 60er Jahre *** Ausgezeichnet mit dem Technikpreis des Festivals

FÁTIMA, O EL PARQUE DE LA FRATERNIDAD
(Fatima oder der Park der Brüderlichkeit)

Regie: Jorge Perugorría; Cuba – Mexico 2014, 104 min.

Die Geschichte beginnt in Kuba, 2013. Fatima, in seiner Jugend auch Manolito genannt, ist ein Transvestit, der sich fast natürlich dazu entwickelt hat, weil sein Vater im Suff seine Mutter oft geschlagen hat und er diese Machorolle nicht übernehmen wollte. Er verehrt dir Jungfrau von Fatima und die Jungfrau von Cobre (kub.). Bei einem Frisör treffen sich die Transvestiten von Havanna.  Manche singen in einem Cabaret, andere suchen wohlhabende Touristen in einem Park, es wird das harte und gefährliche Leben, der Kampf mit der Polizei gezeigt, die Gefahr durch manche Freier. Fatima ist zwar in einen Mann verliebt, der sich als Zuhälter anbietet, aber das Land verlässt.
*** Queer! Handwerklich und von der Kamera her sehr gut gemachter Film über Transvestiten, Schwule und Transsexuelle auf Kuba.

r016i
Das Team des FKC gratuliert dem kubanischen Schauspieler Carlos Enrique Almirante für seine Leistungen im Film „Fatima“.

Garantia personal (Die Bürgschaft)
Regie: Rodrigo Rivas Jiménez, Spanien 2016, 105 min. Span.OF

Der Film  spielt in einer spanischen Provinz und dem Hintergrund der schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise. Der Besitzer einer Sägerei wird zahlungsunfähig, weil ihn ein Architekt nicht bezahlen kann; dessen Frau Mara hat eine kleine Boutique und haftet mit.
Die Bank und vielleicht auch die Polizei (es gibt in Spanien drei Arten der Polizei) arbeitet mit kriminellen Schlägertypen zusammen, um das Geld ihrer Gläubiger einzutreiben. Maras Mann erleidet einen Schlaganfall, wird hospitalisiert und ist fortan stumm und gelähmt. Mara geht mit einem lokalen Polizisten fremd. Er ist gerade bei ihr, als die Türe aufgebrochen wird und der Besitzer der Sägerei mit einem Schlägertyp aus einem Bordell jenes Schwarzgeld einfordert, das Mara dubioserweise von der Bank als eine Art Abfindung bekommen hat.
Es kommt zu einem Handgemenge, dem Polizisten wird die Dienstwaffe entrissen, er wird gefoltert, doch gelingt es Mara, die Pistole zurückzubekommen und sie erschießt damit den Schlägertypen. Nun beginnt eine Flucht aufs Land und es kommt zu fünf weiteren Toten, am Schluss begeht der behinderte Architekt Selbstmord und Mara ist die einzige Überlebende.

**** Sehr spannender Krimi, aber ohne ermittelnde Polizisten, vielmehr ist ein Polizist zufällig selbst in eine Kette von Gewalttaten verwickelt, die sich aus einem einfach erscheinenden Insolvenzfall ergeben.

MALCRIADOS (schlecht Erzogene)
Kolumbien, Argentinien 2015, 111 Min., spanische OmeU
Regie: FELIPE MARTINEZ AMADOR

Bogotá, 2015 Manuel Noble (55), einer der wichtigsten Unternehmer in Kolumbien, ist Witwer und lebt mit ihren drei Kindern, Javi (28), Barbara (21) und Charly (17) in der Villa am Rande der Stadt. Manuel verwöhnte allzu sehr seine Kinder, um  das Fehlen der Mutter zu kompensieren, während er ob seiner beruflichen Verpflichtungen oft abwesend war.
Die Kinder haben alles bekommen, was sie wollten, unabhängig von seinen Aufgaben, Terminen und sozialen Verpflichtungen. Erschöpft von den Mühen, erlitt Manuel einen Herzinfarkt. Als er das Krankenhaus verlässt, erkennt er, dass er drei Faulpelze aufgezogen hat.
Er beschließt ihnen eine Lektion zu erteilen. Er sperrt deren Kreditkarten, Handys und Kabel-TV, lässt die Polizei eine Razzia machen. Diese stellt fest, dass die Kinder das Unternehmen des Vaters ruiniert haben. Der Vater und seine Söhne müssen sich nun in einem Vorort der Stadt, in einem kleinen, baufälligen Haus verstecken. Über Nacht müssen Javi und Barbara zum ersten Mal in ihrem Leben arbeiten, um zu überleben. Charly kann sein Studium in einer öffentlichen Schule fortsetzen, jedoch ohne irgendwelchen Priviliegien.
Manuel sieht nun, wie seine Kinder wirklich waren und wie wenig er von ihnen wusste. Er hat ihnen eine Lektion erteilt, aber auch sein „Trinkgeld“ bekommen, denn alles war nur inszeniert!

Der äußerst unterhaltsame und rasant gedrehte Film hat die Moral, dass man eigentlich glücklicher lebt, wenn man etwas ärmer ist, auf die Früchte der eigenen Arbeit stolz sein kann und echte Freunde findet, nicht nur solche, die des Geldes wegen einen umgeben. Besonders die schöne Tochter Barbara wurde besonders verwöhnt und kaufte um Unsummen Schuhe und Kleider, lud 300 Gäste zu ihrem Geburtstag ein. Als sie als Kellnerin arbeiten muss, erfährt sie am eigenen Leib, wie arrogant manche Kunden (wie sie es auch immer war) sind. Ein Arbeitskollege verliebt sich in sie, doch ist er ihr anfangs zu einfach. Wieder ist es ihr Vater, der die Hochzeit der Tochter mit einem Möchtegern-Fondsinhaber zur Farce  werden lässt und sie am Schluss in den Armen des einfachen, aber ehrlichen Mannes landet.

**** Turbulente Komödie um verwöhnte, erwachsene Kinder eines Millionärs, die durch eine inszenierte Insolvenz gezwungen werden, in Armut zu leben und erstmals in ihrem Leben arbeiten müssen. Dabei schweißt die Familie zusammen und sie lernen wahre Freunde kennen. Der Film erhielt einige Parallelpreise.

Cuba Libre
Kuba 2015, 120 Min, Scope, spanische OF
Regie: Jorge Luis Sánchez

Samuel und Simon sind zwei Kinder, die intensiv im Jahr 1898 leben, als die Amerikaner sich wie eine Besatzungsarmee verhalten, nach der Niederlage gegen Spanien und den aliierten kubanischen Soldaten.

Aus der Sicht von zwei Kindern wird der kubanische Unabhängigkeitskrieg von 1898 beschrieben, Kuba wollte sich von der spanischen Krone befreien, die US-Armee kam ihnen zu Hilfe, jedoch nicht uneigennützig, sie wollten ein ewiges Interventionsrecht  und betrachteten Costa Rica, die Philippinen und Kuba als ihre Kolonien Dementsprechend benahmen sie sich auch wie eine Besatzungsarmee. Die Kirche stand anfangs auf Seiten Spaniens, denn die Befreier waren ihnen zu wenig religiös. Zu Beginn sehen wir wie eine strenge Lehrerin in einer Armenschule der Kirche die Schüler drillt. Als die amerikanischen Besatzer kommen sind die Dienste von Simon, dessen Vater aus Jamaica stammte und ihn zweisprachig aufgezogen hat, unverzichtbar. Er bekommt eine US-Uniform und wird Geheimnisträger, bis ein professioneller Dolmetscher eintrifft. Nebenbei wurde bei der „Befriedungszeremonie“ auch das beliebte Getränk Cuba libre erfunden, Cola mit Rum.

** ½ Handwerklich gut gemachter, aber etwas lang geratener Film, der die Folgen des kubanischen Unabhängigkeitskrieges auf die Zivilbevölkerung und speziell auf die Schulkinder zeigt.
P.S. die Tatsache, dass es Guantanano, eine US-Militärzone auf Kuba gibt, basiert auf diesem Interventionsrecht!

KURZFILME aus der Region Huelva
Ein abwechslungsreiches Programm, das ausschließlich von regionalen FilmemacherInnen bestritten wurde. Überraschenderweise waren fast alle Filme im Scope-Format.

  1. Latencia (Manuel Abuin), 19 Min – psychologisches Drama
  2. Salobre (Manuel Garrido Palacios), 13 min – ein Portrait des Sängers Manuel Briones, der in den 60er Jahren seinen Höhepunkt hatte und sich überreden ließ sich interviewen zu lassen, letztlich tritt er nochmals kurz auf. Er war anwesend.
  3. Inexistentes (Manuel Gomar), 15 min, – ein köstlicher queer Film um ein Casting von Transvestiten, schließlich gewinnt ein Kind, das viele Fragen stellte.
  4. Una Sirena en la Ria, (Álvaro Aguado), 5 min, ein fremder Fischer findet eine Frauenleiche auf dem offenen Meer, doch es ist keine Immigrantin.
  5. Urbano – LA HISTORIA DE JOSÉ MANUEL PÉREZ REYES – (Elías Pérez) 8 min, Ein einstiger Bodybuildner ist heute ein übergewichtiger Mann
  6. Muelle 8 – (Adán Pichardo), 20 Min, Ein Actionfilm um einen jungen Polizisten, der einen Drogenfall lösen will und dann selbst in alle möglichen Schwierigkeiten gerät.
  7. Prueba 001 (Jesus Noa), 4 min., was eine Überwachungskamera Überraschendes sah, zwei Polizisten, die eine Frau um den Ausweis bitten, geraten aneinander und verursachen eine Massenschlägerei.

Jeder Film hatte seinen Reiz und seine Schwächen, mir gefiel die Nr. 3 am Besten.

LOS MODERNOS – Una drama sexual
Uruguay, 2016, 134 min, SW, Dolby 7.1., spanische OmeU.
Regie: Marcela Matta und  Mauro Sarser

https://youtu.be/f7aZQ8GippA?t=57 (Trailer)

Clara will eine stabile Beziehung mit Fausto. Sie ist geschieden, hat zwei Kinder und eine tolle berufliche Karriere. Unreif, mürrisch und intellektuell, glaubt Fausto ein großer Künstler zu sein. Paula, deren größter Wunsch es ist, ein Baby zu bekommen, und ihr Freund Martin, entwickeln großen Ehrgeiz bei der Arbeit. Mit dreißig Jahren erlebten sie eine eine Lebenskrise; sexuelle Verwicklungen und Vergnügen im Vordergrund. Können Freiheit, Elternschaft , Ehrgeiz und Stabilität koexistieren? Eine Überprüfung des Konzepts der „Moderne“. Es geht um sechs Dreißigjährige, die sich zwischen Elternschaft, Karriere und sexueller Freiheit entscheiden sollten.

In Uruguay in intellektuellen Kreisen: die befreundeten Paare Clara / Fausto und Paula / Martin haben irgendwann zum Zeichen der sexuellen Befreiung ihre Partner gewechselt. Sie arbeiten als Künstler und beim Fernsehen. Fausto flüchtet immer, wenn eine Frau ihn frägt, ob er Vater werden will. Eines Tages kommt es deswegen zum Bruch, doch sie wollen beruflich zusammen ein erfolgreiches Team bleiben. Wenige Stunden nach der schmerzhaften Trennung baggert Fausto erfolgreich schon andere Frauen an, aber auch sie stürzt sich gleich in ein lesbisches Abenteuer.
Höhepunkt der Verwicklungen dabei ist, dass Clara dabei ihre Freundin schwängert, nachdem sie kurz davor noch einmal Sex mit Fausto hatte. Am Ende steht er, der nie ein Kind wollte,  mit drei schwangeren Frauen da und bekennt sich endlich dazu.

So nebenbei kritisiert der Film die immer seichter werdenden Fernsehprogramme, auch das öffentliche Fernsehen will ihre Kulturglossen in Randzeiten verschieben. Der Film ist mit mehr als 2 ¼ Stunden etwas lang geraten, er ist durchgehend in schwarzweiß, das manchmal kontrastreicher sein könnte. Dennoch nimmt die Geschichte langsam Fahrt und wird zum Ende durchaus spannend. Die „Leichtigkeit des Sex“ in Südamerika mag ein gewisses Klischee mit statistischer Wahrheit sein, doch hier wird die Promiskuität einerseits auf die Spitze getrieben, andererseits reagieren beide Partner in der Hauptrolle gerade nach der Trennung höchst eifersüchtig, was wohl auch bei aller Intellektualität nicht zu vermeiden ist.

***1/2 Brillante Beziehungskomödie um 6 Intellektuelle aus Montevideo und Buenos Aires, die in unglaubliche Verwicklungen geraten, als eine lesbische Frau nach dem Sex mit der Protagonistin schwanger wird.

weiter Teil 2


 

Alpinale – Preisverleihung

Preisverleihung beim 31. Alpinale Kurzfilmfestival in Nenzing

Am Samstag Abend war das Wetter perfekt, wem es zu kühl wurde, wurden Decken geliehen. Es konnte also, wie schon am Donnerstag und Freitag zuvor, wieder open air die „fabelhaften“ Kurzfilme gezeigt werden. Kurz und bündig wurden die Preisträger von je einem Jurymitglied verkündigt.
V-shorts: „Det er her“, Moritz Sonntag, Norwegen/ A 2014, 8 Min.
Es wird eine Frau in Norwegen, die den größten Teil ihres Lebens in der freien Natur mit ihren Schlittenhunden verbringt, in schönen Cinemascope-Bildern gezeigt. Die Hunde, die sie erzieht und trainiert, sind wie ihre Kinder. Zwar ein schöner Naturfilm, für einen Preis aber weder besonders originell noch innovativ. ***

Goldenes Einhorn für den besten Animationsfilm: „Dissonance“, Till Nowak, D 2015, 17 Min. Ehrlich verdient war der Animationsfilmpreis. Aus Realfilm- und Animation aufwändig hergestellt, zeigt der Film einen begabten Pianisten, der den Kontakt zu seiner Tochter sucht, was deren Mutter zu verhindern versucht. Es wird ihm, eine häufig vorkommende emotionale Dissonanzstörung diagnostiziert und mit der Polizei gedroht. Gewisse Parallelen zu David Helfgott sind dabei unverkennbar. ****

Goldenes Einhorn für den besten Internationalen Film: „Die Badewanne“, D, A 2015, 13 Min. von Tim Erich. Mit Simon Jaritz, Rainer Wöss und dem Vorarlberger Schauspieler Stefan Pohl. Die Brüder Georg, Alexander und Niklas sind dabei, ein originelles Geschenk für ihre Mutter zu machen. Doch die Idee ein Badewannenbild aus der Kindheit fotografisch nachzustellen, gefällt dem Ältesten, einem Politiker, gar nicht. Keinesfalls will er sich in der Öffentlichkeit nackt zeigen, dabei bleiben sie eh in ihren gemusterten Unterhosen. Die Hüllen fallen schließlich doch und drei Brüder bleiben zurück, die in der Zwischenzeit Fremde geworden sind. Der Film hat bereits den Prix Spécial du Jury am Filmfestival Clermont-Ferrand 2016 gewonnen und wurde auf vielen Festivals gezeigt. Ein Ort, eine Einstellung, eine Geschichte. **
[vimeo]https://vimeo.com/147839609[/vimeo]

Lobende Erwähnung: Jay amongst men, Zeno Graton, B/F 2015, 28 Min. Der 14 jährige Jay wird von seinem Vater noch nicht ganz ernst genommen, um ein Mann zu sein, muss er eine Freundin habe. Also stürzt sich Jay in das Getümmel einer Disco und lernt dort eher zufällig eine Frau kennen. Durchaus spannend wird der Initiationsprozess eines Außenseiters in die Männerwelt gezeigt. ****

Goldenes Einhorn für den besten Hochschulfilm:

[Out of Fra]me, Sophie Linnenbaum, D 2016, 19 Min.
Paul hatte immer das Pech auf Fotos immer abgeschnitten zu werden, vor lauter Einsamkeit fällt er aus dem Bild und kommt nicht mehr hinein. Er geht in die Selbsthilfegruppe der Outtakes und hofft doch noch mit einer Frau auf irgendeinem Bild sichtbar zu werden. Bei der zweiten Sichtung gefiel mir der Film der Konrad-Wolf Filmuni Babelsberg schon etwas besser. Manchmal sind ja auch jene, die nicht im Mittelpunkt stehen, bedeutend! Auch die Preisträgerin bat darum, abgeschnitten zu werden!
**

Lobende Erwähnung: Grandma´s Day, Milosz Sakowski, Polen 2015, 30 Min.
Tomek braucht dringend Geld und schleicht sich mit dem „Enkeltrick“ bei einer einsamen alten Frau in einer verwahrlosten Wohnung ein. Die kann den Besuch gut gebrauchen, um dem Sozialamt eine intakte Familie vorzutäuschen, ohne die sie in ein Altersheim gesteckt wird, was sie pardout nicht will. Sie schlägt zurück, und schließlich sind beide plötzlich aufeinander angewiesen.
****

Großer Preis der Jury und Publikumspreis:
Wie schon letztes Jahr waren sich die Int. Jury und das Publikum erstaunlicherweise über den besten Film aus allen Kategorien einig: Balcony, Toby Fell-Holden, GB 2015, 12 Min.
Die Flüchtlinge in dem Wohnblock werden von den Einheimischen argwöhnisch beobachtet. Doch der Teenager Tina freundet sich mit dem afghanischen Mädchen Dana an, deren Vater drogenabhängig ist und angeblich gewalttätig ist. Für ein Klassenfoto überredet Tina Dana, das Kopftuch abzunehmen und sich zu schminken, was deren Vater empört. Doch die Geschichte wendet sich abrupt, als Tina Dana küssen will. Angeekelt stößt Dana Tina ab, bei dem Handgemengt fällt Dana vom Balkon. Die gaffende Menge meint, es könne nur ihr Vater der Täter gewesen sein.
Brillante Kurzgeschichte um falsche Freundschaft und Zeugenaussagen ****
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=FshYU1I_yZI[/youtube]

(Interview)

 

Alpinale eröffnet

 

31. Alpinale Kurzfilmfestival in Nenzing
Am Dienstag, 9.8.2016 wurde die heurige Alpinale im fast ausverkauften Ramschwagsaal eröffnet. Dabei wurden zum zehnten Male die v-shorts von Vorarlberger FilmemacherInnen präsentiert. Dafür gibt es neben den goldenen Einhörnern nun einen eigenen, eher symbolischen Preis: eine Klappe in V-Form.

Die am Dienstag präsentierten Filme wiesen ein sehr hohes Niveau auf, drei gefielen mir besonders.

Felix Kalaivanan (A), der inzwischen an der Filmakademie in Wien studiert, drehte seinen 10 min. Beitrag der Kategorie v-shorts „Neujohr“ bewusst auf 16mm. Zwei ehemalige Schulfreunde treffen sich nach der durchzechten Silvesternacht in einer Schneelandschaft, der eine will den eingeschlafenen Kontakt wieder herstellen, der andere lehnt das ab. Für die Kürze hat der Film relativ viel Dialog, wird aber zum Schluss mit experimentellen Elementen optisch gut aufgelöst. ***

Witzig im Prinzip der Ansatz, insgesamt nicht ganz überzeugend war „Die Badewanne“ (D, A) von Tim Erich. Drei Brüder wollen für den Geburtstag der Mutter eine kindliche Badewannenszene nachstellen.**

Brillant und überzeugend hingegen „Voicemail“ von Eric Brehmer  (D) in der Kategorie Hochschule. Stefan wurde bei einer großen Boulevardzeitung als Karenzvertretung aufgenommen und soll den Fall einer nach einem Streit mit der Mutter verschwundenen Jugendlichen recherchieren. Er hackt ihren Handyzugang und hört ihre Anrufe ab, darunter die der verzweifelten Mutter. Die Polizei interpretiert das Abhören der Sprachnachrichten als Lebenszeichen der Tochter, statt nach der Leiche zu suchen. ****

In die Kategorie Animation fiel „Electrofly“ von Natalia Freitas (D), der durchaus innovativ war. **

„Am Ende der Wald“ von Felix Ahrens (D), Hochschule war ein 30 min- „Tatort“. Eine junge Polizistin erschießt einen Tschechen, der nach einer banalen Fahrzeugkontrolle flüchtet, sie vermutet in ihm einen Drogenkurier, doch er hatte nur keinen Führerschein und war betrunken. Sie bekommt Gewissensbisse und will sich bei der armen Bauernfamilie, aus der das Opfer stammt, entschuldigen. Dabei wird sie in dieselbe Lage wie er gelockt. *****

Bereits zur Oscar-Nomination schaffe es der russische Beitrag „We can´t live without cosmos“ von Konstantin Bronzit. Hart sind die Auswahlkriterien für die Kosmonauten. Zwei befreundete Kandidaten schaffen es, doch ein Unfall im Kosmos trennt die beiden vorübergehend. ***
Wenig berührt hat mich „The Fantastic Love of Beeboy and Flowergirl“ und „[Out of Fra]me“ (beide D, Hochschule).