Kategorie-Archiv: Festivalblogs

43.Iberoamerikanisches Festival von Huelva

LA NOVIA DEL DESIERTO (wörtlich: Die Braut der Wüste) aus Argentinien gewinnt den Goldenen Columbus.
Der deutsche Titel heisst „Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben“ – Der FKC zeigt den Film am 21. und 22. 2.2018

„Verónica“ (México) von Carlos Algara erhielt den Silbernen Columbus für den besten Spielfilm aus der Sektion junge Regisseure.
Der Publikumspreis ging an „Luna grande, un tango por García Lorca“

Den Silbernen Columbus für beste Regie und den Preis für die beste technisch-künstlerische Leistung errang der brasilianische Beitrag „Elis“

Unsere Korrespondenten Sarita und Ray, die in Huelva wohnen, haben das Festival für uns besucht und sie berichten ausführlich. Einerseits werden die Filme zweifellos immer besser, andererseits ist es abstossend, wie die Politiker sich bei der Gala benommen haben: sie wollten nur mit großen Stars abgelichtet werden und interessierten sich nicht im Geringsten für die Filme selbst.

Der ausführliche Bericht (teils in Spanisch, teils übersetzt)

 

 

 

13.TODD-AO 70mm Festival Karlsruhe 2017

Nach einer Pause im letzten Jahr besuchten wir wieder das weltberühmte 70mm- Festival in Karlsruhe. Neben alten Klassikern wie GRAND PRIX, die leider schon starken Farbschwund aufwiesen, gab es auch drei neue Filme im 70 mm Format, das immer noch schwärfere Bilder als das digitale Kino ermöglicht und deshalb ein gewisses Revival erlebt.
Der ausführliche Bericht ist hier

Alpinale 2017

Bildbericht von der 32. Alpinale Nenzing

Die Alpinale Nenzing wurde am Dienstag, 8.8. im Ramschwagsaal eröffnet. Das Wetter liess keine open-air Aufführung zu.
Am  Mittwoch, 9.8.17 wagte man es draussen die Filme vorzuführen. Zwar gab es dichte Wolken, aber es war relativ warm. Erst beim zweiten Film nach Pause regnete es etwas – rasch wurden Regen Ponchos verteilt und es konnte wieder weitergehen.
Ich war heuer selbst im Vorauswahl Team. Das lief so ab: wir sollten – möglichst zu dritt – die Links auf einer Liste von youtube und vimeo-Seiten abarbeiten.
Mein Team erstellte eine Punkteschema, das Inhalt (Drehbuch), Aussage, Regiearbeit, Kamera und Schauspiel mit 1 -5 bewertete, maximum also 25 Punkte. Die „Top 10“ jedes Teams wurden dann von den Festivalmachern nochmals gesichtet. So waren unsere Favoriten nicht dabei, aber drei unserer Vorschläge wuren genommen (Watu Wote,  Australien, In Ayas Augen).
Immerhin, was wir einellig ablehnten, blieb abgelehnt und wurde nicht nochmals von anderen gesichtet.
Am Dienstag überzeugte mich „Das verstehe ich nicht“ , ein kurzer Vorarlberg-Short zum Thema Essen-im-Müll und von den Animationsfilmen „Bene´s Horizon“. Der Rest war eher bedrückend, B-Movie-artig. Alle Filme waren handwerklich gut gemacht.
Am Samstag gab es – wieder Open Air am vollen Ramschwag-Platz – die Preisverleihung und Vorführung eines Kinder-Animationsfilms und der Siegerfilme

Die Preisträger der 32. ALPINALE 2017:
Bester Kurzfilm in der Kategorie “v-shorts”:
Für eine Handvoll Silber
Im Stil eines historischen Western überzeugte vor allem die Kameraarbeit.

Bester Kurzfilm International: SCHROOT
Die sprichwörtliche Liebe zum Auto wird hier aufs Korn genommen. SCHROOT von Anthony Van Roosendael (Belgien) zeigt eine Liebe zu einem alten Wagen, der verschrottet werden muss. Eine Liebe bis zum Tod!

Bester Kurzfilm Animation: TIS
TIS von Chloë Lesueur (Frankreich) brachte eine neue, einfache Idee in den Animationsfilm: aus Papier ausgeschnittene Figuren und ihre Entwicklung im Leben.

Bester Kurzfilm Hochschule: WATU WOTE
Der in Kenya gedrehte Film überzeugte durch die klar erzählte Handlung einer wahren Begebenheit und Solidarität über Religionsgrenzen hinweg.

Preis der Jury: CHILD von Iring Freytag und Viktor Stickel.
Die Art der Animation stellte gewisse Anforderungen an den Zuseher und überzeugte die Jury wohl mehr als das Publikum.

Publikumspreis
THE CHOP von Lewis Rose (GB). Halal? Koscher? What does it matter?
Einer der wenigen lustigen Filme des Festivals überzeugte durch intelligenten Witz und Handlung: ein wahrer Künstler von Fleischhauer, ein Jude, verliert in London seinen Job, verkleidet sich als Muslim und wird vom einer „halal-Metzgerei“ angestellt, er ist jedoch so schnell und geschickt, dass ihm alles verziehen wird, als der Schwindel auffliegt, auch der frühere Arbeitgeber kämpft wieder um ihn!

 

26. IFFI Innsbruck

Jiri Menzel bei der Tram-Oldtimerrausfahrt am 24.5.17

 Patrizia Ramos Hernández aus Kuba mit dem Film „El Techo“ im Gespräch mir mir. Der Kameramann des bolivianischen Films „Viejo Calavera“, Pablo Paniagua (re)  und ich beim Mittagessen.

Heute (28.5.17) ging das 26. Internationale Filmfestival Innsbruck zu Ende. Höhepunkte waren die Restrospektiven von Jiri Menzel, der persönlich anwesend war und von Filmen aus Kirgistan, die von Azita Okeev, der Tochter von Tolomus Okeev präsentiert wurden.
Im Wettbewerb stellten sich Internationale Spiel- und Dokumentarfilme, ferner gibt es den Südwind-Jugendpreis, den Publikumspreis sowie den Uni-Innsbruck-Kurzfilmpreis.

Hier mein Bericht: www.fkc.at/archiv/img17/26IFFI2017.pdf
Und hier Preisträger:

bzw. die Presseaussendung dazu

 

Crossing Europe Linz 2017

Hier ist nun der ausführliche Bericht vom 14. Crossing Europe Filmfestival Linz 2017:

http://archiv.fkc.at/img17/CE17Bericht.pdf

The Sun, the sun that blinded me (PL)
House of others (Geo, Rus, ES)
Sea Tomorrow (Kasachstan)
A Hole in the Head (SLO,CZ)
Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes (D)
Godless (BG)
Sámi Blood (Schweden, DK, N)
Dil Leyla (D)
Oberland Fontane (D)
Stranger in Paradise
Glory
Gülistan
u.a.

Bericht Festival Fribourg CH 2017

Unser Schriftführer hat auch heuer wieder das Internationale Filmfestival in Fribourg besucht. Hier sein Bericht über die Preisträger und die gesehenen Filme:

Diagonale Graz 2017

Zum 20. Mal in Graz stattgefunden – die Diagonale, das Festival des Österreichischen Films.

Hier ist jetzt mein Bericht von der Diagonale Graz mit 15 ausführlichen Filmkritiken und allen Preisen.
Der aktualisierte und korrigierte Bericht von der Diagonale Graz 2017 ist hier: (pdf)

Zusammenfassung:

Spielfilm-Preis Gewinner wurde Lukas Valentina Rinner „Die Liebhaberin“ (Los Descentes), der von einer einfachen Frau handelt, welche in einem durch Elektrozaun geschützten Reichenviertel von Buenos Aires putzt, dann aber die Seite wechselt. Denn dort befindet sich ein Nudistencamp. (Genaue Kritik siehe Saarbrücken-Bericht!)
Den Großen Dokumentarfilmpreis erhielt „Was uns bindet“, wo Ivette Löcker aus Berlin ihre Eltern im Lungau besucht, die seit fast 20 Jahren getrennte Schlafzimmer haben, ständig streiten, sich aber nicht geschieden haben. Der Dokumentarfilmpreis erging an „Die beste aller Welten“, wo aus aus Sicht eines Jungen die Welt der drogensüchtigen Mütter beschrieben wird.
Der in Saarbrücken beim Max-Ophüls -Preis mehrfach ausgezeichnete Film „Siebzehn“ wurde zwar gezeigt, ging aber leer aus.

Solothurner Filmtage 2017

Unser Schriftführer Urs Vokinger besuchte vom 29.-26. Januar 2017 die 52. Solothurner Filmtage und berichtet hier in Wort und Bild. Beachte die Links zu vielen Trailern in der pdf-Datei!

Hier ist sein Bericht!

38. Max Ophüls-Preis Saarbrücken

Breaking News: Österreich gewinnt den Max-Ophüls Preis und sahnt weitere Preise ab:
Bei der Preisverleihung am 28.1.17 in Saarbrücken errang der österreichische Film „Siebzehn“ von Monja Art den mit 36.000€ dotierten Max-Ophüls-Preis. Die Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch erhielt darüber hinaus den Preis für die beste Nachwuchsschauspielerin. Wir gratulieren!
Die Flüchtlingskomödie „Die Migrantigen“ von Arash errang den Publikumspreis. Mit „Wald der Echos“ von Maria Luz Olivares Capelle konnte sich in der Kategorie „Mittellanger Film“ ein weiterer Streifen aus Österreich gegen 13 Konkurrenten durchsetzen.

Alle Preisträgerfilme im Überblick

Langbericht vom Festival Max-Ophüls-Preis von Norbert Fink

Doc „Sühnhaus“ aus Österreich – zuvor brannte hier 1881 das Ringtheater ab….

 

Teil 2 – Festival Huelva 2016

(Kursive Texte sind aus dem Katalog frei übersetzt)

Sopladora de hojas (Der Laubbläser)
Sección Nuevos Realizadores – junge Regisseure

Regie: Alejandro Iglesias, Méxiko 2015/ 96 min., spanische OF
Drei Jugendliche suchen in einem Haufen Laub einen verlorenen Schlüssel. Ungewollt werden sie dabei mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert, bekennen schmerzhafte Wahrheiten, setzen sich Gefahren aus… Film in 9 Episoden, das Erstlingswerk des Regisseurs Alejandro Iglesias.
Der für eine Coming-Out-of-Age Geschichte eher langsame Film wäre ein toller Kurzfilm geworden, der etwas dünne Plot und die paar Witze reichten kaum für einen Spielfilm.
Der Film handelt von drei Jugendlichen reicher Eltern in einem guten Viertel von Ciudad de Mexico. Einer isst ständig, der andere raucht wie ein Schlot und der dritte hängt an seinen Kopfhörern. In einem Park, wo gerade Laub zu Haufen geschichtet wurde, verliert einer einen Schlüsselbund. Sie suchen nach einer möglichst wenig arbeitsintensiven Lösung, um ihn zu finden: Ein Metalldetektor? Ein Rechen? Das Laub verbrennen? Ein Laubbläser, der den schweren Schlüssel liegen lässt? – Jedenfalls hätten sie in der Zeit, die sie mit Diskutieren verschwendeten, längst mit einem Rechen alles durchsucht! Insektenstiche, Hundekot, ein korrupter Polizist und ein Begräbnis stören ihre Arbeit, pubertäre Sexfantasien bieten etwas Abwechslung.
** Von der Idee her OK, aber für einen Jugendfilm zu wenig turbulent.

Una noche de amor
Argentinien 2016, 90 Min., spanische OF; Regie: Hernán Guerschuny

Hernán Guerschuny präsentiert im Wettbewerb von Huelva „One Night of Love“ (Argentinien), eine Komödie über ein Paar und die Schwierigkeiten, die sich im Laufe der Ehe ergeben und somit eine Geschichte, mit der sich viele identifizieren können. Nachlassende Leidenschaft, Kommunikation, Routine, die Kinder, die Versuchung zur Untreue gehören zu den vielen Themen in diesem Film von den Autoren Sebastian Wainraich und Carla Peterson.
Es handelt sich um eine „Liebesnacht“, die für Wainraich (Leonel) und Peterson (Paola) besonders intensiv ist. Sie erleben in nur wenigen Stunden eine Reihe von Ereignissen und blicken auf ihre Ehe zurück. So erwies sich die  Geschichte, wie der Regisseur versichert hat, als „universeller als ich dachte.“ Daher die Herausforderung, dieses Projekt zu realisieren mit einigen universellen Themen, mit denen „ein Gleichgewicht zwischen dem Individuum und der Welt der Ehe gefunden werden kann“ so dass sich viele Menschen identifizieren können“ ohne in Klischees zu fallen.
In Argentinien hat es der Film geschafft, 220.000 Zuschauer ins Kino zu locken, und viele von ihnen haben in der Geschichte von Leonel und Paola sich selbst erkannt. „Meine Mutter ist Paar- Psychologin und mehrere Klienten  bestätigten dass es ihnen solches passiert ist“, sagte Guerschuny. Das ist das Beste, was einem als Regisseur passieren kann, dass dein Film eine soziale Tatsache wird, und helfen kann, Fragen aufzuwerfen“, sagt der Regisseur.
„One Night of Love“ ist die Geschichte von Leonel und Paola, die seit 12 Jahre verheiratet sind  und zwei Kinder haben. Er ist Schriftsteller, sie ist Psychologin und beide fühlen sich wohl mit ihrer Arbeit. Es ist ein Paar, das funktioniert: sie lieben ihre Kinder, ihre Kinder lieben sie, sie teilen Lebensstil und Interessen. Eines Nachts beschließen sie, allein auszugehen und die Kinder im Haus der Mutter von Leo schlafen zu lassen. Sie sind nicht allein in dieser Nacht: Ein „Sandler“ auf der Straße u.a. Subjekte der Nacht führen zu heftigen Diskussionen, in der Garage taucht die Nachbarin auf, die offenbar in ihn verliebt ist, und im Restaurant setzt sich ein anderes Paar zu ihnen, die eine andere Form von Ehe praktizieren. Man wird sehen, ob Leo und Paola Ihre Ehe zu ändern werden, oder ob sie so weitermachen wollen wie bisher, oder gar sich trennen.
Hernán Guerschuny wurde 1973 in Buenos Aires geboren.
Ein gut situiertes Akademiker-Ehepaar, das offenbar noch sexuell aktiv ist, möchte einmal ohne Kinder ausgehen. Während er auf dem Sofa wartet, bis sie sich geschminkt hat, erreicht sie die Nachricht, dass ihr befreundetes Ehepaar sich soeben getrennt haben. Vor kurzem schien noch alles in Ordnung. Sie fahren in die Stadt, das erste Restaurant gefällt ihr nicht, er muss vor ihr im Kampf gegen legale und illegale Parkwächter den Macho beweisen, sie provoziert ihn öfters, kauft einen Schwangerschaftstest, sie treffen Bekannte und irgendwie spielen sie mit dem Gedanken fremd zu gehen. Doch es bleibt beim Gedanken, sie fahren sogar noch bis nach Mar de Plata, wo jedoch eine Hurrican-Warnung ausgegeben wird.
*** Komödie über eine Ehe, die an der sexuellen Routine, den Kindern, der Arbeit etc. scheitern könnte.

PIZARRO
DOC, Regie: Simón Hernández Estrada; Kolumbien, 82 Min, spanische OF.
Dies ist eine Geschichte über die Last einer Familiengeschichte. María José, die Tochter eines kolumbianischen Guerrileros der Groppe M-19l erkennt, dass, egal wie weit sie wegzieht, dem Geist ihres Vaters nicht entkommen kann. Pizarro ist eine Ikone von Krieg und Frieden in Kolumbien. 20 Jahre nach seiner Ermordung, kehrt sie aus dem Exil nach Kolumbien zurück, um die Ursachen zu verstehen, die zu seiner Ermordung führten und entdeckt eine vergessene Geschichte in einem Land, welches durch Gewalt und Angst zum Schweigen gebracht wurde.

Carlos Pizarro Leongómez, geb 1951 in Cartagena, war Rechtsanwalt, Politiker und Freiheitskämpfer der Bewegung M-19 zwischen 1986 und 1990. Als Kind erlebte seine Tochter bei einem Urlaub auf Kuba die schönsten Tage ihres Lebens.
Die M-19 hatte 1974  bei einer sensationellen Aktion mehr als 5000 Waffen der Armee erbeutet und auch das Schwert von Simón Bolivar gestohlen. Sie definierte sich als Stadtguerilla, national, bolivarisch und sozialdemokratisch. Am 14.9. 1979 wurde er gefasst und drei Jahre eingesperrt.1982 unter Betancur amnestiert, setzte er seine Guerillakativitäten fort, nachdem es 1984 zu einer Gegenoffensive der Regierungstruppen kam, trotz eines Waffenstillstandes. Er wollte stets einen Friedensvertrag. Als er sich für die Verbrechen seiner Gruppe entschuldigte und eine demokratische Partei gründen konnte, wurde er während eines Inlandsfluges von Gerardo Gutierrez Uribe alias Jerry, ermordet. Bei dieser Wahlkampagne wurden noch zwei weitere Politiker ermordet. Der Generalstaatsanwalt bezeichnete jedoch den früheren Führer der AUC als Mörder.
2014,  im Zuge der aktuellen Friedensbemühungen, wurde sein Leichnam exhumiert, um feststellen zu können, mit welcher Waffe Pizarro erschossen wurde, was wohl hätte schon damals untersucht werden sollen.
*** eine wirklich unbekannte Geschichte aus den Anfängen des kolumbianischen Bürgerkrieges, handwerklich nicht immer perfekt gemacht.  Der Film gewann den Hauptpreis, den Goldenen Columbus.

LA COSA HUMANA
Regie:
Gerardo Chijona, Cuba – Perú 2015 / 85 min, spanische OmeU

Ein junger Delinquent, der Schriftsteller werden möchte, stiehlt ein Manuskript eines hervorragenden Erzählers, sein Meisterwerk. Der kleine Dieb, der dringend Geld braucht, verändert den Text etwas, und sendet die Geschichte an einen Wettbewerb. Ohne es zu wissen, werden der Dieb und der Schriftsteller zu Rivalen, beide kämpfen mit ihren eigenen Waffen um den Preis im Wettbewerb.

An sich originelle Kriminalkomödie aus Kuba. Diebe rauben einen Schrifsteller aus, stehlen Notebook und unter anderem auch sein handgeschriebenes Manuskript für das nächste Buch.
Er verändert es etwas durch seine Knasterfahrungen – wozu auch Schreibkurse für Häftlinge gehörten – und er gewinnt damit 5000€ bei einem Literaturwettbewerb, bei dem peinlicherweise der Bestohlene  in der Jury saß. Mit Hilfe einer sadomasochistisch veranlagten Polizistin decken sie den Fall auf und bringen den ausgezeichneten Literaten wieder hinter Gitter. Dort macht er wieder bei einem Literaturwettbewerb mit und gewinnt wieder, diesmal die Freiheit.
*** An sich gute Idee und gute Schauspieler wie Vladmir Cruz, doch irgendwie fehlte dem Film der nötige Schwung, auch die Musik war etwas monoton.

Tamara y la Catarina
Regie: Lucía Carreras, México / España (Andalusía) 2016, 107 min. Spanische OF.
Tamara und La Catarina ist die Geschichte einer Begegnung von zweier Einsamen im Zusammenhang von Ignoranz und Not in Mexiko-Stadt. Tamara, eine Frau mit geistiger Behinderung, nimmt ein Baby von einem Zeitungsständer ohne die Konsequenzen zu bedenken. Doña Meche, alte Frau, die in diesem Viertel lebt und die zu ihr eher eine gespannte Beziehung hat, wird schließlich in den Fall verwickelt. Der Versuch, das Kind zurück zubringen , ist nicht einfach. Eine außergewöhnliche Reise beginnt, und die Außenseiter der Gesellschaft werden eine starke und unlösbare Verbindung aufbauen, die wesentlich und notwendig für den Ausgang sein wird.

Exzellenter, fast neorealistischer andalusisch-mexikanischer Film um eine geistig behinderte Frau, die aus Einsamkeit ein unbeaufsichtigtes Baby stiehlt. Sie kann aber mit ihm nicht umgehen, weiß nicht wie man es füttert und wie man Windeln wechselt. Eine alte Frau, die eine Garküche betreibt, hilft ihr. Bei der Polizei ist am nächsten Tag kein Baby vermisst gemeldet und die Kinder im Waisenhaus werden so schlecht behandelt, dass sie es dort auch nicht abgeben wollen. Erst als ihnen diese „Katharina“ schon ans Herz gewachsen ist, haben sich die leiblichen Eltern bei der Polizei gemeldet.

**** In den Slums von Mexiko gedrehter Film in neorealistischem Stil  mit nur sehr wenig Dialogen über eine geistig behinderte Frau, die ein Kind „gestohlen hat“.  Er gewann mehrere Preise, u.a. zwei Columbus für die beiden Hauptdarstellerinnen und die Regie.

 California

Regie:Marina Person, Brasil/Portugal 2015/ 85 min. Portug. OF mit span. Ut

Sao Paulo, 1984. Estela verbringt eine schwierige Jugend. Sex, Liebe, Freundschaft … alles scheint kompliziert. Ihr Traum ist es, nach Kalifornien zu reisen, um ihren Onkel Carlos, ihr Idol zu treffen. Aber alles fällt auseinander, als er nach Brasilien zurück kehrt , dünn, schwach und krank. Zwischen Krisen und Entdeckungen, hat Estela sich einer Realität zu stellen, die für immer ihre Weltsicht verändern wird.

1984 – damals musste man Musik noch im Plattengeschäft auf Vinyl kaufen und man überspielte die Platten gegenseitig auf Compact-Cassette. Kaum hat die pubertierende Estela ihre erste Periode geht das intensive Liebesleben los, man schmust auf Parties und bald wird „das erste Mal“ passieren. Aber in jener Zeit tauchte auch eine neue mysteriöse Krankheit auf, die man AIDS nannte. Estela, die immer davon träumte mit dem Onkel Carlos durch Kalifornien zu reisen, muss erkennen, dass dieser schwul ist und AIDS sterben wird.
*** einfühlsame Coming-out-of-age Geschichte aus Brasilien mit der Musik der 80er Jahre.

Era el cielo (Es war der Himmel)

Regie: Marco Dutra, Brasil / Argentina / Urugay 2016, 102 min. / spanisch-portug. OF mit spUt – Thriller

Der Film „Es war der Himmel „(Brasilien, Argentinien), Regie Marco Dutra, der sich im Wettbewerb um den Goldenen Columbus bewirbt, ist geprägt von Stille und Angst,  Rache und Gewalt.

Der Film basiert auf dem Roman von Sergio Bizzio ‚Es war der Himmel „und wurde in Uruguay gefilmt, mischt Dramitik und Spannung, sie wird intensiviert durch die Stimmen der Hauptfiguren, gespielt von Leonardo Sbaraglia und Carolina Dieckmann.

Der Schauspieler Chino Darin, erklärte in Huelv: „Für mich war es eine wahre Freude an einem Film wie diesem mitzuarbeiten, in dem wir die Angst reflektieren und wie sie sich auf uns Menschen auswirkt.“

Nach einem schrecklichen Verbrechen scheinen die Protagonisten nur noch in der Lage zu sein mit Pflanzen zu kommunizieren. Dies erinnert an die ersten Zombie-Filme und das Cinema Noir der 50er Jahre.

„Für mich ist es eine sehr angenehme Überraschung ist, dass dieser Film hier sein Europa-Debüt feiert, obwohl es nicht leicht ist mit diesem Thriller bei einem renommierten Festival aufgenommen zu werden.  sagte Darin.

Der Film ist dritte Arbeit des Regisseurs Marco Dutra  Sein erster Spielfilm, „Trabalhar Cansa“ hatte seine Weltpremiere in der Sektion „Un Certain Regard in Cannes. „Cuando Eu Era Vivo“ wurde auf dem Filmfestival von Rom ausgezeichnet.

Nachdem Diana das Opfer einer Vergewaltigung im eigenen Hause wurde, entscheidet sie sich das Trauma geheim zu halten. Mario, ihr Mann, hat auch etwas zu verbergen. Die Stille, die das Ehepaar umgibt verwandelt sich nach einigen Tagen in eine Form von Gewalt.

Exzellenter Thriller, gedreht in Urugay. Diana wird in ihrem eigenen Haus von zwei Männern vergewaltigt, als gerade Mario, ihr Mann nach Hause kommt. Dieser will ihr helfen, aber wie? Mit einem Stein, mit einer großen Schere? Bevor er eingreifen kann fliehen die Täter. Er holt dennoch die Kinder von der Schule ab. Als er heim kommt, lässt sich Diana nichts anmerken. Sie reagiert zwar mit Waschzwang, Schlaflosigkeit und Alpträumen, behält das Trauma aber für sich und meldet es auch nicht der Polizei. Mario beginnt deshalb selbst nach den Tätern zu suchen und findet einen im Sohn der Besitzerin eines Gartencenters, der Diana offenbar Kakteen zugestellt hat. Aber Diana muss auch den anderen Tätern schon vorher gut gekannt haben.
Mario greift zur Selbstjustiz, vergiftet den ersten und erschlägt den zweiten Mann. Indes beobachtet nun Diana ihn und er tut als nichts gewesen wäre. Damit behalten beide ihre Geheimnisse für sich. Der Titel des Film beruft sich auf die Therapie von Marios Flugangst, bei der ein Psychologe feststellt, er habe nicht Angst vor Flugzeugen, sondern „vor dem Himmel“.

**** Superspannender Thriller um eine Vergewaltigung und nachfolgende Selbstjustiz. Hier ging ein Silberner Kolumbus an den männlichen Hauptdarsteller.

Me dicen Cuba (Man nennt mich Kuba)

Regie: Pablo Massip,Cuba, Venezuela 2014, 60 min., spanische OF

Von allen Künsten ist die Musik die einzige, die nicht exisitiert. Es gibt sie nur im Geist und der Phantasie des Menschen. Musik beginnt, wo Worte enden.

Mit diesem Gedanken des Lehrers, Musikers und, Komponisten  Sergio Vitier beginnt  der Film, „Man nennt mich Kuba“, ein Dokumentarfilm, der eine kurze Zusammenfassung der Gedanken der Elite der kubanischen Musik, die sich vor allem auf universelle Werte wie: Was ist mein Vaterland  ist, die Familie, die Musik, die Liebe, die Freundschaft, Heldentum und Frieden u.a. Obwohl diese Werte typisch kubanisch sein mögen, sind sie gleichzeitig auch  universell.

** Dokumentarfilm über die Bedeutung der Musik für die Kubaner, von der Klassik bis zum Jazz, von Sakralmusik bis Folklore. Garniert mit netten Bildern aus Havanna. Etwas überraschte die konservative Grundhaltung, mit der traditionelle Werte wie Vaterland und Familie hochgehalten werden. Es gibt viel Musik aus allen Richtungen und man sieht die Aufnahmen in einem modernen Tonstudio. Am Schluss folgt ein politisches Plädoyer für die fünf in den USA inhaftierten Kubaner, die inzwischen freigelassen wurden.

 Offizielle Kurzfilme:
Los cuerpos flotantes
Michelle Gualda, Argentina 2015/ 11 min.
Eine abgenutzte Beziehung erreicht ihren Höhepunkt , als die dramatische Pepi eine Überraschungsparty für Eva organisiert, ihre (lesbische) Partnerin.
# schrecklicher Kurzfilm!

O sinaleiro – Der Bahnwächter
Regie: Daniel Augusto,  Brasil 2016/ 15 min –Fantasy
Die Alltagsroutine eines Eisenbahnwächters wird von seltsamen Ereignissen unterbrochen. Sind es Halluzinationen oder übernatürliche Ereignisse? Kurzfilm nach einer Erzählung von Charles Dickens.

**** sehr gut gemachter Kurzfilm um einen alten Bahnwächter, der plötzlich seltsames erlebt, einen Hautausschlag bekommt und tragisch endet.

Los kaotikos – Die Chaoten
Regie: Mauricio Leiva Cock, Colombia 2016/ 15 min – SF
Zum 18. Geburtstag soll der Anführer der Rebellengruppe “Die Chaoten” als letzten Auftrag ein Baby aus der Welt der Erwachsenen stehlen. **

Timecode
Regie: Juanjo Giménez, España 2016/ 15 min, Ficción
Luna und Diego sind Sicherheitspersonal auf einem Parkplatz, Luna arbeitet am Tag, Diego in der Nacht. Als ein neuer Mann eingestellt wird und ihm die Überwachungsvideos erklärt werden, entdecken sie das tänzerische Können der beiden anderen.**

Palabras de caramelo
Regie: Juan Antonio Moreno Amador, España 2016, 20 min; Drama, Scope, dolby atmos
In einem Flüchtlingslager in der Sahara lebt ein taubes Kind, das schreiben lernen will. Willkommen in der stillen Welt von Kori und seiner besten Freundin, dem Kamel „Karamellbonbon“.
***Traurige Geschichte aus dem Flüchtlingslager in Algerien. Ein gehörloses Kind bittet darum Schreiben lernen zu dürfen. Es wächst mit einem neugeborenem Kamel auf, das aus Hunger eines Tages geschlachtet werden muss.

Down the Wire
Juan Carlos Mostaza, España 2016/ 13 min.
Irgendwo in einer Welt, die von Menschen aus Draht bevölkertcist, kommt ein Fremder in ein verlassenes Dorf, in dem die einzigen Bewohner ein Mann und seine Tochter sind…
*** Sehr kreative Idee, bei der durch einfachste Bewegungen komplexe Gesten dargestellt werden.

El jardín de las delicias – (Der Garten der Lüste)
Alejandro García Caballero, México 2016/ 7 min.
Im Garten der Lüste, entdeckt ein Besucher aus der Unterwelt, dass Farbe und Wahnsinn genügen, um ein eigenes Universum zu schaffen.
** Phantasievoll gezeichneter Animationsfilm.

Un billete a Nunca Jamás – (ein Ticket nach Nirgendwo)
Jorge Naranjo, España 2016, 15 min.

Rosario hat für ihre Familie die Hälfte ihres Lebens aufopferungsvoll verbrachte. Als am Heiligen Abend die Tochter Alice unerwartet dazukommt, vervielfacht sich ihre Arbeit. Niemand hilft ihr, ihre Kinder richten ihr einen Facebook Account ein und schon meldet sich ein Argentinier. Sie muss auch von der verstorbenen Mutter einen Mantel von der Reinigung abholen. Darin befand sich ein Lottoschein. Sie erfährt im Fernsehen, dass dieser in der Lotterie gewonnen hat und will dies der Familie mitteilen, doch diese meint, sie wolle sicherlich sagen, sie habe den Truthahn vergiftet. Nun bewahrt sie das Geheimnis für sich und fliegt mit dem Geld nach Argentinien.
**** heitere Geschichte um soziale Medien.

Und so urteilte die Jury:

Der kolumbianische Dokumentarfilm „Pizarro“ (Kolumbien, 2016) unter der Regie von Simon Hernandez, hat den Goldenen Columbus  der 42. Ausgabe des lateinamerikanischen Filmfestival von Huelva gewonnen. Die Jury bestand aus dem kubanischen Schauspieler Vladimir Cruz (als Präsident), der Schauspielerin Ana Fernandez, dem Filmkritiker Joel Poblete, Filmemacher und Direktor des Guadalajara Film Festival (Mexiko), Iván Trujillo; und Produzent Marta Velasco. Der Dokumentarfilm über die Anfänge des Bürgerkrieges in Kolumbien reflektiere die aktuelle Realität Lateinamerikas. Erstmals wurden Docs im Wettbewerb von Huelva zugelassen.

‚Esteban‘, der Debütfilm des kubanischen Regisseurs Jonal Cosculluela, erhielt den Spezialpreis der Jury und den Publikumspreis für den besten Spielfilm.
Der Silberne Columbus für die beste Regie ging an “Tamara und Catarina aus Mexiko, deren beide Hauptdarstellerinnen, Angel Cruz und Angelina Perez erhielten Silberne Columbi als beste weibliche Darstellerinnen.

Ein Silberner Columbus für den besten Schauspieler ging an Leonardo Sbaraglia, für seine Leistung in dem Film Era el cielo / Es war der Himmel“ (Brasilien / Argentinien, 2016) unter der Regie von Marco Dutra, dank seiner „Fähigkeit, sich in einen komplexen Charakter zu vertiefen“

Schließlich hat die Jury einen weiteren Silbernen Columbus für die technisch-künstlerische Umsetzung an die Dokumentation Cinema Novo (Brasilien, 2016) verliehen, unter der Regie von Eryk Rocha „, der leidenschaftlich und poetisch eine Film-Bewegung und eine Schlüsselperiode in der Geschichte der lateinamerikanischen- und Weltkinos portraitierte.

Sektion Neue Filmemacher und Kurzfilme:
Den Kurzfilmpreis gewann „Down to the Wire“ (Spanien, 2016) unter der Regie von Juan Carlos Mostaza; der Publikumspreis ging an „Una Sirena del Rio“, der Spezialpreis der Jury an „Inexistentes“ u. während der Film Somos Lengua ‚(Mexiko / Dominikanische Republik, 2016), als bester Film der Sektion Junge Regisseure ausgezeichnet wurde.

13 weitere Parallel-Preise durch weitere Institutionen wurden vergeben. Dabei wurde besonders „Tamara und Catarina“ mehrfach ausgezeichnet. Auch „Esteban“ erhielt  den Preis für den Besten Soundtrack Die Insassen des Gefängnisses der Provinz von Huelva verliehen den Freedom Award für den besten Spielfilm an den Film Malcriados (Kolumbien / Argentinien, 2016) von Felipe Martinez.