Ballon

Ballon

Regie: Michael Bully Herbig
D 2018, 125 Min, Cinemascope
Ohne Zweifel ist der Film sehr spannend, obwohl man weiß, dass die Flucht in den Westen
mit einem selbst zusammengenähten Heißluftballon einmal wirklich gelang. Besondere Gründe für die Flucht hatten diese DDR-Bürger eigentlich nicht, es fehlte ihnen eigentlich an nichts, sie hatten Freunde, ein Auto, Fernseher, Stereo-Anlage und Westfernsehen. Bleibt also ein ominöser Freiheitsbegriff.
Beim ersten Mal geht die Flucht schief und sie landen 300m vor der Grenze, danach leben sie ständig in Angst entdeckt zu werden, weil die Frau auch ein Medikament verloren hatte, das sie identifizierbar machte. In letzter Minute vor der Entdeckung durch die Stasi ist der Wind günstig und sie wagen es noch einmal, haben aus Fehlern gelernt.
Beim zweiten Mal geht ihnen – zum Glück – genau dann das Gas für den Brenner des Ballons aus, als sie ein Hubschrauber schon gesichtet hatte, ohne diese Flamme bleibt in der Nacht der Ballon aber unsichtbar. Diesmal landeten sie wenige Meter hinter der Grenze.

Immerhin, ein Stasi Mann wundert sich über den Aufwand der betrieben werde, um das schwere Verbrechen der Republikflucht zu machen und hinterfragt scheinbar, warum man nicht froh sei, diese Verräter los zu sein. Ansonsten ist der Film ziemlich unpolitisch, wäre nicht eine Flucht aus einem Land immer eine Kritik an diesem. Die Walt Disney Company verfilmte das Ganze als „Mit dem Wind nach Westen“, obwohl sie auf Nordwind warteten, um von Sachsen Richtung Süden nach Bayern zu kommen. Heute wollen gewisse Kreise das verhindern, was sie damals bejubelt haben und mit ähnlichen martialischen Methoden die Flucht zu uns in den Westen verhindern. Allerdings sind es heute ganz andere Menschen.

*** Detailgetreuer und sehr spannender Film über die spektakuläre Flucht mit einem Heißluftballon aus der DDR im Sommer 1979.

Inhalt und weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Ballon_(Film)

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