Archiv für den Autor: Norbert Fink

FIFF – Fribourg 2018

Vom 16. bis 24.3.18 fand im Schweizerischen Fribourg das Internationale  Filmfestival statt, das auf Filme aus Ländern des Südens und Ostens spezialisiert ist – ähnlich wie Innsbruck.
Urs war für den FKC dort und berichtet hier ausführlich: Bitte Links zu Trailern beachten!
http://www.fkc.at/archiv/img18/FIFF2018.pdf

Solothurner Filmtage 2018

Unser Schriftführer Urs Vokinger war drei Tage in Solothurn und schaffte 10 Filmvorführungen! Hier ist sein Bericht!

Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde
GB 2017, 121 Min, Regie: Joe Wright
gesehen in DF
Es geht in diesem kammerspielartigen Film um die Persönlichkeit Winston Churchills. 1940 ist er der einzige Konservative, der auch von der Opposition akzeptiert und so vom König zum Premierminister ernannt wird. Er ist keine einfache Person, in der eigenen Partei ein Außenseiter, trinkt und raucht gerne und viel, braust manchmal auf, hat aber trotz rauer Schale das Herz am richtigen Fleck.
Eigentlich wollen die meisten Politiker nach dem Einmarsch Hitlers in Belgien Mussolini um Vermittlung zu einem Friedensvertrag bitten, doch Churchill ist strikt dagegen, mit dem Diktator zu verhandeln und will bis zum Sieg kämpfen. Die Ausgangslage dazu ist nach der Einkesselung der Truppen in Dünkirchen alles andere als rosig, Hitlers Wehrmacht scheint in allem überlegen zu sein, die Amerikaner wollen (noch) neutral bleiben und die Armee ist einem desolaten Zustand. Außerdem wird Churchill angelastet, im Ersten Weltkrieg Schuld am Desaster von Gallipoli zu sein. So kommt er auf die glorreiche Idee, die eingeschlossenen Truppen in Dünkirchen mit zivilen Booten zu retten, was bekanntlich gelungen ist (vgl. den Film „Dünkirchen“). Churchill ist freilich ein begnadeter Redner und so büxt er einmal von seinem Dienstwagen aus, um erstmals in seinem Leben mit der U-Bahn zu fahren, wo er die Meinung der normalen Bevölkerung hören will, die ihn in seinen Ansichten bestärkt, gegen Hitler zu kämpfen. Diese Szene ist freilich Fiktion. Der Rest ist Geschichte.
**** Brillant gespielt von Gary Oldman ist der Historienfilm trotz einer gewissen Wortlastigkeit nie langweilig!

Max-Ophüls-Preis Saarbrücken 2018

Bildbericht und Kritik aller gesehenen Filme von Norbert Fink, Langfassung, pdf, 1,92 MB

MOP Saarbücken 2018 – Die Preise
Sieger war „Landrauschen“ aus Deutschland, der österr. Film „Cops“ erhielt drei Preise, die schweizer Überraschung „Blue my mind“ erhielt den Regiepreis.
Hier im Detail:

Publikumspreis Kurzfilm: „Entschuldigung, ich such den Tennisraum und meine Freundin“ (A,D,S)
Jurypreis Kurzfilm: Sacrilège, CH, F
Bester Mittellanger Film: Bester Mann, Florian Forsch, D, A
Publikumspreis Mittellang: Endling

Dokumentarfilmpreise:
Beste Musik im Doc: Germania
Bester Doc: Global Family, Andreas Köhler, D
Übrigens: nächstes Jahr soll es auch einenDOC-Publikumspreis geben!

SPIELFILMPREISE:
Preis der dt/f Jugendjury : Draussen in meinem Kopf
Oekumenische Jury: Landrauschen
Publikumspreis: COPS , A
Drehbuchpreis: Landrauschen
Beste Nebenrolle: Anna Suk in COPS, A
Beste Hauptrolle:  Loane Balthasar in  „Sarah spielt einen Werwolf“
Gesellschaftlich relevantester Film: COPS, A,
MOP Beste Regie: (nur deutsche UA) BLUE MY MIND, Lisa Brühlmann, CH
MOP Bester Film: (36.000€) – LANDRAUSCHEN

Bericht vom Festival von Norbert Fink
Mit der Deutschlandpremiere des packenden Dramas DER HAUPTMANN eröffnete am Montag, den 22. Januar 2018, das 39. Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken. „Das filmästhetisch wie inhaltlich beeindruckende Werk von Robert Schwentke legt Mechanismen des Nationalsozialismus in selten gesehener Konsequenz offen. Das Filmfestival Max Ophüls Preis trägt damit gerade in Zeiten des politischen Werteverfalls auch seinem Namensgeber Rechnung“.
Ehrengast ist dieses Jahr Mario Adorf, dem auch eine kleine Retrospektive gewidmet ist. Die Ehrenpreisträgerin des Jahres 2018 ist Doris Dörrie, vier ihrer Filme werden gezeigt.
Der Max-Ophüls-Preis gilt als bedeutendstes Filmfestival für junge FilmacherInnen aus dem deutschsprachigen Raum von Luxemburg bis Südtirol. Preise werden u.a. für die besten Langspielfilme, Langdokumentarfilme, Mittellang- und Kurzfilme vergeben.


Aus dem Nichts

Aus dem Nichts

Fatih Akim, D/F 2017, Cinemascope, 106 Min, Gesehen in DF

Diane Kruger, Cannes 2017, Beste Darstellerin

Nachdem uns eine Patchwork-Familie mit kleinen menschlichen Fehlern gezeigt wurde, werden wir Zeuge des Bombenanschlags, welche den Mann und das gemeinsame Kind der Familie Şekerci getötet hat. Katja und Nuri haben im Gefängnis geheiratet. Aus Verzweiflung über den Tod Nuris und des Sohnes nimmt sie Drogen, um den Schmerz zu betäuben. Diese findet die Polizei auch bei ihr, was ihr zum Verhängnis wird.
Beim Prozess kommt es überraschend zu einem Freispruch, dem gewieften Anwalt der Neonazis gelingt es, zumindest Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen des Opfers zu wecken und so „im Zweifel für den Angeklagten“ gelten zu lassen. Da bleibt für das Opfer, brillant dargestellt durch Diane Kruger, nur noch die Selbstjustiz. Sie reist nach Griechenland, wo Mitglieder der Neuen Morgenröte ein falsches Alibi für die Täter bereitstellten.
Die Bilder sind anfangs sehr hart und dunkel, gegen Ende jedoch hell und bunt.
Der Film nimmt direkten Bezug auf den NSU und Beate Zschäpe.

Regisseur Fatih Akim ist wütend darüber, dass die rechtsextreme Terrorzelle NSU neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen hat, Polizei wie Presse aber nicht von rassistischen Motiven ausgingen, sondern die Täter jahrelang im Umfeld der überwiegend türkischstämmigen Opfer suchten und etwa Racheakte oder Mafia-Verbindungen vermuteten.

***1/2 Durchgehend spannend, nur mit wenigen Längen, wird eine fiktive Geschichte erzählt, die nach dem Zschäpe-Prozess so hätte stattfinden können.

Die Unsichtbaren – wir wollen leben

Die Unsichtbaren – wir wollen leben

Regie: Claus Räfle, D 2017, 110 Min, Cinemascope, gesehen in dt. OF.

Das „Doku-Drama“ – dokumentarische Aufnahmen werden mit nachgespielten Spielfilmszenen ergänzt – zeigt einen auch mir einen bisher wenig bekannten Aspekt des Holocaust. Statt sich in den Osten umsiedeln zu lassen, sprich vergast zu werden, flüchteten allein in Berlin mindestens 5000 in die Illegalität, 1500 davon überlebten. Dabei halfen aus unterschiedlichsten Motiven auch Deutsche, Kommunisten, Nazigegner, Nachbarn aber auch Unbekannte.
Der Film ist sehr spannend, obwohl wir anhand der Interviews mit vier Personen, die übrigens für andere Dokumentationen aufgenommen wurden, folgern können, dass sie überlebt haben. In sehr einfühlsam gemachten Rückblenden werden die wahren Begebenheiten nachgespielt. Da ist einmal Cioma Schönhaus, der als Passfälscher gut verdient und in einem ungenutzten Lager der afghanischen Botschaft unbehelligt arbeiten kann. Aber kleine Schlampereien kosten ihm fast den Kopf. Hanny Lévy lässt sich ihre dunklen Haare blond färben. Mit ihren grünen Augen und als Blondine passt sie nicht in das Klischee der dunkelhaarigen, braunäugigen Jüdin und fühlt sich gut gekleidet auf dem Kurfürstendamm sicher. Im Kino spricht sie ein Mann an, der möchte, dass sie mit ihrer ebenfalls sehr einsamen Mutter, der Kinokassiererin, spricht. Eugen Friede versucht es mit einer anderen List, er gibt sich als Ausgebombter aus, für den es unbürokratisch Gästezimmer gibt. Ganz in die Höhle des Löwen gerät Ruth Arndt, die sich als Kriegswitwe tarnt und bei einem hochrangigen Wehrmachtsoffizier das Hausmädchen wird, dort bekommt sie wenigstens gut zu essen. Alle müssen aber immer wieder ihre Zufluchtsorte wechseln.
Als Zuschauer schrecken wir auf, wenn es an der Türe läutet oder klopft, ist es die Gestapo? Wir nehmen aber auch an den kleinen Freuden des Lebens teil und der zwiespältigen Haltung zu den Bombern, die Berlin in Schutt und Asche legen. Für die Illegalen gibt es keine Schutzbunker, andererseits hoffen sie, dass dadurch der Krieg bald zu Ende sein möge.

***** ein selten spannendes und hervorragend geschnittenes „Doku-Drama“ über Jüdinnen und Juden, denen es auch nach 1943 gelang in Berlin unterzutauchen und so dem Holocaust zu entgehen.

43.Iberoamerikanisches Festival von Huelva

LA NOVIA DEL DESIERTO (wörtlich: Die Braut der Wüste) aus Argentinien gewinnt den Goldenen Columbus.
Der deutsche Titel heisst „Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben“ – Der FKC zeigt den Film am 21. und 22. 2.2018

„Verónica“ (México) von Carlos Algara erhielt den Silbernen Columbus für den besten Spielfilm aus der Sektion junge Regisseure.
Der Publikumspreis ging an „Luna grande, un tango por García Lorca“

Den Silbernen Columbus für beste Regie und den Preis für die beste technisch-künstlerische Leistung errang der brasilianische Beitrag „Elis“

Unsere Korrespondenten Sarita und Ray, die in Huelva wohnen, haben das Festival für uns besucht und sie berichten ausführlich. Einerseits werden die Filme zweifellos immer besser, andererseits ist es abstossend, wie die Politiker sich bei der Gala benommen haben: sie wollten nur mit großen Stars abgelichtet werden und interessierten sich nicht im Geringsten für die Filme selbst.

Der ausführliche Bericht (teils in Spanisch, teils übersetzt)

 

 

 

Gauguin

Gauguin


F 2017, Cinemascope, 101 min, gesehen in DF

Regie: Edouard Deluc , Darsteller: Vincent Cassel ,

Der französische Regisseur Deluc reiht mosaikartig viele Momente aus dem Leben des berühmten Malers der frühen Moderne aneinander. Mit der Wahrheit nimmt er es nicht so genau, wenn man den Film mit Wikipedia u.a. Biografien vergleicht.
Im Film sehen wir einen verarmten Maler, der von seiner Frau und seinen fünf Kindern in seiner winzigen, verschmutzten Wohnung besucht wird. (Er war keineswegs immer arm, sondern anfangs ein wohlhabender Banker.)

Eigentlich wollte seine Familie nach Polynesien mitkommen, doch es wird der Abschied werden, seine Frau zieht wieder nach Dänemark. Gauguin fühlt sich missverstanden und von der christlichen Moral unterdrückt. In Tahiti 1891 angekommen, erhofft er sich ein einfaches, schönes, glückliches Leben, das wenig kostet.

Dort angekommen, bekommt er eine wesentlich jüngere Frau, Tahura, die ihm Modell steht, die er aber kaum ernähren kann. Ein junger Einheimischer kopiert nicht nur seine Werke und verkauft sie wesentlich erfolgreicher als er selbst an die Weissen, er schläft auch insgeheim mit Tahura, was natürlich zu Konflikten führt. Im Film ist Tahura eine starke Frau, in Wahrheit waren lt. SZ alle Mädchen Gauguins erst 14 Jahre alt.
Enttäuscht ist er jedoch davon, dass die Missionierung auch hier voranschreitet und Kirchen und Missionare die Ursprünglichkeit der Menschen verderben und sie in weißen Kleidern herumlaufen sollen. Er freilich hat sich das einfache Leben auch problemloser vorgestellt, er scheitert kläglich beim Fischen (köstlich die Kintop-artige Szene). Gauguin malt nicht die Realität, die er vorfindet, sondern jenes tropische Paradies, das er sich erträumte und stößt damit auf Unverständnis.

Doch er ist krank. Im Film soll es die „Diabetes“ sein (lt Wikipedia war es die Syphilis).
Er muss sich als Hafenarbeiter beim Löschen der Fracht verdingen, um nicht zu verhungern, fährt auf Anraten seines Arztes zur Behandlung nach Frankreich, kehrt wieder zurück, ohne Tahura nochmals zu sehen und stirbt dann 1903 in Atuona.

Das schönste am Film sind sicher die Landschaftsaufnahmen von tropischen Paradiesen und einige starke Szenen mit den Einheimischen und seiner Tahura. Dramaturgisch ist der Film wenig geglückt, er führt neue Personen ein, ohne sie näher vorzustellen oder sie entwickeln zu lassen. Auch Gauguins künstlerische Entwicklung und Motivation wird nicht näher erklärt.

**Somit hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck. Sicher, Vincent Cassel spielt Gauguin gut und auch die Tahura ist sorgsam ausgesucht.

Happy End

Happy End

Michael Haneke, F/A/D 2017, 107 Min, gesehen in DF

Der Regiestar des österreichischen Films, Michael Haneke, drehte seinem typischen Stil getreu diesen Film über die französische Unternehmerfamilie Laurent in Calais und beobachtete sie präzise.
Patriarch Georges ist schon etwas altersdement, blickt aber gut auf sein Leben zurück. Pierre Sohn seiner Tochter Anne, der die Geschäfte übernehmen soll, ist dazu weder willens noch fähig. So springt Anne ein, die mit einem englischen Geschäftsfreund eine persönliche Beziehung eingeht. Als auf einer Baustelle ein Unfall passiert, soll die Firma verkauft werden. Georges Sohn Thomas ist Arzt und gerade Vater geworden, außerdem hat er eine Affäre mit einer Musikerin. Seine 13-jährige Tochter aus erster Ehe, Eve, gerade in den Palast der Familie eingezogen, kommt hinter das Doppelleben ihres Vaters. Georges vertraut seiner Enkelin Eve an, dass er seiner Frau beim Sterben behilflich war.
Hinter aller bürgerlichen Verlogenheit steht mehrfache suizidale Todessehnsucht: Georges fährt bewusst in der Nacht gegen einen Baum, landet aber „nur“ im Rollstuhl. Auch die sensible 13 Jährige Enkelin Eve, äußerlich noch ziemlich kindlich, will sich vergiften und geht mit ihm ein morbides Bündnis ein. Zum Schluss kommen auch noch Asylanten in das Spiel, doch diese Szenen wirken irgendwie unnötig und zeigen höchstens den hilflosen Umgang mit diesem zeitlichen Phänomen.

*** Es dauert etwas, bis der Film spannend wird, doch es lohnt sich, die SchauspielerInnen sind allesamt brillant. Ein typischer, aber nicht der beste Haneke-Film.

On the milky road

On the milky road
NA MLIJEČNOM PUTU

Emir Kuisturica, Serbien/Mexiko/USA/Großbritannien 2016; 125 Min,
Cinemascope . Gesehen im OmU.

Frühling im Bosnien-Krieg: Ein Milchmann überquert jeden Tag auf einem Esel die Frontlinie zwischen den Konfliktparteien, um seine Ware an die Frau zu bringen. Doch dann taucht eine rätselhafte Italienerin auf und stellt sein Leben auf den Kopf – eine stürmische, verbotene Liebschaft beginnt, die beide in abenteuerliche Ver­wick­lungen stürzt. Das Schicksal hat sie zusammengebracht, und nichts und niemand kann sie stoppen. (Leokino).
Der Titel des Films bezieht sich also auf den Weg des Milchmannes.

Man darf von dem Film keine historisch exakte Aufarbeitung von Kriegsereignissen aus dem Bosnien-Krieg erwarten, vielmehr ist der teils surreale Film symbolisch und allegorisch zu betrachten – und vor allem zu genießen. Denn wie von Kusturica gewohnt, jagt eine brillante, witzige Bildidee die nächste und auch fetzige Balkanmusik ist viel zu hören.

Kusturica spielt selbst den Milchmann, der mit einem Esel Milch vom Hof über die Fronten transportiert. Seine Freunde sind ein Falke und eine Schlange, der er Milch zu trinken gibt, sie revanchiert sich damit, dass sie sein Leben rettet. Er ist aber auch Musiker, spielt Zimbal, und verzaubert so die Frauen. Milena, eine Turnkünstlerin und eine Braut werben um ihn. Eigentlich wollen sie eine Doppelhochzeit machen und er hätte Milena heiraten sollen, doch es kommt anders. „Die Braut“ wurde nämlich von einem SFOR-General aus einem Kriegsgefangenenlager geholt und in seinem Haushalt eingesperrt.
Sie sagt gegen ihn aus und er kommt 3 Jahre ins Gefängnis. Die schöne Braut wird inzwischen befreit und in dieses verschlafene Nest an der Front und einer ehem. österr.-ungar. Bahnlinie gebracht. Doch als der General wieder frei kommt, rächt er sich mit NATO-Hightech Soldaten und einem Hubschrauber, der die Braut wieder zum General bringen soll. Tot oder lebendig.
Nun flüchten und kämpfen die beiden gegen die Übermacht, es kommt zu einer atemberaubenden Verfolgungsjagd. Als sie sich mitten einer Schafherde verstecken, geraten sie in einen Minenfeld. Ohne Happyend.

Der Film strahlt Sehnsucht nach Frieden aus, aber auch eine gewisse Wut auf die NATO. Fazit: Liebe ist auch unter Bombenhagel möglich!

**** ein turbulenter Film voller irrer Szenen!