FKC - Spezial:
Thema Auswanderung -
nicht nur aus Anlass des Filmes "Nuovomundo"
ein Kurzbesuch in Hamburg führte mich auf den letzten
funktionstüchtigen Stückgutfrachter "Cap San Diego", auf dem auch eine
Ausstellung über die Auswanderer zu sehen war.
Zuerst war Bremen ein Zentrum der Auswanderer, später auch Hamburg. Daran
verdienten neben den Reedereien und der Bahn auch die Stadt.
Quarantäne vor und nach der lange Reise
Die deutsche Hapag errichtete in Veddel bei Hamburg ein richtiges Dorf für die
Auswanderungswilligen. Dort wurden sie zuerst gereinigt und desinfiziert,
medizinisch untersucht und mussten dann 14 Tage in Quarantäne verbringen.
Geworben wurde mit gutem Essen und weiß gedeckten Tischen, die Unterkünfte waren
weniger luxuriös, aber sauber. Angereist wurde mit der Bahn. Jüdischen
Auswanderern bot die Hapag sogar koscheres Essen an.

Die eigentliche Überfahrt erfolgte auf dem Zwischendeck. Das große Geld
verdiente die Hapag in Wahrheit mit diesen Passagieren, nicht mit den wenigen,
die sich die 1. oder 2. Kl. leisten konnten.
Zwischendeck für Auswanderer
In den USA angekommen, konnten die zahlunsgkräftigen Passagiere 1. und 2. Kl.
in Manhatten aussteigen, die große Masse der 3. Kl. wurde auf Ellis Island
interniert und umfangreichen Tests unterworfen. Sie wurden medizinisch und auch
psychologisch getestet - mit den ersten Intelligenztests sollte verhindert
werden, dass sich die "Dummen" in den USA überproportional verbreiten. Die
Prozedur ging mehrere Tage und wurde als recht demütigend empfunden.
Ellis Island
Links:
Auswanderung in Wikipedia
Ellis Island in Wikipedia
Cap San Diego (Hamburg)
Von 1834 bis 1920 verließen über fünf Millionen Menschen aus
ganz Europa über Hamburg ihre Heimat. Ob aus sozialen, ökonomischen oder Gründen
religiöser und politischer Verfolgung – für sie alle begann hier ein neues
Kapitel ihrer Lebensgeschichte.
„Ein Koffer voller Hoffnung“ entführt den Besucher in die Zeit des Aufbruchs –
die Auswanderung aus Europa nach Amerika - und nimmt sie mit auf die Reise:
Beginnend mit den Sorgen und Nöten der noch in Europa ansässigen Menschen;
weiterführend durch die Prozeduren, die die Auswanderer hinter sich bringen
mussten, bis hin zur Reise auf dem Schiff nach Amerika und die ersehnte Ankunft
in dem Land, das den Menschen Hoffnung und Zufluchtsort war. Anhand von
Schautafeln, Hörstationen, Briefen, einem Comic und einem Videofilm wird ein
plastisches Bild der Zeit vermittelt.
