Aus dem Nichts

Aus dem Nichts

Fatih Akim, D/F 2017, Cinemascope, 106 Min, Gesehen in DF

Diane Kruger, Cannes 2017, Beste Darstellerin

Nachdem uns eine Patchwork-Familie mit kleinen menschlichen Fehlern gezeigt wurde, werden wir Zeuge des Bombenanschlags, welche den Mann und das gemeinsame Kind der Familie Şekerci getötet hat. Katja und Nuri haben im Gefängnis geheiratet. Aus Verzweiflung über den Tod Nuris und des Sohnes nimmt sie Drogen, um den Schmerz zu betäuben. Diese findet die Polizei auch bei ihr, was ihr zum Verhängnis wird.
Beim Prozess kommt es überraschend zu einem Freispruch, dem gewieften Anwalt der Neonazis gelingt es, zumindest Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen des Opfers zu wecken und so „im Zweifel für den Angeklagten“ gelten zu lassen. Da bleibt für das Opfer, brillant dargestellt durch Diane Kruger, nur noch die Selbstjustiz. Sie reist nach Griechenland, wo Mitglieder der Neuen Morgenröte ein falsches Alibi für die Täter bereitstellten.
Die Bilder sind anfangs sehr hart und dunkel, gegen Ende jedoch hell und bunt.
Der Film nimmt direkten Bezug auf den NSU und Beate Zschäpe.

Regisseur Fatih Akim ist wütend darüber, dass die rechtsextreme Terrorzelle NSU neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen hat, Polizei wie Presse aber nicht von rassistischen Motiven ausgingen, sondern die Täter jahrelang im Umfeld der überwiegend türkischstämmigen Opfer suchten und etwa Racheakte oder Mafia-Verbindungen vermuteten.

***1/2 Durchgehend spannend, nur mit wenigen Längen, wird eine fiktive Geschichte erzählt, die nach dem Zschäpe-Prozess so hätte stattfinden können.

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