Programm Dezember 2006

1. Film    2.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn


Donnerstag, 14. Dezember, 19:30 Uhr und  Freitag, 15. Dezember, 21:30 Uhr

Lucy

Deutschland 2006, 92 Min, DF
 
Regie: Henner Winckler
Drehbuch: Henner Winckler, Stefan Kriekhaus
Darsteller: Kim Schnitzer, Gordon Schmidt, Feo Aladag, Polly Hauschild, Ninjo Borth, Ganeshi Becks, Jakob Bieber
 
Die 18jährige Maggy wartet, dass etwas geschieht. Etwas, das ihrem Leben einen Schub, ihrer unbestimmten Sehnsucht eine Richtung gibt. Sie wohnt bei ihrer Mutter - und ist selbst gerade Mutter der kleinen Lucy geworden. Seltsam unbestimmt verläuft ihr Leben seitdem, zwischen Teenager-Ritualen, Kinderbetreuung und der Unfähigkeit, sich die eigene Zukunft auszumalen.
Als Maggy den 25jährigen Gordon kennen lernt, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie zieht mit Lucy zu Gordon, ein kleiner Aufbruch, der Hauch eines Glücks. Ein Wunder geschieht nicht. Auch jetzt muss der Alltag organisiert und gelebt werden, brauchen die vagen Träume eine Form, um sich erfüllen zu können. Maggy beschleicht ein Gefühl der Leere, die Ahnung, dass das Glück flüchtig ist. Immer öfter bleibt Gordon fort von Zuhause. Maggy muss sich etwas einfallen lassen.

Eine 18-jährige Mutter in Berlin versucht, zwischen ihren Gefühlen und Pflichten gegenüber ihrem einjährigen Baby sowie ihrem früheren Mädchenleben zu vermitteln und privates Glück zu finden. Die Ansprüche und Verantwortlichkeiten, die die Erziehung des Kindes notwendig macht, überfordern sie und die Beziehung zu ihrem neuen Freund. Ein aufmerksamer, genau beobachtender Film als „éducation sentimentale“, der durch die große Präzision gegenüber dem Milieu sowie das nuancierte Spiel der jungen Hauptdarstellerin überzeugt. Dabei stellt die Kamera eine fast dokumentarische Intensität und Nähe zu den Figuren her. (Filmdienst)

 


Donnerstag, 28. Dezember, 19:30 Uhr und Freitag, 29. Dezember 2006, 21:30 Uhr

Der Hals der Giraffe / Le Cou de la Girafe

Frankreich / Belgien 2004 - 84 Min - frz. OmU .
Regie: Safy Nebbou
Darsteller: Sandrine Bonnaire, Claude Rich, Louisa Pili, Darry Cowl, Philippe Leroy, Maurice Chevit, Monique Mélinand

Zart und gefühlvoll kommt er daher, ohne kitschig zu sein oder ins Lächerliche abzurutschen: Safy Nebbous Debütfilm Der Hals der Giraffe / Le Cou de la Girafe ist eine bewegende Familiengeschichte, in der die neunjährige Mathilde (Louisa Pili) ihren kranken Großvater aus dem Altersheim entführt, um ihn mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren und ein Familiengeheimnis zu lüften. Dazu nimmt die Neunjährige eine Menge auf sich. Eines Nachts schleicht sie sich aus der elterlichen Wohnung, in der sie mit ihrer allein stehenden Mutter Hélène (Sandrine Bonnaire) wohnt. Der Großvater Paul (Claude Rich) ist nach einem Schlaganfall im nahen Altersheim untergebracht, und so spaziert die Enkelin entlang der Bundesstraße durch die dunkle Nacht. Ihr Ziel ist klar: Sie will ihren Opa aus dem Heim entführen und die verschollene Großmutter finden, die die Familie vor 30 Jahren verlassen hatte.


Diese rührende Familiengeschichte bietet neben aller Traurigkeit und ernsthaften Themen liebevoll eingebauten Humor und wächst damit ans Herz. Wenn die Bewohner des Altenheimes wie in bester Räuber-und-Gendarm-Manier das Verschwinden ihres Freundes vor den Pflegern verheimlichen, möchte man lachen und weinen gleichzeitig. Die nur knapp 90 Minuten des Filmes sind gefüllt mit einer handvoll Nebenbei-Geschichten, die alle eine eigene Verfilmung wert wären. Die Handlung aber wirkt stringent und verliert sich nicht Beiläufigkeiten. Nebbous leichte Erzählweise wirkt gepaart mit eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen fast märchenhaft, Figuren und Geschichte funktionieren über die zwischenmenschlichen Verhältnisse und klaren Charakterisierungen - die strenge Mutter, der ängstliche Großvater und das neugierige Kind. Zwei Handlungsstränge gehen ineinander über, um die Suche nach der Familienidentität auf ein gemeinsames Finale hinzutreiben. Die Macher des Filmes haben es sehr gut gemeint und mit viel Liebe eine eindrucksvolle und sensible Geschichte auf die Leinwand gezaubert.

Neben Preisen für das Drehbuch erhielt Der Hals der Giraffe / Le Cou de la Girafe unter anderem den Zuschauerpreis der Französischen Filmtage Dresden.


Totgesagte leben länger ! - es geht auch 2007 weiter .... Programm Jänner 2007

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