Programm
Dezember 2005
1. Film
2.
Film
Eintrittspreise: Normallänge 7, Überlänge 8€ - Weltlichtspiele Dornbirn
Donnerstag, 8.12.05 - 19.30 und
Freitag, 9.12.05 - 21.30 Uhr
Hotel
A 2005, 82 Min, 35mm, dolby digital
Regie: Jessica Hausner

Irene kommt als Rezeptionistin in das große „Waldhaus“-Hotel, wo nicht sehr viel los, manchmal ein Business-Seminar, manchmal ein Seniorentanzkurs und ein paar ältere Gäste. In der Nähe gibt es eine sagenumwobene Grotte, wo einst eine Kräuterhexe wirkte, die im 16. Jhdt. auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde; es sollen schon, mehrere Menschen spurlos verschwunden sein, späte Rache der damals hingerichteten Hexe?
Anfangs erscheint alles normal, wenn auch nicht super. Irene findet von ihrer Vorgängerin die Brille, mehr weiß man nicht mehr von ihr. Auch riecht es eigenartig in ihrem Zimmer. Eines Tages, als sie alleine im Hallenbad schwimmen geht, wird ihr die Halskette gestohlen und ihre Brille liegt zerbrochen am Boden. Die Halskette taucht im Wald wieder auf...
Hausner lässt nun mit Geräuschen und absolutem Minimalismus
eine Spannung aufkommen.
Einmal tauchen Kriminalpolizisten auf, durchkämmen den Teich und finden „etwas“.
Am Schluss geht Irene in den Wald, sie verschwindet aus dem Bild, man hört zwei
Schreie.
Alles weitere läuft im Kopf des Zusehers ab.
*** durchaus spannender,
minimalistischer Thriller
http://www.coop99.at/hotel-derfilm/german/offwego.htm
Donnerstag, 29.12.05 - 19.30 und
Freitag, 30.12.05 - 21.30 Uhr
Das Leben ist ein Wunder
Frankreich/ Serbien 2004, 154 min.
Regie, Emir Kusturica ...
Angesiedelt in Bosnien, kurz vor Ausbruch
des Krieges 1992, versammelt Kusturica ein fantastisches Ensemble in einer
ebenso fantastischen Naturkulisse für eine Hymne an das Leben, in der Lachen und
Weinen, Slapstick und Horror, Utopie und Verzweiflung ganz nahe beieinander
liegen.
Kusturicas Held ist ein serbischer Ingenieur, der den Ausbau der
Eisenbahnstrecke zwischen Serbien und Bosnien beaufsichtigt. Die neue Strecke
soll die malerische Gegend zu einem Touristenparadies machen. Mit seiner Frau,
der ehemaligen Opernsängerin Jadrenka, und seinem Sohn, dem talentierten
Fußballer Milos, lebt Luka in einer abgeschiedenen Bahnstation, die nur mittels
Draisinen und zu Schienenfahrzeugen umfunktionierten Autos und Fahrrädern
erreichbar ist. Den ersten Anzeichen des heraufziehenden Konflikts gegenüber
bleibt der völlig in seiner Arbeit versunkene Luka taub. Neben der
Eisenbahnlinie gehört sein ganzes Interesse der Karriere seines Sohnes, der
davon träumt, beim renommierten Fußballverein Partizan Belgrad spielen zu
dürfen.
Nach einem fulminanten Auftritt in einem Regionalligaspiel scheint Milos' Wunsch
zwar in Erfüllung zu gehen, aber der Krieg hat inzwischen auch die abgeschiedene
Region erreicht. Während Milos an die Front geschickt wird, übernimmt der
Stellvertreter des Bürgermeisters die Kontrolle, und Lukas Frau brennt mit einem
ungarischen Musiker durch. Geduldig wartet Luka auf ihre und Milos' Rückkehr,
doch Jadrenka bleibt fort und Milos wird von muslimischen Truppen gefangen
gehalten. Und dann verliebt Luka sich in die muslimische Krankenschwester Sahaba,
die von der serbischen Armee als Geisel gehalten und Luka zur Bewachung
übergeben wird. "Luka und Sahaba werden zu Romeo und Julia auf dem bosnischen
Dorf, die sich dem Diktat des Hasses verweigern. Sie geraten ungläubig in den
Strudel des Kriegs, ohne darin je völlig anzukommen." (Filmbulletin)
Für die einen ist er der serbische Fellini,
für die anderen ein umstrittener Brachial-Filmer. Der aus Bosnien stammende
serbische Starregisseur Emir Kusturica bevölkert seine Filme ("Underground",
"Schwarze Katze, weißer Kater")gern mit bärtigen Soldaten, vollbusigen Frauen
und jeder Menge Tiere und übergießt die ganze Mischung mit jenem Balkan-Punk,
den Kusturicas eigenes "No Smoking Orchestra" liefert. In seinem neuen Film
rückt Kusturica in diesem Stil eine Episode aus den bosnischen Bergen ins Bild:
Einem serbischen Eisenbahnkonstrukteur entreißt der ausbrechende Balkankrieg den
Sohn. Dafür bekommt er eine muslimische Austauschgeisel zugeteilt, in die er
sich allmählich zu verlieben beginnt.

Emir Kusturica zeigt eine serbische Variante von
"Romeo und Julia".
Schlag nach bei Shakespeare
"Das hat etwas von Shakespeare", kommentiert Kusturica nicht ohne
Selbstbewusstsein diese an "Romeo und Julia" erinnernde Ausgangskonstellation.
"Bei Shakespeare kommt ja stets der Punkt, an dem man ganz in seinem Schicksal
gefangen zu sein scheint. Und dann geschieht etwas ganz Unglaubliches!" Dass
sich Kusturicas Held schließlich zu weigern scheint, die geliebte Geisel selbst
gegen seinen eigenen Sohn zu tauschen, zeigt, dass es Kusturica weniger um die
konkrete Politik des Balkan-Krieges ging als um die viel zitierten allgemein
menschlichen Konflikte. Eine weiße Taube, die sich auf das Rohr eines Panzers
setzt, ist dafür dann auch ein nicht allzu subtiles Symbol

Platz für Absurditäten ist in jedem Kusturica-Film.
Bigger than life?
Kino müsse eben größer als das Leben sein, kommentiert der Regisseur in
Anlehnung an einen Hollywood-Slogan aus der Glanzzeit der Traumfabrik. "Heute
ist das oft umgekehrt: Viele Filme folgen einfach gängigen Marktmustern", sagt
Kusturica.
Dass er freilich selbst gängigen Mustern zu folgen drohe, fanden diesmal
ungewöhnlich viele Kritiker. Von einer "Sammlung aus Restmaterial" schrieb die
"Frankfurter Rundschau", von einem "Leerlauf der Beliebigkeiten" der "Spiegel",
und auch hier zu Lande hatte man Vorbehalte: "Alles in Überdosis: Tempo, Gefühl
und Blasmusik", heißt es etwa im "Kurier". Überdruss an einem mittlerweile allzu
vertrauten Drastik-Stil? "Wunder" wär's keines.
(Quelle: ORF Radio ö1)
Wir wünschen allen LeserInnen dieser Seiten das Allerbeste
für 2006 !
Es geht auch 2006 mit dem FKC in den Weltlichtspielen weiter. Zumindest bis
April.
Programm Jänner 2006
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