Programm Dezember 2004

1. Film   2. Film 
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn

Achtung ! Wegen der Feiertage haben wir einen etwas ungewöhnlichen Rhythmus !



Mittwoch, 1.12.04 - 21.30 Uhr und Donnerstag, 2.12.04 - 19.30 Uhr

Muxmäuschenstill


D 2004, 89 Min., DF
Gewinner des Deutschen Bundesfilmpreises!
Regie:
Marcus Mittermeier

Ein 30-jähriger Weltverbesserer spürt im Alltag von Berlin die Regelbrüche seiner Mitbürger auf, um sie mit ungewöhnlichen Strafen zu mehr Verantwortungsbewusstsein zu erziehen. Dass seine zunehmend aggressiveren Methoden den Zweck seiner Mission hintertreiben, stört den Egomanen nicht. Erst als er von seiner Geliebten enttäuscht wird, gerät sein Weltbild kurzzeitig ins Wanken. Eine intelligente rabenschwarze Komödie, die das moralische Empfinden brüskiert und kontroverse Diskussionen herausfordert. Zwischen fiktiven und quasi-dokumentarischen Bildern changierend und von überzeugenden Darstellern getragen, zielt der Film letztlich auf eine Kritik an der zeitgenössischen Medienkultur.

„Muxmäuschenstill“ ist ein Meta-Film, der geschickt verschiedenste Fernsehformate parodiert und damit nicht nur die Ausbeutung von Sensationen, sondern vor allem die manipulativen Strategien demaskiert. Jeder Glaube an die Echtheit dokumentarischer Bilder wird untergraben, wenn mit Handkamera und Laiendarstellern innerhalb eines realen Geschehens (das Hochwasser 2002) fiktive Situationen inszeniert werden; auch das Vertrauen in die Seriosität einer Voice- Over wird hinterfragt, wenn sich herausstellt, dass sie falsche Behauptungen aufstellt. Mux’ Internet-Trailer, der zum Denunzieren des Nachbarn anspornen soll, führt alle suggestiven Strategien vor, die das Fernsehen aus Hollywood-Trailern übernommen hat. Wenn der Zuschauer schließlich beginnt, der filmischen Sprache zu misstrauen (obwohl diese Sätze enthält, denen man zum Teil zustimmen möchte), nähert sich „Muxmäuschenstill“ auf raffinierte Weise seiner Absicht, das Publikum (wie Mux mit Kant sagen würde) „zum Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ zu bewegen.


Mittwoch, 29.12.04 - 21.30 Uhr und Donnerstag, 30.12.04 - 19.30 Uhr

Kukushka

(Der Kuckuck)

Russland 2002, 99 Min, OmU.


Ein finnischer Scharfschütze und ein sowjetischer Offizier, die beide aus ihren jeweiligen Gefangenenlagern entkommen konnten, finden Unterschlupf bei einer jungen läppischen Bäuerin. Recht bald entwickelt sich eine menage à trois, die allen Beteiligten ein kurzeitiges Paradies auf Erden beschert, aber dadurch erschwert wird, dass sich die beiden "Kriegsgegner" einander nicht so recht über den Weg trauen und niemand des anderen Sprache spricht. Ein mehrfach preisgekrönter tragikomischer Film, der mit leisem Humor für Völkerverständigung jenseits ideologischer und sprachlicher Barrieren plädiert und gemeinsame humane Werte als Grundlage jeder Verständigung in den Mittelpunkt stellt.
 


1 Frau ... 2 Männer ... 3 Sprachen...
In der zauberhaften Landschaft des Nordens spielt die originellste Liebesgeschichte des Jahres!

Mit viel Witz und Poesie erzählt der Publikumsliebling zahlreicher Festivals von Rentieren, psychoaktiven Pilzen und kriegsmüden Männern im Krieg um eine Frau.

Die temperamentvolle Anni lebt allein auf ihrem kleinen Hof in der weiten Tundra Lapplands, an einem der zahllosen, glitzernden Seen. Nur selten erhält sie Besuch. Doch in diesem Sommer sind es gar zwei Fremde, die unabhängig voneinander bei ihr vor den Kriegswirren Unterschlupf finden. Da ist zunächst Ivan, ein verletzter russischer Korporal, der sich von Anni gesund pflegen lässt und Veiko, ein Finne auf der Flucht. Die so hübsche wie kecke Anni zögert nicht lange, bis sie die Beiden mit ihrem unvergleichlichen Augenaufschlag bezaubert. Nur verständlich, dass sich Ivan und Veiko im Streit um ihre verführerische Gastgeberin bald in den Haaren liegen. Da keiner die Sprache des anderen versteht, reden die drei - sehr zum Vergnügen des Publikums - munter aneinander vorbei.

Das vom Schicksal zusammengefügte Trio lernt mit der Zeit, dass die Toleranz ihr einziges Mittel der Kommunikation ist. Annis kleine Oase am Rande der Zivilisation wird zu einem magischen Ort, wo Erdverbundenheit und mystische Rituale, Langsamkeit und die Pflege der Rentiere den Alltag bestimmen. Wo das Tosen des zu Ende gehenden Zweiten Weltkriegs in weite Ferne rückt. Und wo Ivan und Veiko endlich zum Leben zurück finden.

Aleksandr Rogoshkin, einer der pointiertesten russischen Filmemacher unserer Zeit, hat mit KUKUSHKA eine humorvolle und herzerwärmende Parabel über die Macht der Liebe geschaffen.

[http://www.cuckoomovie.com]


Jänner 2005

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