Programm des FKC im Dezember 2003

1. Film   2. Film   
Eintrittspreise: Normallänge 7


Kino aus Lateinamerika


Mittwoch, 3.12. - 21.35 Uhr - und Donnerstag 4. 12,2003 - 19.30 Uhr :
 

Das letzte Kino der Welt
el viento se lleve lo que

Argentinien 1998 - 83 min – spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Regie & Drehbuch:   Alejandro Agresti,   Kamera: Mauricio Rubinstein, Schnitt: Alejandro Brodersohn, Musik: Paul Michael Van Brugge

mit: Angela Molina (María), Jean Rochefort (Edgard Wexley), Vera Fogwill (Soledad), Fabián Vena (Pedro) u.v.a.

Inhalt:

Argentinien in den 70er Jahren: die Taxifahrerin Soledad flieht aus Buenos Aires und landet in Río Pico, einem abgelegenen und total kinoverrückten Dorf ohne Radio und Fernsehen. Aber die Filme werden in Carusos Kino derart ramponiert gezeigt, dass alle Kinogänger schwere Verständigungsschäden davontragen. Eine Männerrunde beschließt, das Übel mit einer dorfeigenen Wochenschau zu bekämpfen- samt der Hilfe des Dorfgenies Tardini und Soledad als Moderatorin. Die verliebt sich in Pedro, den Filmkritiker, und der französische Star des absurden Río-Pico-Kinos besucht seine weltweit einzig verbliebenen Fans...

 

 

 

 

 

 

Sinopsis:
Soledad, una muchacha cansada de ser taxista en la infernal Buenos Aires, decide viajar con su coche hasta la Patagonia. Recala en un pueblo cuyos habitantes viven aislados y su único contacto con el exterior es un cine en el que se proyectan viejas películas con rollos mezclados.

 

Una joven taxista bonaerense escapa al sur en la búsqueda de un cambio de vida. Accidentalmente llega a un pueblo donde el único contacto con el exterior es a través de las viejas y maltratadas películas que proyectan en el cine local.

 

mas en español
 



Mittwoch, 17.12. - 21.35 Uhr - und Donnerstag 18. 12,2003 - 19.30 Uhr :

JAPÒN


 

Ein Film von Carlos Reygadas
Mexiko/Spanien 2002, 122 Minuten,
Farbe, 35mm, Cinemascope, Dolby SR,
Original mit deutschen Untertiteln

Ein namenloser Mann hinkt durch das mexikanische Hochland, auf einer Reise, die seine letzte sein soll. Er hasst sich und hat genug vom Leben. Er sucht die Einsamkeit der Berge, um sich auf den Tod vorzubereiten. In einem kleinen Dorf findet er Unterschlupf bei Ascen, einer alten Witwe, die etwas abseits in einer Steinhütte lebt. Ihr Neffe jedoch will sie aus der Hütte vertreiben.
Vorsichtig entwickelt sich zwischen dem Mann und Ascen eine Beziehung. Gleichzeitig kämpft er jedoch mit seinem Drang nach Selbstzerstörung und seinen Gefühlen für Ascen und dem Wunsch, ihr zu helfen.

Der Titel täuscht. Er beschreibt nicht den Film, folgt lediglich einem Klang und ruft unterschiedliche Assoziationen hervor. Für den Regisseur Reygadas die des mexikanischen Hochlands, einer grausamen und doch wunderschönen Landschaft.

Diese bereist der namenlose Protagonist, um Abschied vom Leben zu nehmen. Das Leben in „Japón“, in dieser rauen Umgebung, präsentiert sich von Anfang an als dauernder Kampf ums Überleben. Die Bilder des Todes finden sich überall.

In einem kleinen Dorf trifft der Lebensmüde auf Ascen, eine alte Frau. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung. Sie weckt in ihm Gefühle und Wünsche, gleichzeitig kämpft er jedoch mit seinem Drang nach Selbstzerstörung. Letztendlich findet der Fremde seinen Lebenswillen wieder, seine Ratlosigkeit jedoch hat sich auf Ascen übertragen.


Das beeindruckende Debut Reygadas vereint die Dynamik zwischen den beiden ProtagonistInnen mit gefühlvollen, weiten Landschaftsbildern und auffallendem Sound. Purer, authentischer Ton, gepaart mit einer unvermittelten Präsenz der Bilder, wird abgelöst von unrealistischen Geräuschen, die die psychologischen Aspekte der Charaktere hervorheben. Die auf die stillen Momente einer menschlichen Begegnung reduzierte Handlung lässt genügend Raum für Interpretationen. Raygadas hat mit „Japón“ einen lyrischen Film geschaffen, der sich deutlich vom heutigen, symbolbeladenen südamerikanischen Kino unterscheidet.


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