Programm
Oktober 2006
1. Film
2.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn
Donnerstag, 5. Oktober, 19:30 Uhr und Freitag, 6. Oktober, 21:30 Uhr
Populärmusik aus Vittula

Regie: Reza Bagher; SWE / FIN 2004, 100 min.,
Deutsche Fassung (OmU leider nicht
verfügbar)
Im tornedalischen Pajala, in der nördlichsten Ecke Schwedens, ist das Leben so
rauh wie die Einwohner selbst. Furchtlose Elchjäger, unermüdliche Holzfäller,
mutige Flößer, schweigsam, störrisch und von enormer Körperkraft. Sechzehnender,
Trinkgelage, Saunawettbewerbe und Fingerhakeln stehen hoch im Ansehen. Wer hier
seinen Mann nicht steht, für den gibt es nur ein verächtliches Schimpfwort:
Knapsu, das Synonym für alles Unmännliche und Verweichlichte.
Das Herz der Urwüchsigkeit liegt im Stadtteil Vittula. Hier träumen die verschworenen Freunde Matti und Niila in den 60er Jahren von der großen Welt, von Südschweden, Stockholm, Paris... und China, das am Ende der Straße liegen soll, die aus Vittula hinausführt. Bis eines Tages eine Beatles-Single in ihr Leben platzt: Rock’n Roll Music, ein Urknall, die mitreißende, unwiderrufliche Verheißung der Freiheit.
Musik jedoch ist geradezu der Inbegriff von knapsu, jedenfalls wenn sie in nüchternem Zustand gespielt wird. Aber Matti und Niila bleiben hartnäckig. Mit Greger, dem neuen Musiklehrer aus Südschweden, kommt die lange ersehnte Chance. Denn Greger schlägt die Vittulaner mit ihren eigenen Ritualen und macht das Undenkbare möglich: Eine Rockband in Pajala. Matti und Niila sind wild entschlossen, sich diese Chance nicht entgehen zu lassen, den Schmähungen der Schulkameraden und den Prügeln von Niilas Vater zum Trotz...
Nach der Romanvorlage von Mikael Niemi. Populärmusik aus Vittula ist eine furiose Zeitreise durch ein rebellisches Jahrzehnt und eine Liebeserklärung an das verschrobene Niemandsland zwischen Schweden und Finnland. Wildes und zärtliches Kino in der Tradition von Kaurismäki, Kusturica und Michel aus Lönneberga, ergreifend, schräg, komisch, märchenhaft und mitreißend wirklich.
Entstanden ist Populärmusik aus Vittula an Originalschauplätzen in Pajala. Das Team setzte sich aus hochkarätigen Filmschaffenden aus Skandinavien zusammen, u.a. dem Kameramann Robert Nordström, dem langjährigen Lars von Trier–Weggefährten Anders Refn (Schnitt) und der Oscar-Preisträgerin Anna Asp (Szenenbild).Das Ensemble versammelt neben Stars wie Kati Outinen (Mann ohne Vergangenheit; Aki Kaurismäki), Björn Kjellman (Die besten Absichten; Bille August), Jarmo Mäkinen (Jägarna; Kjell Sundvall) oder Sten Ljnggren (Tillsammanns; Lukas Moodysson) die überragenden Newcomer Max Enderfors (Matti) und Andreas Af Enehielm (Niila) sowie zahlreiche Darsteller aus der Region von Pajala.
In Schweden und Finnland wurde Populärmusik aus Vittula zu einem der größten Kinoerfolge der letzten Jahre.
Donnerstag, 19. Oktober, 19:30 Uhr und Freitag, 20. Oktober, 21:30 Uhr

Regie und Drehbuch: Gavin Hood. Südafrika/GB 2005, 94Minuten, Cinemascope, OmU.
Tsotsi (wörtlich „Gangster“, „Verbrecher“, „Bandenmitglied“), ermordet in der U-Bahn einen Geschäftsmann und raubt ihm das Geld, doch auch seine Freunde sind vor ihm nicht sicher, in einer Bar ärgert er sich über Boston und schlägt ihn so zusammen, dass ihm bleibende Schäden bleiben. Nicht einmal vor Behinderten schreckt er zurück.
Seinen nächsten Coup in einer feinen Wohngegend macht er alleine, schießt auf eine Frau, die querschnittsgelähmt sein wird und raubt ihr das Auto. Doch da ist noch ein Baby auf dem Rücksitz, das sein Leben verändern wird. Er tötet es nicht, sondern nimmt es mit nach Hause. Er zwingt eine stillende Mutter mit vorgehaltener Pistole dem Kleinen die Brust zu reichen und es zu versorgen.
Die Fürsorge um das Kind bremst allerdings seine kriminelle Energie, er beginnt über das Leben nachzudenken und versucht einige Schandtaten wieder gut zu machen. Das Ende des äußerst berührenden und spannenden Films verrate ich nicht, so viel sei gesagt: es ist "politisch korrekt", was ihm wahrscheinlich auch den Oscar® 2006 für den besten nicht-englischsprachigen Film einbrachte.
Gesehen und empfohlen von Norbert, s. komplette FKC-Kritik