Programm des FKC im Oktober 2003

1. Film   2. Film   
Neue Eintrittspreise: Normallänge 7
, Bollywood 9


Mittwoch, 8.10. - 21.15 Uhr - und Donnerstag 9. 10,2003 - 19.30 Uhr :

Sometimes Happy, Sometimes Sad


Regie: Karan Johar- Indien 2001 · 210 min. · 35 mm · Farbe · OmdU  -
Regie: Karan Johar , Musik: Jatin & Lalit,  Darsteller: Amitabh Bachchan, Jaya Bachchan, Hrithik Roshan, Shah Rukh Khan, Kajol, Kareena Kapoor.
Die einst so glückliche Familie Raichand ist entzweit; der älteste Sohn Rahul widersetzt sich der für ihn arrangierten Heirat - er hat sich nämlich in die nicht standesgemäße, quirlige Anjali verliebt. Sein despotischer Vater Yash verstößt ihn daraufhin, und Rahul beginnt mit Anjali ein neues Leben in London. Viele Jahre später hat die Mutter den Verlust ihres ältesten Sohnes noch immer nicht verwunden, und die Familie Raichand droht nun gänzlich auseinanderzubrechen. Daraufhin macht sich der jüngere Sohn Rohan auf die Suche nach seinem großen Bruder, um die Famile  wieder zu vereinen...

BOLLYWOOD AT ITS BEST
Dieser Film hat alles was zu einem typischen Bollywood-Kinoerlebnis gehört: Mitreißende Musik, atemberaubende Tanzeinlagen, ergreifende Dramatik, und das alles - wie selbstverständlich - vor fantastisch bizarren Kulissen. Vor allem aber bietet dieser Film eins: Originalität.

Die Geschichte ist Spiegelbild des modernen Indiens: Eine Familie zerrissen zwischen starren Traditionen und nach Freiheit verlangenden Gefühlen.

Kommentar des FKC zu Bollywood (aus meinen Kritiken zum Int. Filmfestival Innsbruck)

Nicht nur, dass manche Szenen in anderen Teilen der Welt Lachsalven auslösen würde (etwa wenn frisch Verheiratete voll bekleidet ins Bett gehen und Frauen mit langem Sari baden) , auch die Bollywood typischen Tanzeinlagen sind mehr als gewöhnungsbedürftig, zwar sind die Damen alle durchaus märchenhaft schön, doch weder die Musik ist so zündend wie z.B. jene Lateinamerikas, noch die Hüftschwünge so sexy wie z.B. im Sambadrom von Rio. Klar, es gilt das Schamgefühl fremder Kulturen zu respektieren; auch werden die Bollywood Filme für den prüden islamischen Markt gemacht., da gibt es keine Zungenküsse, und nackte Busen schon gar nicht !

Ich bringe diese etwas "globalen" Vergleiche nun bewusst, war früher doch das IFFI ein (Lateinamerika-)Festival und hat durch die Erweiterung auf angeblich alle "unterrepräsentierte" Filmländer m.E. nicht an Qualität gewonnen; außerdem ist Indien ja der größte Filmproduzent der Welt (zumindest in Titeln und Filmmetern) und es scheint ja seine Gründe zu haben, warum der indische Film bei uns nicht ganz so bekannt ist. Nun, gemeinsam mit jenem Land, das wähnt, das größte des Films zu sein, scheint bei beiden nicht die Qualität, sondern die Macht des Marktes und der Glamour der lokalen Stars einiges beizutragen.

Deutsche Website:
http://www.rapideyemovies.de./movies/sometimes-happy-sometimes-sad/ index.php
Internationale Website:
http://www.dharma-production.com/k3g.htm

 

In Bollywood ist alles bunter - von den Gefühlen bis zu den Kostümen. Als erstes Indien-Spektakel mit deutschen Untertiteln lädt Karan Johars komödiantisches Familiendrama "Sometimes Happy, Sometimes Sad" nun auch hierzulande zum großen Kino-Rauscherlebnis ein. DER SPIEGEL ONLINE

Die Mischung macht´s. Von allem ein bißchen, von nichts zu wenig – das ist das Prinzip (fast) aller Bollywood-Filme. Weshalb man diese übrigens auch „Masala-Movies“ nennt – nach der gleichnamigen Gewürzmischung, bei der das richtige Verhältnis der Zutaten stimmen muss. Und zu denen gehören neben viel Gemüt nun mal auch mindestens fünf Musicalszenen. Gewiss, das mag fürs westliche Publikum zunächst ungewohnt sein, aber indische Theaterbesitzer, die es gewagt hatten, einen Film ohne Tanzeinlagen zu zeigen, das beweisen gescheiterte Versuche, müssen damit rechnen, dass ihr Kino vom wütenden Publikum demoliert wird. ....
Exotik? Ethnotainment? Camp? „Sometimes Happy, Sometimes Sad“ bietet all das – weil es Kino ist, dass in seiner cleveren Naivität begeistert. Eine Traumwelt jenseits aller Rationalität. Aber letztlich geht man ja auch nicht (unbedingt) wegen Realismus ins Kino. Wie sagte doch Hollywood-Legende Billy Wilder bereits: „Don´t give me logic, give me emotions“. Und die Bollywood-Schauspielerinlegende Rekha entgegnete mal: „American films make sense, Indian films don´t.“ Kein Zweifel, dieser Film bestätigt beides auf allerschönste Weise.

(programmkino.de)



Mittwoch, 22. 10. - 21.30 Uhr - und Donnerstag 23.10. 2003 - 19.30 Uhr :

Open Hearts


Der neueste DOGMA Film
Originaltitel: Elsker dig for evigt (Dogma)

Regie: Susanne Blier, DarstellerInnen: Sonja Richter, Nikolaj Lie Kaas, Mads Mikkelsen, Paprika Steen
Dänemark 2001, 113 Minuten, 35 mm ,Dolby SR, OmU


OPEN HEARTS erzählt die Geschichte von vier Menschen, die plötzlich und unvorbereitet auf die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Macht der Liebe treffen.

OPEN HEARTS ist ein Film über Versprechungen, die wir nicht einhalten können, über das Leben, das wir nicht planen können. Es ist ein Film über das Leben, die wahre Liebe und über die Verantwortung, die wir für die Menschen haben, die wir lieben.

Wenn das Unglück zuschlägt, nimmt es auf Hochzeitspläne keine Rücksicht: Joachim, Cecilies Geliebter, wird auf dem Weg zum Bahnhof angefahren, ist fortan gelähmt und macht ihr vom Krankenhaus aus das Leben schwer. So weit, so „Breaking the Waves“. Dass Susanne Biers Beziehungsdrama von da aus die „Schuldigen“ ins Boot holt - und so nichts mehr mit Lars von Triers Horror-Szenario gemein hat - ist ein Segen. Denn in dem Dogma-Film Nummer 28 fesselt das Extreme im Alltäglichen und nicht der Alltag im Außergewöhnlichen.

Die dänische Regisseurin nutzt dabei die selbst auferlegten Dogma-Beschränkungen (Handkamera, kein künstliches Licht, Dreh nur vor Ort) so gekonnt, dass dort die größtmögliche Nähe entsteht, wo sich auch ein plattes Melodrama hätte breit machen können. Und sie durchbricht die Regeln, wo sie als ideologisches Korsett einschnüren.

Seit Thomas Vinterbergs „Das Fest“ ist das jetzt das perfekteste Zusammentreffen von Form und wuchtigem Inhalt. Inhalt, der Schicksalsschlägen Tiefe gibt, ohne bleiern oder rührselig zu werden. Das noch von außergewöhnlichen Schauspielern umgesetzt (fast ausnahmslos alle schon Dogma-erfahren), macht „Open Hearts“ nicht nur zum ersten echten Highlight des Kino-Jahres, sondern auch zu einem berechtigen Anwärter für den Auslands-Oscar.
(Tagblatt)

«Ich werde dich ewig lieben» lautet im Original der Titel des Films von Susanne Bier. Die 1960 geborene dänische Filmemacherin führt in dieser «Dogma»-Produktion auf schmucklos-eindringliche Weise vor Augen, wie die Wechselfälle des Lebens noch so ernst gemeinte Treueschwüre sabotieren. Mit realitätsnah-drastischen Dialogen und Bildern, die plötzlich verschwimmen können, wird vom jungen Mann erzählt, der angefahren wird und gelähmt ist, von der jungen Frau, die ihn nicht verlassen will und sich doch in den Arzt verliebt, der sie betreut - und dessen Frau und Tochter den Unfall verschuldet haben.
(NZZ)
 


zurück

im November - Filme zum Jahr der Menschen mit Behinderung