Programm
September 2004
1. Film
2.
Film 3. Film
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn
Mittwoch,
1.9.04 - 21.30 Uhr und
Donnerstag, 2.9.04 - 19.30 Uhr
in Zusammenarbeit mit AMNESTY INTERNATIONAL - Ortsgruppe Dornbirn
JUNTA
(Garaje Olimpo)
der
erschütterndste Film seit Jahren - über die Folter in Argentinien zur Zeit der
Videla-Diktatur
(Argentinien 1999, 98 Min, Marco Bechis, spanische OmU)

Nach mehrjährigen Verhandlungen ist es uns endlich gelungen, diesen Film nach
Dornbirn zu bekommen!
Die wahre Geschichte einer italienischen Intellektuellen, die zur Zeit der
Videla-Dikatur in Argentinien lebte. Allein deswegen, weil sie mittellose
Menschen alphabetisierte, kommt sie in den Verdacht, eine Linke zu sein und wird
von der Geheimpolizei verhaftet. Auch gute Kontakte ihrer Mutter zu den Militärs
und ein Bestechungsversuch nützen nichts; der Mann, der sie foltern muss ist
ausgerechnet ihr Mieter, der sie eigentlich insgeheim liebt; er kann ihr zwar
einige kleine "Vergünstigungen" und manchmal was zu essen bringen, ja macht mir
ihr sogar zweimal verbotenerweise einen Ausflug in ein Stundenhotel.
Als ihre Freundin sogar Zutritt zur Privatwohnung seines Vorgesetzten
Generals bekommt und ihm eine Bombe legt, esklaliert das Ganze und die letzten
Hoffnung, sie frei zu bekommen scheitern. Sie erleidet dasselbe Schicksal wie
Zehntausende damals: sie wurden über dem offenen Meer abgeworfen.
Heute noch prozessiert diese italienische Familie gegen den argentinischen
Staat.
Ein ungeheuer spannender und leider bis ins kleinste Detail wahrer Film.

Kritik von N.Fink: nochmalige
Sichtung in Innsbruck, Juni 2000
Eine ganz bedeutende Aufarbeitung der Geschichte Argentiniens findet in diesem
beklemmenden Film statt. Es geht um die Todesflüge des argentinischen Militärs
zur Zeit der Diktatur unter General Videla. Folter, sexueller Missbrauch und
Ermordung von vermeintlichen TerroristenInnen stehen auf der Tagesordnung. Das
Folterzentrum ist als Autogarage getarnt mitten in Buenos Aires. Einer der
"Henker" kennt eine hübsche Gefangene noch von früher, er ist in sie verliebt
und somit in einer verdammt dummen Situation, eigentlich sollte er sie unter
Folter verhören - er geht mit ihr sogar in die Stadt hinaus um Sex mit ihr zu
machen, zweimal versucht sie dabei vergeblich zu fliehen. Als er sie ihn die
Zelle zurück bringen will, steht der Abtransport zu einem der Todesflüge bereit:
die Gefangene muss die Schuhe ausziehen, bekommt eine Spritze verpasst und wird
in ein Flugzeug verladen, das Kurs auf das offene Meer nimmt. Die Ladeluke wird
sich öffnen und die Gefangenen gefesselt abwerfen....
Auch er wird wegen des Ungehorsams Schwierigkeiten bekommen.
Der Film entstand in Koproduktion mit Italien.
Er gewann zurecht die Hauptpreise des Int. Iberoamerikan. Filmfestivals
Huelva 1999
(Goldener Columbus für den besten Film, Silberner Preis für die Beste Regie,
Preis der Internt. Filmkritik und Preis des RNE -Spanischer Rundfunk /
Auslandsdienst)
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Mittwoch, 15.9.04 - 21.30 Uhr und Donnerstag, 16.9.04 - 19.30 Uhr
TAN DE
REPENTE
Aus heiterem Himmel
Regie: Diego Lerman. Drehbuch: Diego Lerman,
Maria Meira. Kamera: Luciano Zito, Diego del Piano. Schnitt: Benjamin Avila,
Alberto Ponce. Musik: Juan Ignacio Bouscayrol. Ton: Leandro de Loredo, Julian
Caparros. Ausstattung: Mauro Doporto, Luciana Khon. Kostüm: Constanza Pierpaoli.
Produktion: Lita Stantic Producciones. Produzenten: Sebastian Ariel, Nicolas
Martinez Zemborain. Mit: Tatiana Saphir, Carla Crespo, Verónica Hassan, Beatriz
Thibaudin, María Merlino, Marcos Ferrante, u. a. Argentinien 2002, 90 Minuten,
S/W, 35 mm/1 : 1,85/spanische OmU

Die dickliche argentinische Unterwäsche-Verkäuferin Marcia führt eine
freudlose Existenz in der Großstadt. Doch eines Tages wird sie auf offener
Straße von den lesbischen Punkerinnen Mao und Lenin angesprochen. Mao erklärt,
sie sei in Marcia verliebt und möchte Sex mit ihr haben.
Die heterosexuelle Marcia weigert sich, doch die beiden lassen nicht locker. Mao
und Lenin verschleppen das unförmige Mädchen ans Meer und wecken dabei
schlummernde Sehnsüchte. Ihre Reise führt die drei ungleichen Frauen weiter,
tief hinein in die Provinz, wo uralte Frauen Hühner füttern, Schnaps trinken und
Kette rauchen.
Wechselnde Landschaften, absurde Situationen und die Begegnung mit
unvergesslichen Menschen lassen eine Rückkehr in den Alltag in immer weitere
Ferne rücken.
"In der tiefsten Provinz Argentiniens treffen Generationen außergewöhnlicher
Frauen aufeinander, vom argentinischen Regisseur Diego Lermann liebevoll in
Szene gesetzt. Lermann erzählt in seinem Road Movie von Einsamkeit, Ängsten,
unterdrückten Aggressionen, schlummernden Sehnsüchten und der Suche nach dem
Sinn des Lebens. So wird der Trip der drei Großstädterinnen auch zu einer Reise
zu sich selber." (jump cut)
Mittwoch, 29.9.04 - 21.30 Uhr und Donnerstag, 30.9.04 - 19.30 Uhr
Zelary
Tschech.Rep./A/Slowakei 2003,
141 min, OmU
R: Ondrey Trojan
B: Petr Jarchovsky, nach der Erzählung "Jozova Hanule" von Kveta Legàtovà
K: Asen Šopov
D: Ana Geislerovà, György Cserhalmi, Jaroslava Adamová, Miroslav Donutil u.a.

Prag, um 1940. Die Deutschen haben die Universitäten geschlossen. Eliška kann
ihr Medizinstudium nicht abschließen und schlägt sich als Krankenschwester
durchs Leben. Gemeinsam mit ihrem Geliebten, dem
Chirurgen Richard, ist sie im Widerstand. Eines Nachts wird ein schwer
verletzter Mann ins Krankenhaus gebracht, dem Eliška mit einer beherzten
Blutspende das Leben rettet. Joza heißt dieser wortkarge und verschlossene
Patient, der aus der tiefsten Provinz kommt und wenig später seinerseits für
Eliška zum Retter wird. Als die Gestapo der Widerstandsgruppe auf die Spur kommt
und Richard gerade noch ins Ausland fliehen kann, ist Eliška in höchster Gefahr.
Joza erklärt sich bereit, sie mitzunehmen nach Zelary, in das Dorf aus dem er
kommt, um sie dort zu verstecken.
In wenigen Wochen, so hofft Eliška, wird der Spuk vorbei sein. Doch aus Wochen
werden Monate und aus den Monaten Jahre...
Weitere Infos:
www.zelary.at
"Unser Film ist schön, grausam,
berührend, grob, vor allem aber wahr und ehrlich. Ich habe versucht, ihn einfach
und unverfälscht zu drehen, wobei ich besonders den Schauspielern Spielraum
gegeben habe, die Zeit, echte Gefühle zu entwickeln und zu zeigen."
Regisseur Ondrej Trojan
ZELARY basiert auf einer wahren Geschichte, auf Kveta Legátovás autobiographischer Erzählung "Jozova Hanule".