Programm
August 2005
1. Film
2.
Film
Eintrittspreise: Normallänge 7, Überlänge 8€ - Weltlichtspiele Dornbirn
Donnerstag, 4.8.05 - 19.30 und
Freitag, 5.8.05 - 21.30 Uhr
Diarios
de Motociclista
Die
Reise des jungen Ché
Walter Salles, Brasilien/Argentinien / u.a. ....
2004
Spanische OmU.

Der junge Medizinstudent Ernesto [Ché] Guevara und sein Freund Alberto Granado,
Biochemiker, brechen 1952 kurz vor Studienabschluss mit einem altersschwachen
Motorrad (eine 500er Norton -im Buch heisst sie "Poderosa II" - die Mächtige, im
Film [deutsche Synchr.] die "Allmächtige") auf eine 12.000 km Reise durch
Südamerika, beginnend in Buenos Aires geht es südlich nach Patogonien und bei
Bariloche hinüber nach Chile, dort der Westküste Südamerikas hinauf über Peru
bis nach Venezuela, dort trennen sich die beiden und Ché fliegt mit einer
Frachtmaschine nach Miami. Eigentlich ist das ganze eher eine
Lausbubengeschichte, denn die beiden haben kein Geld und geben mit ihren noch
gar nicht erworbenen Dr.-Titeln mächtig an und sich als Lepra-Experten aus, als
das eine Zeitung gar noch abdruckt, haben sie es Schwarz auf Weiß. Während
Alberto ein rechter Weiberheld ist und herrlich Mambo tanzen kann, hat Ché zwei
linke Beine und ist recht schüchtern. Überall betteln sie um Essen, Trinken und
Quartier und schaffen das Unmögliche tatsächlich.
Der Film vermittelt nicht nur prächtig die landschaftlichen Reize Südamerikas,
auch die Lebensfreude und der Improvisationsgeist ihrer Menschen kommen gut
herüber. Gewissen Raum im Film hat auch die Leprastation im Amazonas Gebiet, wo Ché sein medizinisches Fachwissen anbringen konnte und von den Nonnen nichts zu
Essen bekam, weil er nicht die Hl. Messe besuchte.
Zufällig hatte ich bei meiner letzten Südamerika-Reise
das Buch, welches die Basis für diesen Film darstellt, gelesen.
Umso überraschter war ich über die im allgemeinen kongeniale Umsetzung; der Film
wurde an Originalschauplätzen aufgenommen, das sind manchmal auch touristisch
sehr attraktive Punkte (wie Bariloche oder Patagonien in Argentinien,
Chuchicamata, die größte Kupfermine der Welt in Chile, die Atacama-Wüste, Machu
Piccu in Peru, die Amazonasgegend um Iquitos, Caracas ...), die so mancher
Südamerika Fan sicher schon besucht hat. Die Fotographie ist sicher einer der
starken Punkte dieses Filmes. Während das Buch kaum sozialkritische Episoden
enthält, wird im Film - vor allem was die Szene mit den Minenarbeitern in Chile
betrifft, etwas hineingedichtet: im Buch besuchten Ernsto und Alberto die Mine
als normale Touristenbesucher (auch ich konnte einmal nach Anmeldung und
längerem Warten die gratis-Tour durch die Mine machen...) im Film klagen sie die
Ausbeutung der Arbeiter an. Auch kommt im Film keine einzige Szene auf einer
Polizeistation vor, während sie es im Buch dort immer zuerst versuchen, eine
Unterkunft zu bekommen, genauso wenig wie jene Textpassage, wo sie sich als
argentinische Steak-Brater (Asados) verdingen und dabei Wein abzweigen, der
ihnen dann prompt im kühlenden Fluss selber gestohlen wird. Jedenfalls sind
Buch und Film recht witzig.
**** Zwei junge Studenten fahren ohne Geld mit
einem Motorrad im Jahre 1952 durch Südamerika - die ganze Geschichte und dessen
Tagebuch wäre wohl in Vergessenheit geraten, wäre nicht der große Ché, der
später an der Seite Fidels die Kubanische Revolution anführte und dann in
Bolivien im Auftrag des CIA ermordet wurde, einer der beiden Protagonisten. Es
geht zu den schönsten Plätzen des Kontinents, darüber hinaus zeigt der Film die
fröhliche Lebensart der Latinos und in relativ kleinen Dosen auch die sozialen
Probleme. Im Erzählstil zwar recht konventionell, für Lateinamerika-Kenner aber
zweifellos ein wahrer Genuss !
(P.S. am Rande, es ist schwer zu sagen, aus welchem Land der Film kommt (Robert
Redford war ausführender Produzent, der Argentinier Daniel Burmann Co-Produzent,
der Brasilianer Walter Salles der Regisseur und die britische FILMFOUR die
Filmfirma, sogar die kubanische ICAIC hat mitgearbeitet. Der Cinematograph
schrieb deshalb als Herkunftsland Argentinien, die Filmdatabase USA, und Film.de
gar Brasilien...), darf der FKC ihn also doch spielen ?
http://www.motorcyclediariesmovie.com/sp/home.html
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Donnerstag, 18.8. 05 - 19.30 und
Freitag, 19.8.05 - 21.30 Uhr
NINE SONGS
GB 2004 - 69 Min -
engl. OmU
Regie: Michael Winterbottom

Lisa, die
Studentin, und Matt, der Polarforscher, treffen aufeinander und beginnen ein
Liebessommerabenteuer. Sie treiben aufeinander zu, wie selbstverständlich, ihre
Annäherung ist primär eine sexuelle. Ein heißer erotischer Film ....
Ein Engländer lernt auf einem Rock-Konzert eine Amerikanerin kennen, mit der ihn
bald eine heftige Affäre verbindet. Provokatives Filmexperiment, das die Grenzen
sexueller Darstellung im Kunstkino auslotet. Streng zwischen körperlichem
Liebesakt und Konzertmitschnitten aktueller Britpop-Bands alternierend,
reduziert sich die Handlung auf eine diskret-indiskrete Erkundung sexueller
Praktiken und ihrer visuellen Umsetzung, ohne dass man über die Protagonisten
oder ihre Beziehung viel erfahren würde.
Ursprünglich wollte er Michel Houellebecqs Roman „Plattform“ verfilmen, doch
scheiterte das Projekt daran, dass Winterbottom keine visuelle Entsprechung für
Houellebecqs detailverliebte Beischlafszenen finden konnte. Dann kam ihm die
Idee: „Boy fucks girl“, und zwar zum Rhythmus aktueller Rocksongs – viel mehr
ist in seinem experimentellen Hardcore-Film nicht zu sehen und zu hören.
Warnung ! Der
Film kann das sittliche Empfinden „normaler“ VorarlbergerInnen verletzten !