Programm
Juli 2004
1. Film
2.
Film
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn
Mittwoch,
14.7.04 - 21.30 Uhr und
Donnerstag, 15.07.04 - 19.30 Uhr
Alle
Stewardessen kommen in den Himmel
Todas las azafatas van al cielo
| Regie: Buch Daniel Burman |
| Buch: Daniel Burman |
Argentinien, Spanien 2001, 98 Min, spanische OmU., Cinemascope,
Dolby Digital

Eigentlich ist
dieser trigon-Film ein Musterbeispiel, wie der einst für kraftvolle politische
Filme aus der "Dritten Welt" engagierte Verleih ebenfalls immer mehr in die
leichte Unterhaltungsbranche absinkt und nun einen Film anbietet, der nett und
schön ist, aber nicht viel mehr.
Julian, ein Augenarzt, reist mit der Asche seiner Verblichenen nach Ushuaia, der
südlichsten Punkt Patagoniens, um diese im Beagle-Kanal gemäß ihrem letzten
Willen zu verstreuen. Teresa ist die Stewardess auf diesem Flug. Wegen
terroristischer Bedrohung bzw. eines Streikes ist der Flugverkehr in der
südlichsten Stadt der Welt für einige Zeit eingestellt. Ausgerechnet ein für die
Flugsicherheit Verantwortlicher produziert die Terroristenvideos und baut sich
aus geklauten Teilen selbst eine kleine Maschine. Die Flugzeugbesatzungen gehen
in die Nachtclubs, um sich mit sexuellen Späßen die Langeweile zu vertreiben,
die Liebesdienerinnen dort sind aber eher Gesprächstherapeutinnen denn
Sexarbeiterinnen, zumindest für Julian und Teresa. Die beiden Vereinsamten
lernen sich ausgerechnet dabei näher kennen, als beide sich mittels Tod durch
Erfrieren das Leben nehmen wollen. Dies sei der schönste Tod, verhieß zuvor im
TV ein Reporter. Als Teresa schwanger wird gerät sie in Panik und Julian
verunglückt auf den vereisten Strassen schwer, es dauert also noch etwas, bis
sie sich wieder finden und das unvermeidliche Happy End über den Film
hereinbricht.
Sicherlich, der Streifen ist schön fotografiert und witzig
geschnitten, einige landschaftliche Schönheiten Südpatagoniens werden gezeigt,
allerdings im Winterkleide, das diese Region 9 Monate im Jahr umhüllt, in den
kurzen Sommern gäbe es freilich noch Lupinien, Moose und Flechten zu sehen, wie
ich mich 1985 selbst dort überzeugen konnte. Auch ich bin damals wegen Streiks
ebenfalls nicht pünktlich weg gekommen.
*** leichte Kost aus Argentinien,
aber recht unterhaltsam

Mittwoch,
28.7.04 - 21.30 Uhr und
Donnerstag, 29.7.04 - 19.30 Uhr
Was nützt die Liebe in Gedanken ?
Deutschland 2004, 89 Min.

Regie:
Achim von Borries
Drehbuch:
Achim von Borries,
Hendrik Handloegten
nach einer Vorlage von ANETTE HESS & ALEXANDER
PFEUFFER
nach Motiven des Romans „Der Selbstmörderclub“ von ARNO MEYER ZU KÜINGDORF
Gibt es ihn wirklich, den höchsten Punkt im Leben? Günther (August
Diehl) und Paul (Daniel
Brühl) sind davon überzeugt: Sie wollen leben, in vollen Zügen und ohne
Kompromisse – und gleiches verlangen sie von der Liebe. Gemeinsam mit Günthers
Schwester Hilde (Anna
Maria Mühe) verbringen sie das Wochenende in einem Sommerhaus auf dem Land.
Paul ist fasziniert von dem Mädchen und verliebt sich in sie. Und zunächst sieht
es so aus, als ob Pauls Gefühle erwidert werden. Doch Hilde liebt viele.
Heimlich trifft sie sich mit Hans – Günthers ehemaligem Liebhaber.
Im Garten des Hauses feiern sie ein rauschendes Fest. Als Hans überraschend zu
ihnen stößt, setzt er eine Achterbahnfahrt der Gefühle in Gang, die sehr bald
außer Kontrolle gerät: Berauscht von Absinth und Musik, von großer Sehnsucht und
ihrer Gier nach dem Leben werden sie alle in einen tödlichen Strudel gerissen...
I
http://www.liebe-in-gedanken.de
Deutsche Filme von internationalem Format sind nicht unbedingt an der
Tagesordnung. Einen weiteren Kandidaten aus dieser Kategorie bringt
Nachwuchs-Regisseur Achim von Borries („England“) an den Start. In seinem
poetischen Drama „Was nützt die Liebe in Gedanken“ versammelt er eine Schar
exzellenter Jungstars und packt die reale Geschichte um die „Steglitzer
Schülertragödie“ aus dem Jahr 1927 in betörende wie verstörende Bilder.

Der Film beginnt mit dem Ende: Der Abiturient und Dichter Paul Krantz (Daniel Brühl) sitzt in Untersuchungshaft und wird dem Richter vorgeführt. Gemeinsam mit seinem besten Freund, dem selbstbewussten und reichen Günther Scheller (August Diehl), hat er einen Selbstmörderclub gegründet. Die Justiz verlangt nach Erklärungen... Drei Tage zuvor: Paul und Günther wollen das Wochenende auf dem feudalen Landsitz von Günthers Eltern in Mahlow nahe Berlin verbringen. Sie laden noch einige Freunde aus der Stadt ein, um zügellos zu feiern. Paul verliebt sich in Günthers lebenshungrige Schwester Hilde (Anna Maria Mühe), die sich allerdings nicht mit einem Mann begnügen will. Mit dem Koch Hans (Thure Lindhardt) hat sie eine Affäre. Doch auch ihr Bruder Günther ist unsterblich in den bisexuellen Hans verliebt, will aber von ihm loskommen. Hildes beste Freundin Elli (Jana Pallaske) hat sich unterdessen in Paul verguckt und will ihn für sich gewinnen, obwohl sie weiß, dass er in Hilde verliebt ist. In einer Mischung aus Liebe, Lust nach Leben und hemmungsloser Eifersucht steigert sich die Party in einen Rausch aus Alkohol, Absinth und Musik. Paul und Günther schmieden einen Plan. In der Stunde des vollkommenden Glücks wollen sie freiwillig aus dem Leben scheiden – am höchsten Punkt. Oder den mit in den Tod nehmen, der ihre Liebe abweist...