Programm
April 2006
1. Film
2.
Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Es geht weiter - doch bis Dezember 2006 !!!
Donnerstag, 6. April, 19 :30 Uhr
und Freitag, 7. April, 21 :30 Uhr
Ouaga Saga
Dani Kouyaté, F, BF 2004, 85 min, echter 35mm, dolby digital – ein
TRIGON – Film

Es geht um eine Bande von Jugendlichen in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, welches übrigens das bedeutendste Filmfestival (Fespaco) Afrikas abhält.
Die Jungen klauen einer reich
aussehenden jungen Frau das Moped, zerlegen es in kleine Stücke, bauen es wieder zusammen und verkaufen es. Das Geld kommt
in eine Büchse und wird geteilt; doch jener, der den Schatz bewachen soll,
spielt damit bei einer Rennwette. Sie möbeln auch ihren Fußballclub auf und
gewinnen. Ein Herzstück des Films ist die Liebe zum Kino, viele haben denselben
Film schon oft gesehen und sprechen die Dialoge mit oder orientieren sich auch
im praktischen Leben an Westernhelden. Als ihr Nachbar ihre Geheimnisse
ausspioniert, kriegt er eins auf die Nase, meldet dies aber der Polizei und
zeigt sie an. Doch die Frauen regeln das wieder, schließlich lässt sich der
Polizeiboss leicht von jungen Damen einwickeln…
Die Komödie aus
Afrika bedient sich aller nur erdenklichen Klischees über Afrika, vom Klauen
übers Improvisieren, von der Korruption bis zur Zaubererei. Unterlegt mit
afrikanischer Musik und spritzig gemacht, für Jugendliche eine Gaudi und dennoch
ein Einblick in ein Dritte-Welt-Land.

Schon mit seinen ersten
Bildern wirft Dani Kouyaté den Zuschauer mitten hinein ins bunte und lärmige
Treiben in der Hauptstadt Burkina Fasos. Im Zentrum dieser wunderbar locker und
leicht erzählten Geschichten aus Ouagadougou steht eine Gruppe von Jugendlichen.
Mit Bauernschläue und allerlei Gaunereien schlagen sie sich durchs Leben und
träumen vom großen Geld - vom eigenen Musikgeschäft - oder vom Ruhm als
Fußballstar.
Da spricht zwar ein Esel, es wird gezaubert und auch sonst geschehen Wunder,
doch jenseits des Märchenhaften bietet diese sehr unterhaltsame und flotte
Großstadtkomödie auch einen Einblick in afrikanisches Leben und
Überlebenstechniken. So leicht wie hier dargestellt ist der Alltag für
Jugendliche in Burkina Faso zwar sicher nicht, aber dieses Feelgood-Movie
verbreitet in seiner lustvollen Inszenierung Lebensfreude und macht Mut. Und
gleichzeitig ist "Ouaga Saga" eine große Liebeserklärung ans Kino als Ort des
sozialen Kontaktes, des gemeinsamen Erlebens und der kollektiven Träume. (Walter
Gasperi)
Gewinner des Publikumspreises beim Innsbrucker
Festival 2005
http://www.trigon-film.ch/de/showfilm.php?filmid=185
Donnerstag, 20. April, 19 :30 Uhr
und Freitag, 21. April, 21 :30 Uhr
Die
Vogelpredigt oder Das Schreien der Mönche
Regie: Clemens
Klopfenstein
CH 2005, 88 Min, von Video
auf 35mm übertragen, Dolby, berndeutsch mit dt. UT
Mit Polo Hofer, Max
Rüdlinger, Sabine Timoteo, Mathias Gnädinger, Lukas und Clemens Klopfenstein,
und als special guest: Ursula Andress

Max (Rüdlinger) und Polo (Hofer) suchen ihren Regisseur, und der heisst selbstverständlich Clemens (Klopfenstein), ist aber inzwischen zum weißen Eremiten in Umbrien geworden. Als Asket ist er gegen Sex and Crime als Köder immun, weil es ihm Ursula Andress und Manfred Gnädinger in quasi-franziskanischem pseudo-pasolinischem Ambiente angetan haben. Klopfenstein zieht in seinem minimalistischen, mit Insiderwitzen angereicherten Homevideo genüsslich sich selbst und die Schweizer Filmszene durch den Kakao. Insbesondere für Kenner der Szene eine vergnügliche asketische Übung, die garantiert keine Verdauungsprobleme beschert. (Thomas Binotto, Independent Pictures)
Zwei ältere Schauspieler aus Bern, ein komisch-tragisches Paar suchen ihren ehemaligen
Regisseur auf, um ihn von
einer neuen Filmidee zu überzeugen,
ein feuriges, farbiges Werk mit
schönen Frauen in Afrika, ein Sequel
eines vor zehn Jahren erfolgreichen,
gemeinsamen Films („Das Schweigen der Männer“).
Nach Irrfahrten und Pannen im
nächtlichen winterlichen Appenin, wo sich
die beiden in Teile eines erotischen
Films und eines philosophischen Klosterfilms verirren, gelangen sie erschöpft
zu Fuss zum Regisseur.
Dieser
hat sich ins steinige und melancholische Umbrien zurückgezogen und be-
schäftigt sich mehr mit Askese, Konsumverzicht und dem Untergang. Er hält nichts
von Mainstream und kann die beiden überzeugen, einen Franziskanischen Film
namens „Die Vogelpredigt“ zu drehen. In Mönchskleidern werden sie zu den Proben
in die sibillinischen Wälder geführt, dort aber schnappt die Falle zu, der
Regisseur verschwindet und die beiden verirren sich in den labyrinthischen
Wäldern. Sie schreien und schreien.

Das Dilemma des
unterforderten und überförderten Schweizer Films als Thema eines Road Movie, in
dessen Verlauf zwei Darsteller und ein einschlägig vorbelasteter Regisseur
Bilanz ziehen und sich zugleich mit der eigenen Arbeit auseinandersetzen.
Clemens Klopfenstein gelang eine eigenwillig-hintersinnige, mitunter höchst
komische Reflexion über Kunst und Kommerz, die sich aufmerksamen Zuschauern als
wahres Füllhorn kluger Gedanken zu erkennen gibt. (Filmdienst)
Die wichtigsten Filme von Clemens Klopfenstein:
„Geschichte der Nacht“ 1979
Forum Berlin
„Transes-Reiter auf dem toten Pferd“ 1981 Forum Berlin
Kamera bei Christian Schochers „Reisender Krieger“ 1981
„Das Schlesische Tor“ 1982
„Eine nachtlang Feuerland“ 1982
Kamera bei Hugo Sigrists „Giro“ 1983
„Der Ruf der Sibylla“ 1984 Forum Berlin
„Macao-Die Rückseite des Meeres“ 1988
„et Ego in Arcadia“ City-Life
Episodenfilm 1990 Forum
“Das vergessene Tal” 1991
“Füürland 2” 1992
“Die Gemmi – ein Uebergang” 1994 Forum Berlin
„Das Schweigen der Männer“ 1997
„Wer hat Angst vor dem
umbrischen Wolf?“ 1998
„Alp-Traum“ (Tatort) 1999
„WerAngstWolf“ 2000 Forum Berlin
Ein Film ohne Bild: Tod,
Trauer, Trapani (CD) 2001
Zeichnungsserien: „Pech und Bar“ 2001
und „Umbrisches Feuer“ 2002
„Die Vogelpredigt oder Das Schreien der Mönche“
2004-5
Forum Berlin