Programm
März 2005
1. Film
2.
Film 3.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Achtung ! Ab Jänner neue Spieltage !!!!!
Ab Jänner 2005 zeigen wir die FKC Filme am Donnerstag, 19.30 Uhr in den Weltlichtspielen und
am Freitag um 21.30 Uhr. neu
Wir hoffen, dass der Freitag-Nachttermin besser wahrgenommen wird als der
bisherige Mittwoch-Nachttermin.
Thema :
Filmland Italien
Donnerstag, 3.3. 2005 -
19.30 Uhr und
Freitag 4.3. 2005 - 21. 30 Uhr

Italien: 2003, ital. OmU
, 106 Min
Regie: Marcello Bellocchio
Darsteller:
Luigi Lo Cascio, Maya Sansa, Roberto Herlitzka, Pier Giorgio Bellocchio,
Giovanni Calcagno, Paolo Briguglia
Drehbuch: Marcello Bellocchio
Am 16. März 1978 entführten die "Brigate Rosse" den italienischen Politiker Aldo Moro. 55 Tage danach wurde im Kofferraum eines Wagens Aldo Moros Leiche gefunden.
Der Film zeigt die Ereignisse von der Vorbereitung der Entführung bis zur Ermordung Aldo Moros.
"Insgesamt sorgt Bellocchios mutiger
Versuch, die von Staatsräson und politischem Fanatismus getragenen Ereignisse
auf ihre menschlichen Wurzeln zurückzuführen, für ein hochinteressantes
Kinoerlebnis."
(Schöfl-Filmkritik)
wir bedauern zutiefst, dass diese Aufführung entfallen
ist, da der Film nicht geliefert wurde.
Donnerstag, 17. 3. 2005 - 19.30 Uhr und
Freitag 18.3. 2005- 21. 30 Uhr
I
Cento Passi

hundert schritte
Marco Tullio Giordana
Italien 2000
Regie Marco Tullio Giordana Drehbuch Marco Tullio Giordana, Claudio Fava, Monica Zapelli Kamera Roberto Forza Schnitt Roberto Missiroli Musik Procul Harum, Janis Joplin Mit Luigi Lo Cascio, Luigi Maria Burruano, Paolo Briguglia, Tony Sperandeo, Andrea Tidona, Pippo Montalbano, u. a. Produktion Titti Film, RAI Cinema Produzent Fabrizio Mosca Verleih in Österreich filmladen, der Verleih des VOTIV KINOS. Italien 2000. 114 Minuten, Farbe, 35 mm/1 : 1,85, OmU/Dolby SR
I CENTO PASSI erzählt die authentische
Geschichte eines jungen Mannes, dessen Zivilcourage ganz Italien aufrüttelte.
I CENTO PASSI basiert auf dem Leben des Anti-Mafia-Aktivisten Giuseppe "Peppino"
Impastato, der am 9. Mai 1978 einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Die Behörden
legten das Verbrechen als Selbstmord zu den Akten, Impastatos Freunde und seine
Familie aber kämpften unermüdlich um eine Neuaufnahme des Verfahrens. Eine
Fernsehreportage des Journalisten Claudio Fava (der auch am Drehbuch des Films
mitarbeitete) machte den Fall in ganz Italien bekannt. 1996 wird Giuseppe
Impastatos Tod zum Verbrechen erklärt, und am 11. April 2002 wird Gaetano "Tano"
Badalamenti wegen Anstiftung zum Mord an Giuseppe Impastato verurteilt.
Aber Marco Tullio Giordanas preisgekrönter Film ist kein reißerischer
Polit-Thriller. I CENTO PASSI gewinnt dem Genre des Mafia-Films vielmehr
überraschend neue Facetten ab. Giordana verbindet das Porträt eines mutigen
Menschen mit einem packenden Familiendrama und zeigt, wie nahe familiäre und
mafiose Strukturen beieinander liegen:
Nur 100 Schritte liegen zwischen dem Elternhaus Peppino Impastatos und dem Haus
von Tano Badalamenti, 100 Schritte, die für Peppino zum Symbol des Mafia-Filzes
werden. Dabei beginnt alles ganz harmlos. Unter dem wolkenlosen Himmel Siziliens
feiert man an einer langen, reich gedeckten Tafel den Geburtstag von Onkel
Cesare. Reden werden gehalten, der 10-jährige Peppino trägt ein Gedicht vor,
Onkel Cesare fährt mit ihm im neuen Auto über den Hof, und die Kinder trällern
fröhlich "Volare, cantare, nel blu dipinto del blu", den größten Hit Italiens im
Jahre 1958. Doch die Idylle, die über dem Ort Cinisi bei Palermo liegt, ist
trügerisch. Denn als Cesare kurze Zeit später von einer Autobombe getötet wird,
breitet sich ein Mantel des Schweigens über das Verbrechen und niemand verliert
ein Wort über den Anschlag. Peppino beginnt zu ahnen, dass sich hinter der
Omertà die Nähe von Verbrechen und Verwandtschaft verbirgt. Er sucht Rat beim
einzigen Menschen, der nicht zum Dunstkreis der Familie gehört, bei Stefano
Venuti, Maler und Mitglied der kommunistischen Partei.
In der Folge schildert Marco Tullio Giordana den Werdegang Peppinos vom
kommunistischen Aktivisten zum einzelgängerischen Kämpfer gegen die Mafia, der
sich weder von der Partei noch von der Love-and-Peace-Ideologie der
Hippie-Generation vereinnahmen lässt. Zunächst gibt Peppino eine Zeitung heraus,
in der er die Geschäfte der lokalen Mafia anprangert, dann gründet er die
Radiostation AUT und sendet satirische Beiträge, mit denen er die Mafia zwar
ärgert, aber nicht wirklich in Gefahr bringt. Erst als er auf einer
kommunistischen Liste für den Gemeinderat kandidiert, wird er zur Bedrohung und
besiegelt damit sein Schicksal.
Eingebettet in zehn Jahre italienischer Zeitgeschichte zeigt I CENTO PASSI,
welche Auswirkungen Giuseppe Impastatos Wirken auf seine Familie hat. Im
Mittelpunkt des Films steht folgerichtig der Konflikt zwischen Vater und Sohn.
Luigi Impastato, ein kleines Rädchen im Getriebe der "Familie", kann und will
Denken und Handlungsweise seines Sohnes nicht begreifen. Die Mutter hingegen
wandelt sich von der stillen Dulderin zur überzeugten Anhängerin ihres Sohnes.
Dass ihr Kampf um späte Gerechtigkeit nicht unbelohnt blieb, ist auch ein
Verdienst dieses großartigen Films.
"Dieser Film geht tief unter die Haut." (film.de)
"Aus dem spektakulären Fall des Mafia-Gegners Giuseppe 'Peppino' Impastato hat
Marco Tullio Giordana einen vielschichtigen Film gemacht, der sich der
Genre-Traditionen bedient, aber ständig über sie hinausweist." (Der Schnitt)
"In seinem bisher besten, stärksten und direktesten Film, erweitert Marco Tullio
Giordana erfolgreich gewichtiges Sozialkino mit einem persönlichen und
menschlichen Humor und verbindet seine Anklage mit dem anrührenden und
authentischen Porträt eines rebellischen Engels." (La Repubblica)
"Marco Tullio Giordana ist ein Ausnahmeregisseur im italienischen Kino und sein
Film ist, wie das Leben von Peppino Impastato, ein Akt des Widerstandes.
Berlusconi hat guten Grund Angst zu haben, auch wenn ihm viele versichern, dass
der 'Fall' Peppino Impastato abgeschlossen ist." (Il Manifesto)

HUNDERT SCHRITTE ist die
authentische Geschichte des Anti-Mafia-Aktivisten "Peppino" Giuseppe Impastato,
der am 9. Mai 1978 ermordet wurde. Erst 18 Jahre danach wird Peppinos Tod auch
offiziell zum Verbrechen erklärt.
"Marco Tullio Giordana erzählt hier nicht von der italienischen Mafia, sondern
von der italienischen Familie. Das ist einerseits dasselbe. Andererseits
betrachtet er nicht die Organisation, sondern die alltägliche Abhängigkeit.
Peppino ist ein poetischer Quälgeist und couragierter Don Quichotte. Er hat den
Kampf gegen die Mafia verloren, aber in seinem Tod doch noch gesiegt." (Oliver
Hüttmann, Der Spiegel)
"In seinem bisher besten, stärksten und direktesten Film, erweitert Marco Tullio
Giordana erfolgreich gewichtiges Sozialkino mit einem persönlichen und
menschlichen Humor und verbindet seine Anklage mit dem anrührenden und
authentischen Porträt eines rebellischen Engels." (Roberto Nepoti, la Repubblica)
Donnerstag, 31. 3. 2005 - 19.30 Uhr und
Freitag 1.4. 2005- 21. 30 Uhr
