Programm März 2004
1. Film
2.
Film 3.Film
Eintrittspreise: Normallänge 7€ - Weltlichtspiele Dornbirn

Österreich 2003, 89 Minuten,
35 mm/1 : 1,85/Dolby SRD, Regie: Goran Rebic
Goran Rebic präsentiert ein kompaktes Meisterwerk, ein River-Movie sozusagen,
denn die Fahrt der Donau beginnt in Wien bei km 1890 und endet bei km 0, im
Donaudelta. Dazwischen liegen bekanntlich Ungarn, die vom Krieg heimgesuchten
Gebiete Ex-Yugsolaviens wie Vukovar, Bulgarien und Rumänien.
Auch die Handlung ist rasch erzählt: auf ein etwas heruntergekommenes
Hotel-Schiff unter deutscher Flagge , dem „Hotel Donau“ kommt ein 19 jg
Jugendlicher und ein Sarg. Der jugendliche Bruno behauptet der Sohn des Kapitäns
Franz (Otto Sanders) und der im Sarg liegenden ehem. Rumänischen
Olympia-Schwimmerin Mara zu sein, was dieser jedoch anfangs ausdrücklich
verneint. Weiters gesellen sich noch eine drogenabhängige Farbige österr.
Staatsbürgerschaft (Un-Dolmetscherin), ein in der Donau aufgefischter
Flüchtling, ein ehemaliger Yugoslave und ein Musiker als Transsilvanien
(rumänischer Zigeuner) dazu, welche dann gar noch ein Neugeborenes hinterlassen.
Nachdem der Sarg gemäss dem letzten Willen der Gestorbenen am Eisernen Tor
versenkt wird, stirbt auch der Kapitän unvermittelt an einem Herzinfarkt, nicht
ohne vorher noch Geburtsurkunden und Trauscheine ausgestellt zu haben. Am
Endpunkt angekommen wird der junge Mann als Sohn der beiden Verblichenen
aufgenommen, egal ob er es wirklich ist oder nicht.
Der Film ist wehmütig, es fließen einige Tränen, er zeigt in faszinierenden und
typischen Bildern ohne viel Worte zu verschwenden, die derzeitige Situation in
den unterschiedlichsten Ländern, die der bedeutendste Fluss Europa verbindet und
Grenzen noch immer trennt.
**** herausragendes Portrait aller Donauländer
(D ist durch das Schiff selbst repräsentiert), das mit wenigen, treffenden
Bildern und Anekdoten das jeweilige Land skizziert und durch eine etwas
sentimentale Rahmenhandlung verknüpft wird. Echter 35mm Film und handwerklich
sehr gut gemacht.
Mittwoch,
17.3. 04 - 21.30 Uhr und
Donnerstag, 18.3. 04 - 19.30 Uhr
Der alte Affe Angst
Oskar Roehler´s (Die Unberührbare) neuester extremer
Liebesfilm !
http://www.der-alte-affe-angst.de/
Eine moderne Liebesgeschichte – so ungewöhnlich wie das Leben
selbst.
DER ALTE AFFE ANGST erzählt auf sehr emotionale Weise die Geschichte des
sensiblen Regisseurs Robert (André Hennicke) und seiner Freundin Marie (Marie
Bäumer), die als Ärztin in einer Kinderklinik arbeitet. Sie lieben sich, sie
gehören zusammen, trotz aller Probleme, die ihr gemeinsames Leben mit sich
bringt.
Als Robert erfährt, dass sein Vater Klaus (Vadim Glowna) unheilbar krank ist,
nimmt er nach Jahren des Schweigens wieder Kontakt zu ihm auf. Doch kurz darauf
stirbt Klaus. Robert, ohnehin geplagt von künstlerischen Zweifeln und Ängsten,
begibt sich immer mehr auf einen selbstzerstörerischen Ego-Trip. Seit Monaten
schon hat er nicht mehr mit Marie geschlafen, findet sexuelle Befriedigung nur
noch bei Prostituierten.
Auch für Marie beginnt nun eine schwere Zeit, in der sie fast den Boden unter
den Füßen verliert. Doch in ihrer großen gegenseitigen Liebe und der wilden
Entschlossenheit, für einander zu kämpfen, liegt die Hoffnung auf einen
Neuanfang...
Ein bewegender, mutiger und schonungslos ehrlicher Film
(www.filmz.de)

Schicksal, tödliche Krankheiten,
psychische Störungen, schwierige sexuelle Konditionen, der fremd gewordene
Vater, die Verzerrungen zwischen Wollen und Können, von Belehren und selbst
nicht Können breitet uns Oskar Roehler hier aus.
Sein Held André Hennicke, der sehr glaubwürdig einen Theaterautoren spielt,
kümmert sich um sich selbst, seine Ängste, sein gutes Leben, die stimmige
Sexauslastung. Seine Frau/Freundin (Marie Bäumer, Romy Schneider erstaunlich
ähnlich) darf zwar im Liebesspiel auf ihm rumtrampeln, hat in der Realität
indes Schwierigkeiten, Ängste und einen erschreckenden Hang zur Selbsttötung zu
bewältigen. Roehler handelt in Szenenabfolgen unterschiedliche Ängste und deren
Verarbeitung ab, zeigt Personen, deren Schicksale und die Bezüge zu anderen
Menschen ihres Lebensumfelds.
Uns Zuschauern erspart er dabei 92 Minuten lang Nichts. Hysterie des Weibes gilt
es ebenso zu ertragen wie den geifernden sexbesessenen Kerl. "Der alte Affe
Angst" - im Film wird 'alte' großgeschrieben - ist ein brutaler Angriff auf Ruhe
und Beschaulichkeit in realen menschlichen Beziehungen und die eingeforderte
immer-wieder-alles-verzeihende Liebe wird als unverschämte Anmaßung enttarnt. (Stadtmagazin
Karlsruhe)
Mittwoch,
31.3. 04 - 21.30 Uhr und
Donnerstag, 1.4. 04 - 19.30 Uhr
Una casa con vista al mar
Ein Haus mit Sicht aufs Meer
Venezuela / Kanada / Spanien 2001, 93 Min., spanische OmU.
Regie und Buch: Alberto Arvelo

In den Anden Venezuelas, die Träume von Tomas Alonso, einem verwitweten Bauern,
und seinem Sohn Santiago, ihr ruhiges Verhältnis und ihr Wunsch, eines Tages den
fernen Ozean zu sehen. Draußen herrscht die Grausamkeit des Nachbarn und Don
Homeros, der Besitzers des Bodens, auf dem Tomas arbeitet. Bis eine verzweifelte
Gewalttat Vater und Sohn trennt. Es braucht die mutige Einmischung eines
ausländischen Journalisten, um ihre Träume wieder zu vereinen.
Una Casa con vista al mar erforscht die Lebensweise und die Traditionen der andinischen Bevölkerung. Aus der Verzweiflung, ausgebeutet zu werden, kann Gewalt entstehen. Wenngleich Tomas ein einfacher Mann ist, der seinen Boden und die kleinen Ereignisse liebt, kann es auch vorkommen, dass er einmal bis zum Ende seines Stolzes geht. Nur sein Schicksal erlaubt es ihm nicht, zwischen Mord und Feigheit zu wählen. Stolz und Mut, Einsamkeit und Ruhe sind die Themen dieses Films. Die Geschichte ist so einfach wie das Leben von Tomas, die Umsetzung nüchtern und sensibel. Worte sind selten, doch das Nichtgesagte und die Blicke intensiv. Die Gesichter erzählen mehr als sie sagen und die sparsamen Bewegungen zielen aufs Wesentliche. Jenseits des Dramas geben der Traum nach einem mythischen Ozean, das Foto, das das Bild der geliebten Menschen rettet, dem Film eine poetische Dimension.
Ich schrieb nach der Sichtung des Films:
Tief in den Anden lebt eine arme Bauernfamilie. Der Vater
begräbt die Mutter und betrinkt sich im Elend. Der Bub hat noch nie das Meer
gesehen und möchte es einmal sehen. Auf einem Fest des Großgrundbesitzers
hänselnd die Kinder der Reichen den armen Bub und provozieren ihn, als er
zurückschlägt, prügeln sie in halb tot. Die Alten mischen sich ein und der Vater
des Gelynchten sticht zu. Er wird verhaftet. Zuvor macht ein Wanderfotograf noch
ein Foto.
Er kommt in Gefängnis und der Bub muss allein den Hof bewältigen. Da der
angeblich Ermordete überlebt hat, würde er ihm verzeihen und die Klage
zurückziehen, wenn er ihm den Sohn in Knechtschaft überlässt. Der Vater
verweigert dies und will lieber hingerichtet werden. Bei der Überstellung in ein
anderes Gefängnis, welche der Wanderfotograf mit seinem roten LKW machen soll,
gelingt ihm die Flucht.
*** 2/3 eindringlicher, langsamer Film mit atemberaubenden Bildern und einer
klaren Aussage
der Film erhielt den Publikumspreis
Ein trigon-film im Cinematograph-Filmverleih.
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4th Cinemanila International Film Festival 2002.
Filipinas.
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Colombia,2002.
18 Festival International du Film D’Amour de Mons 2002,
Bélgica. Seleccionada por Venezuela a los Oscar® 2001/ Selected by Venezuela for the Oscar® 2001
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2001 Festival de cinémas et cultures de l’Amérique latine, Biarritz
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Audiovisual Mejor película en post-producción 2001 / Best film in post-production 2001 |