Programm
Februar 2005
1. Film
2.
Film
Nachlese
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Achtung ! Ab Jänner neue Spieltage !!!!!
Ab Jänner 2005 zeigen wir die FKC Filme am Donnerstag, 19.30 Uhr in den Weltlichtspielen und
am Freitag um 21.30 Uhr. neu
Wir hoffen, dass der Freitag-Nachttermin besser wahrgenommen wird als der
bisherige Mittwoch-Nachttermin.
Thema :
Filmland Italien
Donnerstag, 10. 2. 2005 -
19.30 Uhr und
Freitag 11.2. 2005 - 21. 30 Uhr
DIE BESTEN JAHRE
- La meglio Gioventú -
Italien, 2003, OmU, 366 Min. in zwei Teilen (Teil 1)
Regie: Marco Tullio Giordana
Darsteller: Luigi Lo Cascio, Alessio Boni, Adriana Asti, Sonia Bergamasco,
Fabrizio Gifuni, Maya Sansa, Valentina Carnelutti

"Ein Wunderwerk, das es unbedingt wert ist,
dass man sich Zeit dafür nimmt.
DIE BESTEN JAHRE belebt wieder, was zum Besten der italienischen
Filmtradition gehört: die politische Analyse Pasolinis, die surreale
Bilderwucht Fellinis, die poetische Erzählweise über die Liebe und deren
Ende, wie etwa Antonioni sie pflegte. ... Wer sich darauf einlässt, erlebt,
was Kino vermag." Peter Feist
ACHTUNG
TERMINÄNDERUNG !
Donnerstag, 17. 2. 2005 - 19.30 Uhr und
Freitag 18.2. 2005- 21. 30 Uhr
DIE BESTEN JAHRE
- La meglio Gioventú -
von Marco Tullio Giordana
Italien, 2003, 35mm,
OmU, 366 Min. in zwei Teilen (Teil 2)
Nachlese
Der erste Teil begann im Jahr 1966, umfasste die
großen Themen der vergangenen vier Jahrzehnte: politisches wie die
Studentenrevolte in Mailand, die kommunistische Bewegung und ihr teilweises
Abgleiten zu den Roten Brigaden in den Terror, der Kampf der Justiz gegen die
Mafia, Korruption und Wirtschaftsliberalisierung, aber auch gesellschaftlich
wichtige Ereignisse wie das Hochwasser in Florenz 1966, die Psychiatriereform
(Vorbild Basaglia und der Kampf gegen die Elektroschock-Therapie) und das
mitreißenden Fußballspiel Italiens gegen Korea.
Erzählt aus dem Blickwinkel von 2 Brüdern der Familie Carati, wie sie
unterschiedlicher nicht sein könnten und dessen Freunden. Nicola ist Arzt und
Kämpfer für die Befreiung der Psychiatriepatienten, dessen Frau Giulia, begabte
Pianistin, wird politisch immer radikaler und endet bei den Roten Brigaden,
Matteo, schafft die Prüfung in Literatur nicht und meldet sich zum Militär, wird
danach Polizist, der auf die revoltierenden Stundenten einprügelt, als er einen
Demonstranten tötet, wird er nach Sizilien versetzt und eckt auch dort mit
seiner nordischen Korrektheit in der von der Mafia durchtränkten Polizei von
Palermo an.
Der Ehemann einer Schwester Nicolas ist ein hoher Beamter der Staatsbank Banco
di Italia und somit als Attentatsziel bestens geeignet. Lebenswege, die so
extrem diametral entgegen gesetzt sind, dass es unweigerlich zu einer
Katastrophe kommen muss. Ein anderer Verwandter verliert seinen Job bei Fiat und
ist Opfer einer Entlassungswelle.
Eine weitere Leitfigur (s. obiges Titelfoto) ist die gemeinsame psychisch kranke
Jugendfreundin Giorgia , die sie aus der geschlossenen Elektroschock-Abteilung
befreien und eigentlich mit auf Urlaub nehmen wollen, als sie doch zu schwierig
wird bringen sie Giorgia zu ihrem Vater zurück, doch der bzw. dessen Frau will
sie nicht. Als von der Polizei Gesuchte wird sie wieder in die geschlossene
Psychiatrie zurückgebracht. Gegen Ende des 1. Teiles wird sie völlig verwahrlost
und apathisch in einem Kellertrakt einer psychiatrischen Klinik aufgefunden und
befreit - gegen die Psychiater, der derartige Menschenrechtsverletzungen
duldeten, der Prozess eröffnet.
Giulia verlässt Nicola und arbeitet aktiv für die Roten Brigaden. Ihre Tochter
Sara fragt nach der Mutter.
Auch wer den 1. Teil nicht gesehen hat, wird sich dank dieser Erklärung nun
leicht in den 2. Teil hineinfinden!
Meisterhaft erzähltes Familien-
und Geschichts-Epos, das in Italien
Kultstatus erlangt hat. Anhand des Schicksals einer römischen Familie
beleuchtet der Film die letzten 40 Jahre der italienischen Geschichte.
Beginnend im Jahr 1966 umfasst DIE BESTEN JAHRE die großen Themen der
vergangenen vier Jahrzehnte: politisches wie die Studentenrevolte, die
kommunistische Bewegung und das Abgleiten der Roten Brigaden in den Terror, der
Kampf der Justiz gegen die Mafia, Korruption und Wirtschaftsliberalisierung,
aber auch gesellschaftlich wichtige Ereignisse wie das Hochwasser in Florenz
1966, die Psychiatriereform und die mitreißenden Fußballspiele Italiens gegen
Korea und Deutschland.
DIE BESTEN JAHRE war ursprünglich als Fernsehserie konzipiert, gelangte
schließlich aber in einer sechsstündigen Fassung in die internationalen Kinos.
Beim Internationalen Filmfestival von Cannes 2003 wurde der Film mit dem 'Prix
Un Certain Regard' ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Europäischen
Filmpreises 2003 und des französischen Filmpreises César war Giordana als Bester
Regisseur bzw. Bester Europäischer Film nominiert.
Nachlese
Und das geschah im zweiten Teil:
Nicola ist mit seiner Tochter Sara alleine. Als Giulia ihre Tochter Sara sehen
will, wird sie von ihm verraten, verhaftet und in Hochsicherheitsgefängnis
gebracht. Er wollte damit vermeiden, dass sie einen Mord begeht.
Matteo ist wieder in Rom und auch Mirella, seine Liebe aus Sizilien, eine
Bibliothekarin ist ihm gefolgt, dennoch verhält er sich eigenartig und gibt sich
ihr gegenüber als „Nicola“ aus, als Mirella dies herausfindet, reagiert er
schroff. In der Silvesternacht fühlt er sich einsam und begeht Selbstmord, nicht
wissend, dass sie von ihm schwanger ist.
Der reiche Bruder, der Banker Carlo, lässt sich in der Toskana eine alte Villa
restaurieren, nach Drohungen durch die Roten Brigaden erhält er massiven
Personenschutz und es passiert ihm nichts.
Nicola entdeckt bei einer Fotoausstellung das Foto seines verstorbenen Bruders
Matteo und sucht die Fotografin, als der Richter Falcone in Palermo ermordet
wird, trifft er dort diese Fotografin, es ist Mirella. Ihr Sohn ähnelt dem Vater
und als die Oma in Sizilien eintrifft vertragen sich alle gut.
2000 - Die Enkel heiraten alle und auch Giulia ist wieder frei, wenn auch immer
noch sehr verschlossen, ihre Tochter ist erfolgreiche Restauratorin und heiratet
ebenfalls.
Letztlich finden auch Nicola und Mirella zusammen…. Happyend.
Der 2. Teil fällt leider deutlich ab, auch technisch merkt man ihm an den Farben
und an einigen digitalen Artefakten deutlicher an, dass es doch nur eine (sehr
gute) FAZ Kopie handelt.
Hat der erste Teil viele Landschaften, historische Ereignisse und auch
Stimmungsbilder (mit der Musik von damals) vermittelt, so rutscht der 2. Teil
arg ins melodramatische, familiäre, ja fast in den Kitsch ab.
Noch stärker als im ersten Teil hat man den Eindruck, dass die Rechten wehleidig
als Opfer der Geschichte dargestellt werden, die Linken werden entweder
TerroristInnen oder passen sich auf das Bürgerlichste an … Diese politische
Aussage zugunsten der Rechten finde ich bedenklich, von den Machenschaften des
Herrn Berlusconi fällt kein Wort in diesem Film…