Programm des FKC im Februar 2003
Mittwoch, 12.2.2003
- 21.30 Uhr
-
und Donnerstag 13.2.2003, 19.30 Uhr
DER MANN
OHNE VERGANGENHEIT
DER NEUE AKI KAURSIMÄKI FILM
hier
Website
Inhalt:
Ein Namenloser (Markku Peltola), überfallen und ausgeraubt nach einer Zugfahrt
und von den Ärzten für tot erklärt, findet sich plötzlich erinnerungslos in
einem zweiten Leben wieder. Er siedelt sich in einem Schrottcontainer am
Flussufer an, mit Kleidern versorgt von der Heilsarmee und bald auch mit der
scheuen Liebe einer Heilsarmistin (Kati Outinen). Mit Zähigkeit, Phantasie und
Überlebenswillen kehrt er ins Leben zurück. Bis er, versehentlich eines
Banküberfalls verdächtigt, identifiziert wird. Muss er nun zurück in seine
frühere Welt, an die er sich immer noch nicht erinnern kann?
Nach längerer Schaffenspause ist Aki Kaurismäki nun ein
kleines Meisterwerk gelungen, das sowohl inhaltlich durch seinen einfühlsam
humanistischen Grundton, Situationskomik und Lakonie, als auch formal durch
satte, warme Farben und eine wunderbare Musik besticht. Der Mann ohne
Vergangenheit gehörte zu den Highlights der diesjährigen Filmfestspiele in
Cannes und wurde mit dem "Großen Preis der Jury" und dem "Preis
für die beste Darstellerin" (Kati Outinen) ausgezeichnet.
San Sebastian International Filmfestival 2002: GROSSER PREIS - Bester Film des
Jahres (FIPRESCI - International Federation of Film Critics)
Ich schrieb nach der Sichtung des
Filmes:
Eigentlich wollte Aki Kaurismäki keinen Film mehr drehen. Und wieder
schuf er ein kleines Meisterwerk, diesmal jedoch in Farbe. Mit dokumentarischer
Genauigkeit in der Situation Obdachloser und eigentlich nur wenig wirklich
witzigen Szenen erzählt er eine Geschichte, die an sich nicht so viel
Situationskomik enthält wie seine früheren Filme, aber natürlich noch immer
genug.
Es beginnt mit einem Gewaltverbrechen: der Namenlose wird von 3 Skins
niedergeschlagen und ausgeraubt, im Spital wird er für tot erklärt, steht aber
plötzlich auf und geht, er findet sich bei Obdachlosen in einem verrosteten
Container wieder, die ihm Unterschlupf gewähren und pflegen; es kommt sogar zu
einer scheuen Liebe mit Irma, einer Heilsarmistin, er bekommt sogar Arbeit als
Schweißer, aber wie anmelden, wenn er weder Namen noch SVNR weiß und auch kein
Konto hat? Als er ein Konto eröffnen will gerät er in einer (bereits an
Nordkorea [sic!] verkauften) Bank als Geisel in einen Banküberfall, danach
veröffentlicht die Polizei sein Foto und seine geschiedene Frau meldet sich,
seine Identität und Vergangenheit wird bekannt...
Wieder schildert Kaurismäki die untersten sozialen Schichten als äußerst
liebenswerte und freundliche Gestalten, die sich an kleinen Almosen der
Heilsarmee und deren Schnulzenmusik erfreuen, sie werden allerdings von
korrupten Wächtern und einigen Kriminellen bedroht.
Humorvoll ist die Szene mit dem angeblich so gefährlichen Kampfhund, der sich
eher als Schoßhündchen entpuppt und wieder gibt es einige Musikstücke, die aus
fürchterlichen Edelschnulzen und Kirchenliedern der Heilsarmee noch einiges an
Komik herauskristallisieren.
**** typische Kaurismäki - Tragikomödie, diesmal
in Farbe
gesehen und empfohlen von Norbert
Mittwoch, 26.2.2003 - 21.30 Uhr - und Donnerstag 27.2.2003, 19.30 Uhr
CALLE
54
(54.Straße)
DER SALSA HIT von Fernando Trueba!

Spanien,
Frankreich 2000; 105 Min., Dolby Digital; spanische OmU
Regie: Fernando Trueba
Musik: Paquito D´Rivera, Eliane Elias, Chano Dominguez, Jerry González, Michel
Camilo, Gato Barbieri
13 Musiker von verschiedenen Kontinenten verbindet eines: der Latin-Jazz. Sie spielen, weil es ihre Passion ist. Der Rhythmus, die Mischung aus Klassik, Swing und Flamenco macht "Calle 54" zu einem pulsierenden Club, in dem sich die Musikrichtungen bunt vermischen.
12 Lateinamerikanische Musikstücke, aufgenommen in Stockholm, San Juan, Havanna, NY und Cádiz.
http://www.calle54film.com/ (Homepage mit Sounds)
http://www.clubcultura.com/clubcine/clubcineastas/trueba/
http://www.analitica.com/cyberanalitica/icono/8783506.asp
Ein Film zum Zuhören, Zuschauen und Genießen – weniger zum Beschreiben …….
Filmografie
Fernando Trueba:
1980: Opera Prima; 1982: “Mientras el cuerpo aguante”;
1984: “Sal Gorda” ;1985: “Sé infiel y no mires con quién” – 1986: “El año de las
luces” –
1989: “El sueño del mono loco” (The Dream of the Mad Monkey) – 1992:”Belle
Epoque”
1995: “Two Much” – 1998:”La niña de tus ojos”- 2000:”Calle 54” -
2002: “El embrujo de Shanghai”
Bajo la estructura de un documental, se desarrolla una película musical. Los "favoritos"
de Trueba en el jazz latino, tocan su música y se retratan a sí mismos en
pequeñas conversaciones con el director, que traza, entre pieza y pieza musical,
un retrato de cada artista.