Programm
Jänner 2005
1. Film 2.
Film
Eintrittspreise: Normallänge 7 - Weltlichtspiele Dornbirn
Achtung ! Ab Jänner neue Spieltage !!!!!
Ab Jänner 2005 zeigen wir die FKC Filme am Donnerstag, 19.30 Uhr in den Weltlichtspielen und
am Freitag um 21.30 Uhr. neu
Wir hoffen, dass der Freitag-Nachttermin besser wahrgenommen wird als der
bisherige Mittwoch-Nachttermin.
Donnerstag, 13. 1. 2005 -
19.30 Uhr und
Freitag 14.1. 200 - 21. 30 Uhr
S21 - DIE TODESMASCHINE DER ROTEN KHMER
Frankreich 2002, 101 min.; Regie, Buch:
Rithy Panh
Dotiert mit dem Europäischen Filmpreis 2003 zeigt dieser Film
beispielhaft, wie Vergangenheit rekonstruiert werden kann, ohne auf Archivbilder
zurückzugreifen. Regisseur Rithy Panh lässt Opfer und Täter des Pol Pot-Regimes
im Folterzentrum S21 zusammenkommen und sie über ihre Todes-Erfahrungen
sprechen, die Wächter Szenen des Gefängnisalltags in den leeren Räumen
nachspielen. Eine plastische und äußerst lebendige Darstellung von
Vergangenheit, die auf entlarvende Weise zeigt, bis zu welchem Grad der absolute
Wille zum Gehorsam bei den Tätern immer noch präsent ist.

Erinnerungen an das kambodschanische Vernichtungslager "S21 Tuol Sleng" in der Nähe von Phnom Penh, in dem heute ein Museum an die Verbrechen des Pol-Pot-Regimes gemahnt. Der Film dokumentiert den Massenmord und veranschaulicht auch die psychische Vernichtung von Menschen, die dem Terror der Diktatur anheim fielen. Er macht die Geschichte des Vernichtungslagers ebenso wie die Mechanismen der Gewaltherrschaft transparent und sucht durch die Konfrontation mit einstigen Tätern und Opfern nach Wahrheiten. Der Regisseur hat sich in seinem Gesamtwerk immer wieder mit der leidvollen Geschichte seines Heimatlandes auseinandergesetzt und versteht seinen Film als Friedens- und Versöhnungsangebot.
Donnerstag, 27. 1. 2005 - 19.30 Uhr und
Freitag 28.1. 200 - 21. 30 Uhr
Clean
Frankreich/Kanada/GB 2004; Regie und Buch: Olivier Assayas;
Musik: Brian Eno, David Roback, Tricky;
DarstellerInnen: Maggie Cheung (Emily Wang), Nick Nolte (Albrecht Hauser),
Béatrice Dalle (Elena), Jeanne Balibar (Irene Paolin) u.a.;
Cinemascope 1:2,35; Farbe; Dolby SRD; 110min; englisch-französisch-kantonesische
ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN.

CLEAN erzählt von einer Rockmusikerin, die ihren Mann – Gitarrist in der
gemeinsamen Band – durch Drogentod verliert, selbst für einige Zeit ins
Gefängnis kommt, zur Hölle des Entzugs gezwungen wird und sich schließlich
langsam zurückkämpft in ein kleines, alltägliches Leben. Das Einzige, das ihr
verblieben ist, ist ihr Kind, zu dem ihr jedoch der Kontakt verweigert wird.
Schließlich muss sie zu einer neuen Selbstachtung finden, die die Augen nicht
verschließt vor vergangenen Fehlern. Das klingt wie ein vorhersehbares Melodram,
ist jedoch vielmehr eine überraschend unsentimentale, präzise Erzählung des
Herzens. Und wenn mit impressionistischen Landschaftsaufnahmen Endzeitstimmung
angedeutet wird, so wird damit auch das Ende einer Ära, der avantgardistischen
Rockmusik der 80er-Jahre, reflektiert. Oft tritt die Kamera dann ganz nah an die
Rockgrößen heran, filmt sie durch die tanzende Menge hindurch und folgt den
rhythmischen Bewegungen ihrer Gesichter. Auch Emilys suchender Blick ist oft in
Großaufnahme zu sehen. Wenn etwas die „Handschrift“ Assayas’ entscheidend prägt,
dann ist es eine Fähigkeit, mit sehr schnellen, zuerst flüchtig anmutenden
Blickbewegungen Räume zu erschließen, Personen zu etablieren und zu
„beschreiben“. So handelt CLEAN – ein französischer Film, aber zu zwei Dritteln
in Englisch – zuallererst einmal von der Mechanik des Blicks in beschleunigten
Zeiten.