Alpinale – Preisverleihung

Preisverleihung beim 31. Alpinale Kurzfilmfestival in Nenzing

Am Samstag Abend war das Wetter perfekt, wem es zu kühl wurde, wurden Decken geliehen. Es konnte also, wie schon am Donnerstag und Freitag zuvor, wieder open air die „fabelhaften“ Kurzfilme gezeigt werden. Kurz und bündig wurden die Preisträger von je einem Jurymitglied verkündigt.
V-shorts: „Det er her“, Moritz Sonntag, Norwegen/ A 2014, 8 Min.
Es wird eine Frau in Norwegen, die den größten Teil ihres Lebens in der freien Natur mit ihren Schlittenhunden verbringt, in schönen Cinemascope-Bildern gezeigt. Die Hunde, die sie erzieht und trainiert, sind wie ihre Kinder. Zwar ein schöner Naturfilm, für einen Preis aber weder besonders originell noch innovativ. ***

Goldenes Einhorn für den besten Animationsfilm: „Dissonance“, Till Nowak, D 2015, 17 Min. Ehrlich verdient war der Animationsfilmpreis. Aus Realfilm- und Animation aufwändig hergestellt, zeigt der Film einen begabten Pianisten, der den Kontakt zu seiner Tochter sucht, was deren Mutter zu verhindern versucht. Es wird ihm, eine häufig vorkommende emotionale Dissonanzstörung diagnostiziert und mit der Polizei gedroht. Gewisse Parallelen zu David Helfgott sind dabei unverkennbar. ****

Goldenes Einhorn für den besten Internationalen Film: „Die Badewanne“, D, A 2015, 13 Min. von Tim Erich. Mit Simon Jaritz, Rainer Wöss und dem Vorarlberger Schauspieler Stefan Pohl. Die Brüder Georg, Alexander und Niklas sind dabei, ein originelles Geschenk für ihre Mutter zu machen. Doch die Idee ein Badewannenbild aus der Kindheit fotografisch nachzustellen, gefällt dem Ältesten, einem Politiker, gar nicht. Keinesfalls will er sich in der Öffentlichkeit nackt zeigen, dabei bleiben sie eh in ihren gemusterten Unterhosen. Die Hüllen fallen schließlich doch und drei Brüder bleiben zurück, die in der Zwischenzeit Fremde geworden sind. Der Film hat bereits den Prix Spécial du Jury am Filmfestival Clermont-Ferrand 2016 gewonnen und wurde auf vielen Festivals gezeigt. Ein Ort, eine Einstellung, eine Geschichte. **
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Lobende Erwähnung: Jay amongst men, Zeno Graton, B/F 2015, 28 Min. Der 14 jährige Jay wird von seinem Vater noch nicht ganz ernst genommen, um ein Mann zu sein, muss er eine Freundin habe. Also stürzt sich Jay in das Getümmel einer Disco und lernt dort eher zufällig eine Frau kennen. Durchaus spannend wird der Initiationsprozess eines Außenseiters in die Männerwelt gezeigt. ****

Goldenes Einhorn für den besten Hochschulfilm:

[Out of Fra]me, Sophie Linnenbaum, D 2016, 19 Min.
Paul hatte immer das Pech auf Fotos immer abgeschnitten zu werden, vor lauter Einsamkeit fällt er aus dem Bild und kommt nicht mehr hinein. Er geht in die Selbsthilfegruppe der Outtakes und hofft doch noch mit einer Frau auf irgendeinem Bild sichtbar zu werden. Bei der zweiten Sichtung gefiel mir der Film der Konrad-Wolf Filmuni Babelsberg schon etwas besser. Manchmal sind ja auch jene, die nicht im Mittelpunkt stehen, bedeutend! Auch die Preisträgerin bat darum, abgeschnitten zu werden!
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Lobende Erwähnung: Grandma´s Day, Milosz Sakowski, Polen 2015, 30 Min.
Tomek braucht dringend Geld und schleicht sich mit dem „Enkeltrick“ bei einer einsamen alten Frau in einer verwahrlosten Wohnung ein. Die kann den Besuch gut gebrauchen, um dem Sozialamt eine intakte Familie vorzutäuschen, ohne die sie in ein Altersheim gesteckt wird, was sie pardout nicht will. Sie schlägt zurück, und schließlich sind beide plötzlich aufeinander angewiesen.
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Großer Preis der Jury und Publikumspreis:
Wie schon letztes Jahr waren sich die Int. Jury und das Publikum erstaunlicherweise über den besten Film aus allen Kategorien einig: Balcony, Toby Fell-Holden, GB 2015, 12 Min.
Die Flüchtlinge in dem Wohnblock werden von den Einheimischen argwöhnisch beobachtet. Doch der Teenager Tina freundet sich mit dem afghanischen Mädchen Dana an, deren Vater drogenabhängig ist und angeblich gewalttätig ist. Für ein Klassenfoto überredet Tina Dana, das Kopftuch abzunehmen und sich zu schminken, was deren Vater empört. Doch die Geschichte wendet sich abrupt, als Tina Dana küssen will. Angeekelt stößt Dana Tina ab, bei dem Handgemengt fällt Dana vom Balkon. Die gaffende Menge meint, es könne nur ihr Vater der Täter gewesen sein.
Brillante Kurzgeschichte um falsche Freundschaft und Zeugenaussagen ****
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(Interview)

 

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