Se Rokh – Drei Gesichter

Drei Gesichter – Se Rokh

Iran 2018, 100 min, farsi O.m.U.
Buch und Regie: Jafar Panahi
Besetzung: Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei

Eine pointenreiche Fahrt durch die Heimat des offiziell mit Arbeitsverbot belegten iranischen Regisseurs Jafar Panahi. –„ Der bezaubernde No-Budget-Film ist iranisches Kino in seiner reinsten Form.“ (The Hollywood Reporter)

Die bekannte iranische Schauspielerin Behnaz Jafari erhält eine Videobotschaft eines weiblichen Fans. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Regisseur Jafar Panahi, macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen. Die Reise in den Norden des Landes bringt überraschende Begegnungen: Dorfbewohner, die einspurige Bergstraßen mit cleveren Hupecodes passierbar machen; alte Frauen, die in ausgehobenen Gräbern Probe liegen, und potente Zuchtbullen, die den Weg versperren. Im Bergdorf des Mädchens angekommen, versuchen die beiden das Geheimnis um das Video endlich zu lösen.

Nach dem Berlinale-Gewinner TAXI TEHERAN, der die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte, nimmt uns Jafar Panahi in seinem liebevollen Roadmovie DREI GESICHTER erneut mit auf eine pointenreiche Fahrt durch seine Heimat. Mit Humor und Herzlichkeit gelingt dem iranischen Regisseur ein hoffnungsvolles Plädoyer für Freiheit und Menschlichkeit, das aktueller und globaler nicht sein könnte. Ein intelligentes Kinovergnügen, das in Cannes die Palme für das Beste Drehbuch gewann.

Drei Gesichter

HINTERGRUND
Soziale Netzwerke sind im Iran sehr populär. Es gibt immer wieder verrückte Versuche, über soziale Medien zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen, insbesondere zu prominenten Filmschaffenden. Trotz seiner Position als offiziell verbotener Regisseur im eigenen Land bleibt Jafar Panahi ein populärer Empfänger solcher Nachrichten – viele von jungen Menschen, die selbst Filme drehen wollen. Normalerweise löscht er sie, aber manchmal ist er von ihrer Aufrichtigkeit und Intensität so berührt, dass er sich mehr Gedanken zu den Absendern macht. Eines Tages erhielt er eine besorgniserregende Nachricht auf Instagram, während zur gleichen Zeit die Zeitungen von einem jungen Mädchen berichteten, das Suizid begangen hatte, weil es ihr verboten wurde, Filme zu machen. Panahi stellte sich vor, er hätte ein Video von diesem Suizid über die sozialen Medien erhalten und er fragte sich, wie er darauf reagiert hätte. So entstand die Idee zu DREI GESICHTER.

EINE SCHMALE UND KURVENREICHE STRASSE
Jafar Panahi wollte einen Blick zurück auf die iranische Kinogeschichte werfen und erkunden, was Künstlern zu verschiedenen Zeiten auf unterschiedliche Weise den Weg versperrt hat. Daraus entstand die Idee, durch die drei verschiedenen Figuren der Schauspielerinnen drei Generationen darzustellen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Aus der Komposition dieser drei Geschichten entstand das Bild der schmalen und kurvenreichen Straße; eine konkrete Metapher für alle Einschränkungen, die Menschen davon abhält, ihren Weg zu gehen und sich weiterzuentwickeln. Diese Straße, die für das Drehbuch benötigt wurde, existiert tatsächlich, auch wenn sie heute nicht mehr genutzt wird. Autofahrer nutzen für gewöhnlich eine andere, breitere und befestigte Straße.

Trailer: https://youtu.be/osVybzFDLWU?t=4

Drei Gesichter – Se Rokh

Drei Gesichter – Se Rokh

Iran 2018, 100 min, farsi O.m.U.
Buch und Regie: Jafar Panahi
Besetzung: Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei

Eine pointenreiche Fahrt durch die Heimat des offiziell mit Arbeitsverbot belegten iranischen Regisseurs Jafar Panahi. –„ Der bezaubernde No-Budget-Film ist iranisches Kino in seiner reinsten Form.“ (The Hollywood Reporter)

Die bekannte iranische Schauspielerin Behnaz Jafari erhält eine Videobotschaft eines weiblichen Fans. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Regisseur Jafar Panahi, macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen. Die Reise in den Norden des Landes bringt überraschende Begegnungen: Dorfbewohner, die einspurige Bergstraßen mit cleveren Hupecodes passierbar machen; alte Frauen, die in ausgehobenen Gräbern Probe liegen, und potente Zuchtbullen, die den Weg versperren. Im Bergdorf des Mädchens angekommen, versuchen die beiden das Geheimnis um das Video endlich zu lösen.

Nach dem Berlinale-Gewinner TAXI TEHERAN, der die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte, nimmt uns Jafar Panahi in seinem liebevollen Roadmovie DREI GESICHTER erneut mit auf eine pointenreiche Fahrt durch seine Heimat. Mit Humor und Herzlichkeit gelingt dem iranischen Regisseur ein hoffnungsvolles Plädoyer für Freiheit und Menschlichkeit, das aktueller und globaler nicht sein könnte. Ein intelligentes Kinovergnügen, das in Cannes die Palme für das Beste Drehbuch gewann.

HINTERGRUND
Soziale Netzwerke sind im Iran sehr populär. Es gibt immer wieder verrückte Versuche, über soziale Medien zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen, insbesondere zu prominenten Filmschaffenden. Trotz seiner Position als offiziell verbotener Regisseur im eigenen Land bleibt Jafar Panahi ein populärer Empfänger solcher Nachrichten – viele von jungen Menschen, die selbst Filme drehen wollen. Normalerweise löscht er sie, aber manchmal ist er von ihrer Aufrichtigkeit und Intensität so berührt, dass er sich mehr Gedanken zu den Absendern macht. Eines Tages erhielt er eine besorgniserregende Nachricht auf Instagram, während zur gleichen Zeit die Zeitungen von einem jungen Mädchen berichteten, das Suizid begangen hatte, weil es ihr verboten wurde, Filme zu machen. Panahi stellte sich vor, er hätte ein Video von diesem Suizid über die sozialen Medien erhalten und er fragte sich, wie er darauf reagiert hätte. So entstand die Idee zu DREI GESICHTER.

Drei Gesichter – die kurvenreiche Straße

EINE SCHMALE UND KURVENREICHE STRASSE
Jafar Panahi wollte einen Blick zurück auf die iranische Kinogeschichte werfen und erkunden, was Künstlern zu verschiedenen Zeiten auf unterschiedliche Weise den Weg versperrt hat. Daraus entstand die Idee, durch die drei verschiedenen Figuren der Schauspielerinnen drei Generationen darzustellen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Aus der Komposition dieser drei Geschichten entstand das Bild der schmalen und kurvenreichen Straße; eine konkrete Metapher für alle Einschränkungen, die Menschen davon abhält, ihren Weg zu gehen und sich weiterzuentwickeln. Diese Straße, die für das Drehbuch benötigt wurde, existiert tatsächlich, auch wenn sie heute nicht mehr genutzt wird. Autofahrer nutzen für gewöhnlich eine andere, breitere und befestigte Straße.

Trailer: https://youtu.be/osVybzFDLWU?t=4

Loro – Die Verführten

Loro

Italien / Frankreich 2018, 145 min, ital. O.m.U., Cinemascope
Regie und Buch: Paolo Sorrentino
DarstellerInnen: Toni Servillo (Silvio), Elena Sofia Ricci (Veronica Lario), Riccardo Scamarcio (Sergio), Kasia Smutniak (Ki­­ra), Euridice Axen (Tamara), Fabrizio Bentivoglio (Santino Recchia), Roberto De Francesco (Fabrizio Sala), Dario Cantarelli (Paolo Spagnolo) u.a.;

Sorrentino („La Grande Bellezza“) porträtiert die italienische Gesellschaft unter Silvio Berlusconi als finsteres Schlangennest voller Gier und Korruption.. – „Ein Rausch an Bildern und Exzessen“ (programmkino.de)  –
Bunga, Bunga!“ also.

Loro-Die Verführten

Silvio ist nicht mehr Ministerpräsident. Doch im italienischen Politikgeschäft, in dem die Posten oft so schnell wechseln wie beim Bäumchen-Wechsel-dich Spiel bedeutet das nicht viel. Und so plant Silvio schon die Meuterei gegen die aktuelle Regierung, versucht Abgeordnete auf seine Seite zu bringen und zu intrigieren und vergisst dabei nicht das, was ihm am meisten Vergnügen zu bereiten scheint: Mondäne, ausschweifende Partys in seiner Villa auf Sardinien, auf denen zahllose junge, leicht bekleidete Schönheiten um seine Gunst buhlen, sehr zum Unwillen seiner x-ten Ehefrau Lario.Das Verlangen Silvios nach einem nie versiegenden Fluss junger Frauen ruft auch den schmierigen Zuhälter Sergio auf den Plan, der in der italienischen Gesellschaft aufsteigen und Karriere machen möchte. Um Silvios Aufmerksamkeit zu erregen, mietet er auf Sardinien, in Sichtweise von Silvios Villa ein Anwesen und lädt dutzende junger, williger Frauen ein, die sich präsentieren sollen, um Sergio den Einstieg in Silvios Welt zu ermöglichen.

Hieß Paolo Sorrentinos Film über den zutiefst umstrittenen Giulio Andreotti noch IL DIVO (DER GÖTTLICHE) – natürlich ironisch gemeint –, schmückt die vorgebliche Hauptfigur seines neuen Films noch nicht einmal den Titel. „Loro” lässt sich mit „sie” übersetzen, womit diejenigen gemeint sind, die Silvio umschwirren, ihn bewundern und ihn immer wieder zu ihrem Ministerpräsidenten gewählt haben.
Paolo Sorrentino ist ein Meister der eleganten Bilder, der schwebenden Kamerafahrten und des satirisch zugespitzten Stils. Kombiniert wird das in LORO mit teils ausufernden Dialogen, mit Szenen von hoher Suggestivkraft und einem ganzen Arsenal an Nebenfiguren. Herausge­kommen ist dabei eine opulente Politsatire, bei der sich an zahlreichen Stellen unversehens Parallelen zu einem anderen Politclown unserer Tage förmlich aufdrängen. (nach: kino-zeit.de; programmkino.de, leokino.at)

„Loro“, was übersetzt „sie“ heißt und die Anhängerschaft des Politikers bezeichnen soll, ist keine Abrechnung mit dem System Berlusconi, sondern wirkt wie die Nacherzählung des größten Chaos aller Zeiten: Es gibt kein Land auf dieser Welt, in der jeder jeden schmiert, belügt, hintergeht, schmutzige Geschäfte macht und obendrein die Geschäftspartner mit willigen Nutten beschenkt – außer Italien. Dort, so wettert Sorrentino in seiner opulent umgesetzten Tour de Force, hat alles Übel seinen Ursprung. Und dieses Übel ist stets gut gekleidet. Stilistisch bedient sich Sorrentino daher derselben Mittel wie die Gesellschaft, die er porträtiert: Der Effekt, auf den die „Verführten“ hereinfallen, ist derselbe, nach dem auch die Kinozuschauer lechzen: Ein nacktes Frauengesäß ist da der simpelste Nenner, auf den Sorrentino seine Botschaft bringen kann. Das darauf reduzierte weibliche Geschlecht spielt außer beim Sex keine Rolle: Die Mädels sollen lieber brav im Hintergrund mit dem Popo wackeln, wie im italienischen Fernsehen. Ein ganzes Land als übergroßes Puff? Zumindest für die Reichen muss es sich so darstellen. Hut ab, Signore Sorrentino. Sie haben da etwas verdammt richtig gesehen.

Trailer: https://youtu.be/62iTxv9VVIg

Loro – Die Verführten

Loro

Italien / Frankreich 2018, 145 min, ital. O.m.U., Cinemascope
Regie und Buch: Paolo Sorrentino
DarstellerInnen: Toni Servillo (Silvio), Elena Sofia Ricci (Veronica Lario), Riccardo Scamarcio (Sergio), Kasia Smutniak (Ki­­ra), Euridice Axen (Tamara), Fabrizio Bentivoglio (Santino Recchia), Roberto De Francesco (Fabrizio Sala), Dario Cantarelli (Paolo Spagnolo) u.a.;

Sorrentino („La Grande Bellezza“) porträtiert die italienische Gesellschaft unter Silvio Berlusconi als finsteres Schlangennest voller Gier und Korruption.. – „Ein Rausch an Bildern und Exzessen“ (programmkino.de)  –
Bunga, Bunga!“ also.

Loro

Silvio ist nicht mehr Ministerpräsident. Doch im italienischen Politikgeschäft, in dem die Posten oft so schnell wechseln wie beim Bäumchen-Wechsel-dich Spiel bedeutet das nicht viel. Und so plant Silvio schon die Meuterei gegen die aktuelle Regierung, versucht Abgeordnete auf seine Seite zu bringen und zu intrigieren und vergisst dabei nicht das, was ihm am meisten Vergnügen zu bereiten scheint: Mondäne, ausschweifende Partys in seiner Villa auf Sardinien, auf denen zahllose junge, leicht bekleidete Schönheiten um seine Gunst buhlen, sehr zum Unwillen seiner x-ten Ehefrau Lario.Das Verlangen Silvios nach einem nie versiegenden Fluss junger Frauen ruft auch den schmierigen Zuhälter Sergio auf den Plan, der in der italienischen Gesellschaft aufsteigen und Karriere machen möchte. Um Silvios Aufmerksamkeit zu erregen, mietet er auf Sardinien, in Sichtweise von Silvios Villa ein Anwesen und lädt dutzende junger, williger Frauen ein, die sich präsentieren sollen, um Sergio den Einstieg in Silvios Welt zu ermöglichen.

Hieß Paolo Sorrentinos Film über den zutiefst umstrittenen Giulio Andreotti noch IL DIVO (DER GÖTTLICHE) – natürlich ironisch gemeint –, schmückt die vorgebliche Hauptfigur seines neuen Films noch nicht einmal den Titel. „Loro” lässt sich mit „sie” übersetzen, womit diejenigen gemeint sind, die Silvio umschwirren, ihn bewundern und ihn immer wieder zu ihrem Ministerpräsidenten gewählt haben.
Paolo Sorrentino ist ein Meister der eleganten Bilder, der schwebenden Kamerafahrten und des satirisch zugespitzten Stils. Kombiniert wird das in LORO mit teils ausufernden Dialogen, mit Szenen von hoher Suggestivkraft und einem ganzen Arsenal an Nebenfiguren. Herausge­kommen ist dabei eine opulente Politsatire, bei der sich an zahlreichen Stellen unversehens Parallelen zu einem anderen Politclown unserer Tage förmlich aufdrängen. (nach: kino-zeit.de; programmkino.de, leokino.at)

„Loro“, was übersetzt „sie“ heißt und die Anhängerschaft des Politikers bezeichnen soll, ist keine Abrechnung mit dem System Berlusconi, sondern wirkt wie die Nacherzählung des größten Chaos aller Zeiten: Es gibt kein Land auf dieser Welt, in der jeder jeden schmiert, belügt, hintergeht, schmutzige Geschäfte macht und obendrein die Geschäftspartner mit willigen Nutten beschenkt – außer Italien. Dort, so wettert Sorrentino in seiner opulent umgesetzten Tour de Force, hat alles Übel seinen Ursprung. Und dieses Übel ist stets gut gekleidet. Stilistisch bedient sich Sorrentino daher derselben Mittel wie die Gesellschaft, die er porträtiert: Der Effekt, auf den die „Verführten“ hereinfallen, ist derselbe, nach dem auch die Kinozuschauer lechzen: Ein nacktes Frauengesäß ist da der simpelste Nenner, auf den Sorrentino seine Botschaft bringen kann. Das darauf reduzierte weibliche Geschlecht spielt außer beim Sex keine Rolle: Die Mädels sollen lieber brav im Hintergrund mit dem Popo wackeln, wie im italienischen Fernsehen. Ein ganzes Land als übergroßes Puff? Zumindest für die Reichen muss es sich so darstellen. Hut ab, Signore Sorrentino. Sie haben da etwas verdammt richtig gesehen.

Trailer: https://youtu.be/62iTxv9VVIg

Christo – Walking on Water

Achtung Programmänderung!
Leider kann “Bar Bahar” nicht gezeigt werden.

Wir zeigen in Vorarlberger Erstaufführung:

Christo – Walking on Water

Italien, D, u.a.  2018, 100 Min,  engl. OmU

Regie: ANDREY M. PAOUNOV

Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d’Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen. Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in CHRISTO – WALKING ON WATER hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur. Zugleich entsteht ein humorvolles Porträt eines unberechenbaren Ausnahmekünstlers, der es immer wieder schafft, Behörden, Sammler, Denkmalpfleger und Naturschützer für seine Ideen zu gewinnen und seine Träume wahr werden zu lassen.

Christo in Monte Isola

„Unsere Werke sind alle komplett nutzlos. Wir schaffen sie nur, weil wir sie gerne anschauen möchten“. Christo
Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d’Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen.
Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in CHRISTO – WALKING ON WATER hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur. Zugleich entsteht ein humorvolles Porträt eines unberechenbaren Ausnahmekünstlers, der es schaffte Behörden, Sammler, Denkmalpfleger und Naturschützer für seine Idee zu gewinnen und seine Träume wahr werden zu lassen.

Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=xPtz1Q3uRVA

Den kapitalistischen Kunstmarkt bedient der einst aus dem kommunistischen Bulgarien geflohene Künstler sehr souverän und reell. Schließlich muss seine „Kunstware” sein nächstes Projekt finanzieren. Der Sohn eines Chemikers finanziert seine teuren Aktionen ausschließlich durch den Verkauf von Originalzeichnungen bis zum Beginn seiner Kunstshow. Auch bei den „Floating Piers” bezahlt er die rund 13 Millionen Euro quasi aus eigener Tasche.
(nach: programmkino.de/leokino.at)

Christo – Walking on Water

Achtung Programmänderung!
Leider kann “Bar Bahar” nicht gezeigt werden.
Wir zeigen in Vorarlberger Erstaufführung:

Christo – Walking on Water

Italien, D, u.a.  2018, 100 Min, engl. OmU.

Regie: ANDREY M. PAOUNOV

Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d’Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen. Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in CHRISTO – WALKING ON WATER hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur. Zugleich entsteht ein humorvolles Porträt eines unberechenbaren Ausnahmekünstlers, der es immer wieder schafft, Behörden, Sammler, Denkmalpfleger und Naturschützer für seine Ideen zu gewinnen und seine Träume wahr werden zu lassen.

Christo – Rocca di Monte Floating Piers

„Unsere Werke sind alle komplett nutzlos. Wir schaffen sie nur, weil wir sie gerne anschauen möchten“. Christo
Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d’Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen.
Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov blickt in CHRISTO – WALKING ON WATER hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes – den Wahnsinn der Kunstwelt, die heiklen Verwicklungen zwischen Kunst und Politik, die riesigen technischen Herausforderungen und logistischen Albträume, und den Kampf gegen die Kraft der Natur. Zugleich entsteht ein humorvolles Porträt eines unberechenbaren Ausnahmekünstlers, der es schaffte Behörden, Sammler, Denkmalpfleger und Naturschützer für seine Idee zu gewinnen und seine Träume wahr werden zu lassen.

Den kapitalistischen Kunstmarkt bedient der einst aus dem kommunistischen Bulgarien geflohene Künstler sehr souverän und reell. Schließlich muss seine „Kunstware” sein nächstes Projekt finanzieren. Der Sohn eines Chemikers finanziert seine teuren Aktionen ausschließlich durch den Verkauf von Originalzeichnungen bis zum Beginn seiner Kunstshow. Auch bei den „Floating Piers” bezahlt er die rund 13 Millionen Euro quasi aus eigener Tasche.
(nach: programmkino.de/leokino.at)

Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=xPtz1Q3uRVA

Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit

Frankreich 2018, Cinemascope, 111 Min.
Regie: Julian Schnabel / Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Julian Schnabel, Louise Kugelberg
gesehen in DF.
Regisseur Julian Schnabel ist selber ein Maler. Er engagierte Willem Dafoe (63) den Ausnahmekünstler Vinzent Van Gogh (37 jg. zum Todestag) zu spielen und konzentriert sich auf die Art, wie Vang Gogh gemalt hatte und wie er die Realität, Mensch und Natur, subjektiv gesehen hat.  Van Gogh malte sehr schnell und impulsiv, entsprechend hektisch ist auch die Handkamera, die ihm folgt, und welche die großen Entfernungen und Hindernisse, die er mit seiner Staffelei zurücklegte, nachvollzieht.
Bekanntlich verkauften sich seine Bilder erst zu seinem Begräbnis und ohne die Hilfe seines Bruders Theo hätte er nicht überleben können. Er freundet sich mit Gaugin an, doch sind die beiden zu verschieden, um zusammen leben zu können.
Die Trennung von Gaugin schmerzt ihn sehr.
Er eckt immer wieder an und wird für verrückt erklärt, in Anstalten eingewiesen. In therapeutischen Gesprächen erkennen ein Arzt und ein Priester durchaus seine eigenwillige Sichtweise an und helfen ihm etwas. Letzterer ist auch erstaunt, dass Van Gogh als Sohn eines Pastors durchaus bibelfest ist, etwa wenn Vang Gogh fetststell, dass auch Christus erst posthum Anerkennung fand.

Musik spielt in dem Film kaum eine Rolle, die wenige, die gespielt wird, ist nicht sehr einprägsam, die wackelige Handkamera war gar nicht mein Geschmack und vernunmöglichte einen ruhigen Blick auf die Natur und Van Goghs Bilder, das Cinemascope-Format aber schon. Mutig von Schnabel ist es jedenfalls, auf die bekanntesten und beliebtesten Gemälde Van Goghs zu verzichten, und eher abstrakt wirkende Details z.B. von Baumwurzeln einzugehen. Auch benennt er seine angebliche Krankenheit (Depression aus Einsamkeit ?) nicht, zeigt aber eine mögliche Variante seiner Ermordung. Dennoch bleibt er oft an der Oberfläche, besonders bei seinen Beziehungen zu Frauen, und schweift manchmal ins Spirituelle ab.
*** sehenswert, aber sehr eigenwillig. Beeindruckende Leistung von Willem Dafoe.

Unten (in Anwesenheit des Regisseurs)

Unten

Österreich 2016, 87 min, O.m.U.
Dokumentarfilm,  Regie: Dordje Čenić  und Hermann Peseckas

Plakat UNTEN

In seinem Dokumentarfilm gewährt Djorde Čenić tiefe Einblicke in seine Familiengeschichte, die exemplarisch für Generationen von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern steht. – „Packend und fesselnd und dabei informativ“ (subtext.at)
Wird im Rahmen der Integrationswochen gezeigt.



Bei der Vorführung am Donnerstag wird der Regisseur Djordje Čenić anwesend sein und zur Diskussion zur Verfügung stehen.

Preise:
Sarajewo 2016: EDN Award

CROSSING EUROPE Linz 2016: Social Awareness Award – Local Artist
 Diagonale 2017: Franz-Grabner-Preis bester Kinodokumentarfilm.

„Die Backerbsensuppe ist super. Die Klassenunterschiede weniger.“ Mit witzigen, selbstironischen und berührenden Anekdoten begibt sich Djordje Čenić, Sohn einer Gastarbeiterfamilie, auf eine autobiografische Zeitreise in sein Heimatdorf im heutigen Kroatien und seine Kindheit in Linz. Unten wirft einen versöhnenden und beinahe zärtlichen Blick auf die Narben des ehemaligen Jugoslawien, auf die Erinnerungsarbeit und auf die alte und die neue Heimat des Filmemachers.

Sie hatten in der Schule „muttersprachlichen Zusatzunterricht“, wo Tito neben Kirchschläger, die Fahne der SFRJ neben der Österreichischen hing und die Aufnahme zu den roten Pionieren der Höhepunkt war. Wenn sie großes Glück hatten, fanden sie relativ gut bezahlte Arbeit bei den verstaatlichten Betrieben wie VOEST und Semperit und konnten mit dem Erspartem beginnen ein Häuschen in der Heimat zu bauen. Allerdings mussten sie für ihre Substandard-Wohnungen in der Linzer Straße überhöhte Mieten zahlen. Die österreichischen Schulfreunde hätten in Villen im Grünen mit Swimming Pool gelebt und jeder habe ein eigenes Zimmer gehabt, während er noch lange bei den Eltern im Bett im schlief, und sich freute wenn Papa Nachtschicht hatte. Dordjes Haus in der Heimat und das seiner Großeltern wurde aber vom Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, als Jugendlicher wäre er bald mal den serbischen Nationalisten zugelaufen, obwohl er eigentlich im Kopf immer links war…

 

Regie: Djordje Čenić, Hermann Peseckas
Buch: Djordje Čenić
Kamera: Hermann Peseckas
Schnitt: Dominik Spritzendorfer
Originalton: Andreas Hamza
Musik: Djordje Čenić aka Djoki Django
Sounddesign: Siegmar Aigner
Produzent/innen: Djordje Čenić

Warum muss bei „Partisanen und Faschisten“, der jugoslawischen Variante von „Räuber und Gendarm“, immer das Gastarbeiterkind den Nazi spielen? Mit witzigen, selbstironischen und berührenden Anekdoten begibt sich der Filmemacher Djordje Čenić auf eine autobiografische Zeitreise: In den 1970er-Jahren in Linz aufgewachsen, hatte er es als Kind einer Gastarbeiterfamilie aus dem heutigen Kroatien nicht immer leicht – ärmliche Verhältnisse, die Flucht ins Sommerferienidyll der alten Heimat, das Stigma eines Gastarbeiter/innenkindes, das im Schulunterricht nach einer Rechtfertigung für die Ermordung des Thronfolgers im Attentat von Sarajevo gefragt wird. Er sieht sich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, Österreicher zu sein, und dem Eifersucht auslösenden Wissen, nie so wirklich dazugehören zu können.
Čenićs Erinnerungen führen in sein vom Krieg zerstörtes Heimatdorf, zu seinen Wurzeln und zu den Erzählungen seines Opas. In starkem Kontrast zum tristen Linz, Herz der Stahlindustrie, erweckt das idyllische Dorf den Anschein, als wäre hier die Zeit stehen geblieben – die Bilder altmodischer Lebensumstände und verfallener Häuser verbinden sich mit alten Foto- und Filmaufnahmen zu einem Sehnsuchtsort mit dem so schwer zu definierenden Namen Heimat. Čenić erzählt mit oberösterreichischem Dialekt von Integration und „muttersprachlichem Zusatzunterricht“ in der Linzer Schule, von Josip Broz Tito, von Slobodan Milošević und vom blutigen Krieg, der Jugoslawien gespalten hat. Die komplexen politischen und ideologischen Verstrickungen haben die Jugend des Filmemachers zwischen Kommunismus und Nationalismus, „Jugo-Rock“ und mehreren Identitäten (Serbe, Kroate, Österreicher) geprägt. Als ebenso prägend erweist sich aber auch die Kindheit in Österreich, die über Aufnahmen der Familie beim Sanieren der Gemeindebauwohnung oder auf dem Faschingsfest erfahrbar wird – „Irgendwie sind wir richtig gute Österreicher und Österreicherinnen geworden“.
Mit stetem Augenzwinkern wirft Unten einen versöhnenden und beinahe zärtlichen Blick auf die Narben, die im ehemaligen Jugoslawien und im Gedächtnis des kleinen Gastarbeiterbuben zurückgeblieben sind, und auf Erinnerungsarbeit an sich. Die intime Chronik sowohl komischer als auch tragischer Momente einer Familie, deren Spagat zwischen Anpassung und Geschichte, zwischen oben und unten exemplarisch für Generationen von Gastarbeiter/innen steht.
(Katalogtext, cw)
Trailer: https://youtu.be/6d2QiG2Ebi8

Unten

Unten

Österreich 2016, 87 min, O.m.U.
Dokumentarfilm,  Regie: Dordje Čenić  und Hermann Peseckas

In seinem Dokumentarfilm gewährt Djorde Čenić tiefe Einblicke in seine Familiengeschichte, die exemplarisch für Generationen von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern steht. – „Packend und fesselnd und dabei informativ“ (subtext.at)
Wir zeigen den Film  im Rahmen der Integrationswochen.

Preise:
Sarajewo 2016: EDN Award

CROSSING EUROPE Linz: Social Awareness Award – Local Artist
 Diagonale 2017: Franz-Grabner-Preis bester Kinodokumentarfilm.

„Die Backerbsensuppe ist super. Die Klassenunterschiede weniger.“ Mit witzigen, selbstironischen und berührenden Anekdoten begibt sich Djordje Čenić, Sohn einer Gastarbeiterfamilie, auf eine autobiografische Zeitreise in sein Heimatdorf im heutigen Kroatien und seine Kindheit in Linz. Unten wirft einen versöhnenden und beinahe zärtlichen Blick auf die Narben des ehemaligen Jugoslawien, auf die Erinnerungsarbeit und auf die alte und die neue Heimat des Filmemachers.

Unten

Sie hatten in der Schule „muttersprachlichen Zusatzunterricht“, wo Tito neben Kirchschläger, die Fahne der SFRJ neben der Österreichischen hing und die Aufnahme zu den roten Pionieren der Höhepunkt war. Wenn sie großes Glück hatten, fanden sie relativ gut bezahlte Arbeit bei den verstaatlichten Betrieben wie VOEST und Semperit und konnten mit dem Erspartem beginnen ein Häuschen in der Heimat zu bauen. Allerdings mussten sie für ihre Substandard-Wohnungen in der Linzer Straße überhöhte Mieten zahlen. Die österreichischen Schulfreunde hätten in Villen im Grünen mit Swimming Pool gelebt und jeder habe ein eigenes Zimmer gehabt, während er noch lange bei den Eltern im Bett im schlief, und sich freute wenn Papa Nachtschicht hatte. Dordjes Haus in der Heimat und das seiner Großeltern wurde aber vom Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, als Jugendlicher wäre er bald mal den serbischen Nationalisten zugelaufen, obwohl er eigentlich im Kopf immer links war…

 

Regie: Djordje Čenić, Hermann Peseckas
Buch: Djordje Čenić
Kamera: Hermann Peseckas
Schnitt: Dominik Spritzendorfer
Originalton: Andreas Hamza
Musik: Djordje Čenić aka Djoki Django
Sounddesign: Siegmar Aigner
Produzent/innen: Djordje Čenić

Warum muss bei „Partisanen und Faschisten“, der jugoslawischen Variante von „Räuber und Gendarm“, immer das Gastarbeiterkind den Nazi spielen? Mit witzigen, selbstironischen und berührenden Anekdoten begibt sich der Filmemacher Djordje Čenić auf eine autobiografische Zeitreise: In den 1970er-Jahren in Linz aufgewachsen, hatte er es als Kind einer Gastarbeiterfamilie aus dem heutigen Kroatien nicht immer leicht – ärmliche Verhältnisse, die Flucht ins Sommerferienidyll der alten Heimat, das Stigma eines Gastarbeiter/innenkindes, das im Schulunterricht nach einer Rechtfertigung für die Ermordung des Thronfolgers im Attentat von Sarajevo gefragt wird. Er sieht sich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, Österreicher zu sein, und dem Eifersucht auslösenden Wissen, nie so wirklich dazugehören zu können.
Čenićs Erinnerungen führen in sein vom Krieg zerstörtes Heimatdorf, zu seinen Wurzeln und zu den Erzählungen seines Opas. In starkem Kontrast zum tristen Linz, Herz der Stahlindustrie, erweckt das idyllische Dorf den Anschein, als wäre hier die Zeit stehen geblieben – die Bilder altmodischer Lebensumstände und verfallener Häuser verbinden sich mit alten Foto- und Filmaufnahmen zu einem Sehnsuchtsort mit dem so schwer zu definierenden Namen Heimat. Čenić erzählt mit oberösterreichischem Dialekt von Integration und „muttersprachlichem Zusatzunterricht“ in der Linzer Schule, von Josip Broz Tito, von Slobodan Milošević und vom blutigen Krieg, der Jugoslawien gespalten hat. Die komplexen politischen und ideologischen Verstrickungen haben die Jugend des Filmemachers zwischen Kommunismus und Nationalismus, „Jugo-Rock“ und mehreren Identitäten (Serbe, Kroate, Österreicher) geprägt. Als ebenso prägend erweist sich aber auch die Kindheit in Österreich, die über Aufnahmen der Familie beim Sanieren der Gemeindebauwohnung oder auf dem Faschingsfest erfahrbar wird – „Irgendwie sind wir richtig gute Österreicher und Österreicherinnen geworden“.
Mit stetem Augenzwinkern wirft Unten einen versöhnenden und beinahe zärtlichen Blick auf die Narben, die im ehemaligen Jugoslawien und im Gedächtnis des kleinen Gastarbeiterbuben zurückgeblieben sind, und auf Erinnerungsarbeit an sich. Die intime Chronik sowohl komischer als auch tragischer Momente einer Familie, deren Spagat zwischen Anpassung und Geschichte, zwischen oben und unten exemplarisch für Generationen von Gastarbeiter/innen steht.
(Katalogtext, cw)
Bei der Vorführung am Donnerstag wird der Regisseur Djordje Čenić anwesend sein und zur Diskussion zur Verfügung stehen.

Trailer: https://youtu.be/6d2QiG2Ebi8

Yuli

Yuli

Spanien / Großbritannien / Deutschland 2018, 112 min, span. O.m.U.
Regie: Icíar Bollaín, Buch: Paul Laverty

Yuli als Jugendlicher

Biopic über den kubanischen Balletttänzer Carlos Acosta, der auf den Straßen von Havanna aufwuchs und zum Star des renommierten Royal Ballett in London wurde.

„Ein vibrierendes Biopic und ein Crowdpleaser“ (Variety)

Regisseurin Icíar Bollaín und Autor Paul Laverty erzählen vor dem bewegten Hintergrund der Historie Kubas in den letzten 40 Jahren die Geschichte einer unglaublichen Karriere, die aus ei nem Vorort Havannas bis ins Royal Ballett in London führt, wo Carlos Acosta zum ersten schwarzen Romeo im scheinbar ewig weißen Universum des klassischen Balletts wird. Zugleich ist YULI eine bewegende Familiengeschichte, die von der Liebe zu- einander geprägt ist, aber auch von der widersprüchlichen Beziehung zum Vater.

Ein überraschendes Biopic – und mehr als das: YULI ist eine atemberaubende Performance aus Erzählung, Tanz, Musik, Licht und Bewegung, mitreißend, berührend und humorvoll, eine Hommage an die Grenzen sprengende Kraft der Kunst, spekta- kulär gefilmt vom vielfach ausgezeichneten Kameramann Álex Catalán, mit den Choreografien von María Roviras, den fantasti- schen Tänzerinnen und Tänzern von Acosta Danza und der wunderbaren Musik des mehrfach Oscar-nominierten Kompo- nisten Alberto Iglesias.

Kuba, Anfang der 80er Jahre. Carlos ist ein ungestümes, rebelli- sches Kind. Das meiste, was er vom Leben weiß, hat er auf den Straßen Havannas gelernt, wo er zum ungekrönten König der spontanen Breakdance-Wettbewerbe geworden ist. Sein Vater Pedro, LKW-Fahrer und Enkel einer Sklavin, erkennt das außerge- wöhnliche Talent seines Sohnes, das ihn herausreißen könnte aus dem Kreislauf von Unterdrückung und Anpassung. „Yuli“ nennt er seinen Sohn, nach einem afrikanischen Kriegsgott. Doch Yuli will nicht tanzen, er will keine Strumpfhosen und Ballettschläppchen tragen, er will Fußballer werden, wie Pelé.

Pedro zwingt seinen Sohn auf die staatliche Ballettschule und sorgt mit harter Hand dafür, dass er seine Ausbildung beendet, zuletzt in einem Ballett-Internat in der Provinz, fernab der Familie. Yuli lernt, mit der Einsamkeit zu leben. Der Tanz wird vom Zwang zur Zuflucht. Carlos entwickelt sich zum herausragenden Tänzer seiner Generation. Nach dem Gewinn der Goldmedaille beim renommierten Prix de Lausanne verpflichtet das English National Ballet den 18jährigen als Principal Dancer: Der Beginn einer einzigartigen Karriere.

Im fernen London zehrt das Heimweh an Yuli, die Sehnsucht nach seiner Familie und den Freunden, nach Kuba. Als er nach einer schweren Verletzung mit dem Tanzen pausieren muss, geht er zurück nach Havanna. Nach Jahren der Entbehrung und Einsam keit lebt er nun seinen schier unstillbaren Hunger nach Leben aus – und setzt damit seine Karriere aufs Spiel. Er muss sich ent- scheiden, ob er den Weg weitergehen will, den sein Vater ihm aufgezwungen hat – oder ob seine Liebe zum Tanz stark genug ist, seinen eigenen Weg zu finden.

Trailer: https://youtu.be/FgzDyrypzGs?t=10