Waldheims Walzer

Waldheims Walzer

Österreich 2018, 93 min, mehrsprachige O.m.U.; 3:4, teils SW
Regie: Ruth Beckermann

Ein Film über Lüge und Wahrheit, über „alternative Fakten“, über individuelles und kollektives Bewusstsein. – „Ein Lehrstück in politischem Filmemachen, das auch noch prächtig unterhält“ (Der Falter).
Glashütte Original Documentary Award, Berlinale 2018
Österreichischer Kandidat für den Oscar® 2019

„Waldheim nein, Waldheim nein!“ skandiert eine Menschenmenge 1986 im Zentrum von Wien. Ruth Beckermann war eine der AktivistInnen, die die Wahl des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten verhindern wollten und begab sich mit Kamera und Mikrophon hinein in die Abgründe der österreichischen Seele. Mehr als 30 Jahre später analysiert sie mit ihren eigenen Bildern und mit einer Fülle an Archivmaterial diesen Wendepunkt der österreichischen Nachkriegsgeschichte.
Die Lücken in seiner Kriegsbiographie und die konsequente Auslassung unangenehmer Wahrheiten führten Waldheim mitten hinein in ein Lügennetz, in dem er sich aussichtslos verstrickte. Je deutlicher die Vorwürfe des Jüdischen Weltkongresses zu einer Sensibilisierung der Weltöffentlichkeit führte, desto erfolgreicher erwies sich in Österreich die Mobilisierung eines dumpfen Wir-Gefühls mit antisemitischen Untertönen.
Trotz der Tatsache, dass eine ganze Generation die Wahrheit kannte, war Österreich bis dahin so geschickt wie erfolgreich, sich selbst und der Welt vorzutäuschen, es sei das erste Opfer der Nazis gewesen. Diese Lebenslüge, die in Sonntagsreden, Büchern und Heimatfilmen jahrzehntelang reproduziert worden war, brach nun in sich zusammen.

Waldheim spricht

30 Jahre liegen diese Ereignisse zurück und sind beklemmend aktuell. Ein Lehrstück über das Schüren von Emotionen, über die Schaffung von Feindbildern und über den medial ausgetragenen Kampf, die Deutungshoheit über die Fakten zu erlangen. Doch letztlich erwies sich der Wahlsieg für Waldheim als Niederlage. Er blieb international isoliert, und das offizielle Österreich öffnete sich einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. WALDHEIMS WALZER zeigt also auch, wie gründlich eine wachsame Zivilgesellschaft ein Land verändern kann.

Ich schrieb nach der Sichtung des Film bei der Diagonale Graz 2018:
Ruth Beckermann protestierte im Präsidentschafts-Wahlkampf 1986 gegen Waldheim und filmte mit einer schwarzweiß-Videokamera einige Szenen von damals selber. Sie fand diese Bänder wieder und zusammen mit vielfältigem Archivmaterial schnitt sie diesen bemerkenswerten Dokumentarfilm zusammen, der erstaunlich aktuell erscheint. ***
Trailer:

Waldheims Walzer

Waldheims Walzer

Österreich 2018, 93 min, mehrsprachige O.m.U.; 3:4, teils SW
Regie: Ruth Beckermann

Ein Film über Lüge und Wahrheit, über „alternative Fakten“, über individuelles und kollektives Bewusstsein. – „Ein Lehrstück in politischem Filmemachen, das auch noch prächtig unterhält“ (Der Falter).
Glashütte Original Documentary Award, Berlinale 2018
Österreichischer Kandidat für den Oscar® 2019

„Waldheim nein, Waldheim nein!“ skandiert eine Menschenmenge 1986 im Zentrum von Wien. Ruth Beckermann war eine der AktivistInnen, die die Wahl des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten verhindern wollten und begab sich mit Kamera und Mikrophon hinein in die Abgründe der österreichischen Seele. Mehr als 30 Jahre später analysiert sie mit ihren eigenen Bildern und mit einer Fülle an Archivmaterial diesen Wendepunkt der österreichischen Nachkriegsgeschichte.
Die Lücken in seiner Kriegsbiographie und die konsequente Auslassung unangenehmer Wahrheiten führten Waldheim mitten hinein in ein Lügennetz, in dem er sich aussichtslos verstrickte. Je deutlicher die Vorwürfe des Jüdischen Weltkongresses zu einer Sensibilisierung der Weltöffentlichkeit führte, desto erfolgreicher erwies sich in Österreich die Mobilisierung eines dumpfen Wir-Gefühls mit antisemitischen Untertönen.
Trotz der Tatsache, dass eine ganze Generation die Wahrheit kannte, war Österreich bis dahin so geschickt wie erfolgreich, sich selbst und der Welt vorzutäuschen, es sei das erste Opfer der Nazis gewesen. Diese Lebenslüge, die in Sonntagsreden, Büchern und Heimatfilmen jahrzehntelang reproduziert worden war, brach nun in sich zusammen.

Waldheim im TV

30 Jahre liegen diese Ereignisse zurück und sind beklemmend aktuell. Ein Lehrstück über das Schüren von Emotionen, über die Schaffung von Feindbildern und über den medial ausgetragenen Kampf, die Deutungshoheit über die Fakten zu erlangen. Doch letztlich erwies sich der Wahlsieg für Waldheim als Niederlage. Er blieb international isoliert, und das offizielle Österreich öffnete sich einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. WALDHEIMS WALZER zeigt also auch, wie gründlich eine wachsame Zivilgesellschaft ein Land verändern kann.

Ich schrieb nach der Sichtung des Film bei der Diagonale Graz 2018:
Ruth Beckermann protestierte im Präsidentschafts-Wahlkampf 1986 gegen Waldheim und filmte mit einer schwarzweiß-Videokamera einige Szenen von damals selber. Sie fand diese Bänder wieder und zusammen mit vielfältigem Archivmaterial schnitt sie diesen bemerkenswerten Dokumentarfilm zusammen, der erstaunlich aktuell erscheint. ***
Trailer:

Nach dem Urteil

Nach dem Urteil – Jusqu´á la garde

Frankreich 2017, 93 min, franz. O.m.U., Cinemascope
Regie: Xavier Legrand; Mit: Léa Drucker, Denis Ménochet

Die Geschichte einer zerbrochenen Ehe, in deren Sorgerechtsstreit ein Junge im Zentrum steht und leidet. – „Ein aufwühlendes, hochemotionales Drama, getragen von sensationellen Darstellern. (outnow.ch)

NACH DEM URTEIL setzt mit einer Anhörung vor einer Familien­richterin ein. Flankiert von ihren jeweiligen Anwältinnen sitzen eine Frau und ein Mann nebeneinander und sind doch meilenweit voneinander entfernt. Nüchtern wird aus Akten verlesen, der Sachverhalt präsentiert, das Publikum über den Stand der Dinge informiert. Miriam hat sich von dem gewalttätigen Antoine scheiden lassen und ist mit den Kindern – der fast erwachsenen Joséphine und dem etwa neunjährigen Julien, die beide den Vater nicht mehr sehen wollen – fortgezogen. Antoine, gegen den schwere Anschuldigungen im Raum stehen, bemüht sich nunmehr um ein Besuchsrecht.

Aus der anfänglich nüchternen Versuchsanordnung des nach eigenem Drehbuch inszenierten Spielfilmdebüt des französischen Schauspielers Xavier Legrand entspinnt sich unmerklich ein beunruhigender, in ein schier alptraumartiges Finale mündender Thriller.

Nach dem Urteil

Nach der Scheidung von Antoine (Denis Ménochet) und Miriam Besson (Léa Drucker) bekommt die Mutter  das alleinige Sorgerecht für den elfjährigen Julien (Thomas Gioria), Antoine will seinen Sohn jedoch weiterhin sehen. Der Junge wünscht sich jedoch, genau wie seine volljährige Schwester Joséphine (Mathilde Auneveux), selbst entscheiden zu können, ob er die Wochenenden bei seinem Vater verbringt oder nicht. Das Gericht geht seiner Bitte aber nicht nach und setzt die Regelung durch, dass Julien samstags und sonntags zum Vater muss. Miriam ist entsetzt. Sie verbringt fortan die Wochenenden in ständiger Sorge um ihren Sohn und auch für Julien werden diese zur Qual. Antoine bemüht sich indes, ein guter Vater zu sein und sich dem Jungen anzunähern – aber ohne Erfolg. Ist er wirklich das unberechenbare Monster, für das ihn seine Kinder und Ex-Frau halten? (Filmstarts.de)

Trailer:
https://youtu.be/pyK2nfcqy4M?t=6

Nach dem Urteil

Nach dem Urteil – Jusqu´á la garde

Frankreich 2017, 93 min, franz. O.m.U., Cinemascope
Regie: Xavier Legrand; Mit: Léa Drucker, Denis Ménochet

Die Geschichte einer zerbrochenen Ehe, in deren Sorgerechtsstreit ein Junge im Zentrum steht und leidet. – „Ein aufwühlendes, hochemotionales Drama, getragen von sensationellen Darstellern. (outnow.ch)

NACH DEM URTEIL setzt mit einer Anhörung vor einer Familien­richterin ein. Flankiert von ihren jeweiligen Anwältinnen sitzen eine Frau und ein Mann nebeneinander und sind doch meilenweit voneinander entfernt. Nüchtern wird aus Akten verlesen, der Sachverhalt präsentiert, das Publikum über den Stand der Dinge informiert. Miriam hat sich von dem gewalttätigen Antoine scheiden lassen und ist mit den Kindern – der fast erwachsenen Joséphine und dem etwa neunjährigen Julien, die beide den Vater nicht mehr sehen wollen – fortgezogen. Antoine, gegen den schwere Anschuldigungen im Raum stehen, bemüht sich nunmehr um ein Besuchsrecht.

Aus der anfänglich nüchternen Versuchsanordnung des nach eigenem Drehbuch inszenierten Spielfilmdebüt des französischen Schauspielers Xavier Legrand entspinnt sich unmerklich ein beunruhigender, in ein schier alptraumartiges Finale mündender Thriller.

Nach der Scheidung von Antoine (Denis Ménochet) und Miriam Besson (Léa Drucker) bekommt die Mutter  das alleinige Sorgerecht für den elfjährigen Julien (Thomas Gioria), Antoine will seinen Sohn jedoch weiterhin sehen. Der Junge wünscht sich jedoch, genau wie seine volljährige Schwester Joséphine (Mathilde Auneveux), selbst entscheiden zu können, ob er die Wochenenden bei seinem Vater verbringt oder nicht. Das Gericht geht seiner Bitte aber nicht nach und setzt die Regelung durch, dass Julien samstags und sonntags zum Vater muss. Miriam ist entsetzt. Sie verbringt fortan die Wochenenden in ständiger Sorge um ihren Sohn und auch für Julien werden diese zur Qual. Antoine bemüht sich indes, ein guter Vater zu sein und sich dem Jungen anzunähern – aber ohne Erfolg. Ist er wirklich das unberechenbare Monster, für das ihn seine Kinder und Ex-Frau halten? (Filmstarts.de)

Trailer:
https://youtu.be/pyK2nfcqy4M?t=6

Das versunkene Dorf (mit dem Produzenten)

Das versunkene Dorf

Am Donnerstag in Anwesenheit von Hansjörg Stecher, Produzent und historischer Berater des Films

Italien 2018, 82 min, Deutsche Originalfassung (teils ladinische OmdtU.)
Dokumentarfilm über Graun am Reschen

Regie und Kamera: Georg Lembergh;
Produzent und historische Beratung: Hansjörg Stecher – am Donnerstag anwesend

Graun heute

Der einsame Kirchturm im Reschenstausee – Touristenattraktion und Symbol des Oberen Vinschgaus: Jeder kennt ihn, den Kirchturm im Reschensee. Doch wer erinnert sich noch an die traurige Geschichte dahinter? – Georg Lembergh und Hansjörg Stecher spüren in ihrem Dokumentarfilm den menschlichen Tragödien nach, die hinter der Flutung des Dorfes stecken.

Im August 1950 versinkt das blühende Südtiroler Dorf Graun mit allen Äckern und Feldern in den Fluten des Reschenstausees. Fast über Nacht werden die Bewohner von ihren Höfen vertrieben und nur notdürftig abgegolten.

Heute, fast siebzig Jahre später, ist aus der Handvoll eilig errichteter Häuschen wieder ein kleines Dorf geworden. Trotzdem ist unter den Alten hier die Trauer um ihre verlorene Heimat immer noch groß, die Wunden heilen nur langsam und der See bleibt für sie ein Fremdkörper.

Die Jungen, die die Seestauung nur mehr aus Erzählungen kennen, befreien sich mit neuem Selbstbewusstsein aus der lähmenden Umklammerung der Kraftwerksgesellschaft und nutzen das schwierige Erbe für ihre Zwecke.

Ein beobachtender Dokumentarfilm, der auch den spannenden historischen Hintergrund erhellt.

Bei der Diskussion nach dem Film am Donnerstag, 22.11.18 ist der Produzent und Drehbuchautor Hansjörg Stecher anwesend. Als Kooperationspartner konnte die Grüne Bildungswerkstatt gewonnen werden. Wir erwarten uns eine lebhafte Diskussion mit hochrangigen Vertretern der Grünen.

Website des Films: http://www.dasversunkenedorf.com/de/

Trailer: https://youtu.be/zcuWLyiG7q8?t=2

 

Das versunkene Dorf

Das versunkene Dorf

Italien 2018, 82 min, Deutsche Originalfassung (teils ladinische OmdtU.)
Dokumentarfilm über Graun am Reschen

Regie und Kamera: Georg Lembergh;
Produzent und historische Beratung: Hansjörg Stecher

Der einsame Kirchturm im Reschenstausee – Touristenattraktion und Symbol des Oberen Vinschgaus: Jeder kennt ihn, den Kirchturm im Reschensee. Doch wer erinnert sich noch an die traurige Geschichte dahinter? – Georg Lembergh und Hansjörg Stecher spüren in ihrem Dokumentarfilm den menschlichen Tragödien nach, die hinter der Flutung des Dorfes stecken.

Im August 1950 versinkt das blühende Südtiroler Dorf Graun mit allen Äckern und Feldern in den Fluten des Reschenstausees. Fast über Nacht werden die Bewohner von ihren Höfen vertrieben und nur notdürftig abgegolten.

Heute, fast siebzig Jahre später, ist aus der Handvoll eilig errichteter Häuschen wieder ein kleines Dorf geworden. Trotzdem ist unter den Alten hier die Trauer um ihre verlorene Heimat immer noch groß, die Wunden heilen nur langsam und der See bleibt für sie ein Fremdkörper.

Die Jungen, die die Seestauung nur mehr aus Erzählungen kennen, befreien sich mit neuem Selbstbewusstsein aus der lähmenden Umklammerung der Kraftwerksgesellschaft und nutzen das schwierige Erbe für ihre Zwecke.

Ein beobachtender Dokumentarfilm, der auch den spannenden historischen Hintergrund erhellt.

Eine Diskussion nach dem Film findet nur am Donnerstag, 22.11.18 statt. Dann ist der Produzent und Drehbuchautor Hansjörg Stecher anwesend.

Website des Films: http://www.dasversunkenedorf.com/de/

Trailer: https://youtu.be/zcuWLyiG7q8?t=2

Cops (Saal 2)

Cops


Regie: Stefan A. Lukacs
Mit:Laurence Rupp, Anton Noori,Maria Hofstätter, Roland Düringer
Österreich 2018, 92 min, Deutsche Originalfassung, Cinemascope, Dolby 5.1
Ein ehrgeiziger junger Polizist der Spezialeinheit WEGA erschießt in angespannter Lage einen Menschen. – „Bessere Polizeifilme können auch die Amis nicht machen.“ (Matthias Greuling;,Wiener Zeitung)

Publikumspreis Max-Ophüls-Preis Saarbrücken 2018

Diagonale Graz 2018 – Schauspielpreis, Publikumspreis

Cops

Cops

Regisseurstatement:

Der Film handelt von legaler (aber nicht unbedingt legitimer) Polizeigewalt. Es gibt keine „schwarzen Schafe“ im Film; vielmehr ist die Gewalt fixer Bestandteil des Handlungsrepertoires, um den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. Denn Christoph Horn ist ein „Krieger-Polizist“. Er befindet sich im Krieg gegen das Verbrechen. Und im Krieg sind alle Mittel erlaubt. Eine Haltung mit fatalen Auswirkungen.

Laut dem Soziologen Rafael Behr wollen „Krieger-Polizisten“ Sicherheit herstellen durch die wortwörtliche „Bekämpfung“ von Verbrechen. In ihrem Verständnis bedeutet absolute Sicherheit die absolute Abwesenheit von Verbrechen – was notgedrungen zu einem Freund-/Feindschema führt, in dem die BürgerInnen Gefahr laufen, pauschal zum Feindbild erklärt zu werden.

Dieses Selbstverständnis ist auch Erklärungsansatz für das zunehmend martialische und militärische Auftreten der Exekutive weltweit. In diesem System sind emotionale und körperliche Schwächen, Zweifel, Ängste oder Mitgefühl gegenüber dem „Feind“ nicht vorgesehen. Diese falsch verstandene Männlichkeit und eine grassierende Kriegermentalität in Teilen der Exekutive haben destruktive Auswirkungen auf die heutige Polizeikultur – auch in Österreich.

Dem entgegen steht das Konzept des „Community Policing“, welches versucht, gemeinschaftliche Probleme in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung zu erkennen und zu lösen. Dieser Ansatz polizeilicher Arbeit setzt aber ein ungetrübtes Vertrauensverhältnis zwischen der Bevölkerung und ihrer Polizei voraus. Genau dieses Verhältnis scheint aber angeschlagen: nicht nur auf Seiten der Bevölkerung und der Medien, sondern auch auf Seiten der Polizei, die seit Jahren von einer stetig steigenden Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung spricht und sich in der Ausübung ihrer Tätigkeit mehr und mehr bedroht fühlt. Dieses Spannungsfeld ist die Grundlage für COPS.

Der Film ist ein politisches Drama über weltweite gesellschaftliche Entwicklungen, heruntergebrochen auf den Mikrokosmos einer Spezialeinheit in Wien. Dabei soll er, wie schon mein letzter Film VOID, mehr Fragen aufwerfen als er beantwortet und somit Stein  des Anstoßes sein für eine breit angelegte Diskussion. Diesmal geht es jedoch nicht um eine konkrete polizeiliche Verfehlung, sondern vielmehr um die grundlegende Frage, welche Art von Exekutive bzw. welche Exekutivstrategien wir uns als Gesellschaft wünschen. Welches Verständnis von Kriminalität haben wir und wie ordnen wir VerbrecherInnen gesellschaftlich ein? Sind sie lediglich eine Art „Geschwür“, welches es zu isolieren oder gar zu eliminieren gilt, oder sind sie unumstößlicher Teil einer jeden Gesellschaft und erfordern daher eine gesamtheitliche Auseinandersetzung, die sich vermehrt mit den Ursachen von Verbrechen beschäftigt?

COPS ist ein genreübergreifender Film, der ein breites Publikum ansprechen soll, in seiner thematischen Sprengkraft aber kompromisslos bleibt. Der Film soll sein Publikum wie ein unerwarteter Schlag in die Magengrube treffen und über den Kinobesuch hinaus nicht mehr loslassen.

Hinweis: wegen einer Premiere in Saal 1 kann am Donnerstag der Film nur im Saal 2 stattfinden – bitte rechtzeitig im Kino reservieren!

 

http://www.cops-film.at/

Trailer
http://www.cops-film.at/videos.html

Cops

Cops


Nur am Mittwoch im großen Saal 1 des Cinema

Regie: Stefan A. Lukacs
Mit:Laurence Rupp, Anton Noori,Maria Hofstätter, Roland Düringer
Österreich 2018, 92 min, Deutsche Originalfassung, Cinemascope, Dolby 5.1
Ein ehrgeiziger junger Polizist der Spezialeinheit WEGA erschießt in angespannter Lage einen Menschen. – „Bessere Polizeifilme können auch die Amis nicht machen.“ (Matthias Greuling;,Wiener Zeitung)

Publikumspreis Max-Ophüls-Preis Saarbrücken 2018

Roland Düringer in COPS

Diagonale Graz 2018 – Schauspielpreis, Publikumspreis

Regisseurstatement:

Der Film handelt von legaler (aber nicht unbedingt legitimer) Polizeigewalt. Es gibt keine „schwarzen Schafe“ im Film; vielmehr ist die Gewalt fixer Bestandteil des Handlungsrepertoires, um den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. Denn Christoph Horn ist ein „Krieger-Polizist“. Er befindet sich im Krieg gegen das Verbrechen. Und im Krieg sind alle Mittel erlaubt. Eine Haltung mit fatalen Auswirkungen.

Laut dem Soziologen Rafael Behr wollen „Krieger-Polizisten“ Sicherheit herstellen durch die wortwörtliche „Bekämpfung“ von Verbrechen. In ihrem Verständnis bedeutet absolute Sicherheit die absolute Abwesenheit von Verbrechen – was notgedrungen zu einem Freund-/Feindschema führt, in dem die BürgerInnen Gefahr laufen, pauschal zum Feindbild erklärt zu werden.

Dieses Selbstverständnis ist auch Erklärungsansatz für das zunehmend martialische und militärische Auftreten der Exekutive weltweit. In diesem System sind emotionale und körperliche Schwächen, Zweifel, Ängste oder Mitgefühl gegenüber dem „Feind“ nicht vorgesehen. Diese falsch verstandene Männlichkeit und eine grassierende Kriegermentalität in Teilen der Exekutive haben destruktive Auswirkungen auf die heutige Polizeikultur – auch in Österreich.

Dem entgegen steht das Konzept des „Community Policing“, welches versucht, gemeinschaftliche Probleme in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung zu erkennen und zu lösen. Dieser Ansatz polizeilicher Arbeit setzt aber ein ungetrübtes Vertrauensverhältnis zwischen der Bevölkerung und ihrer Polizei voraus. Genau dieses Verhältnis scheint aber angeschlagen: nicht nur auf Seiten der Bevölkerung und der Medien, sondern auch auf Seiten der Polizei, die seit Jahren von einer stetig steigenden Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung spricht und sich in der Ausübung ihrer Tätigkeit mehr und mehr bedroht fühlt. Dieses Spannungsfeld ist die Grundlage für COPS.

Der Film ist ein politisches Drama über weltweite gesellschaftliche Entwicklungen, heruntergebrochen auf den Mikrokosmos einer Spezialeinheit in Wien. Dabei soll er, wie schon mein letzter Film VOID, mehr Fragen aufwerfen als er beantwortet und somit Stein  des Anstoßes sein für eine breit angelegte Diskussion. Diesmal geht es jedoch nicht um eine konkrete polizeiliche Verfehlung, sondern vielmehr um die grundlegende Frage, welche Art von Exekutive bzw. welche Exekutivstrategien wir uns als Gesellschaft wünschen. Welches Verständnis von Kriminalität haben wir und wie ordnen wir VerbrecherInnen gesellschaftlich ein? Sind sie lediglich eine Art „Geschwür“, welches es zu isolieren oder gar zu eliminieren gilt, oder sind sie unumstößlicher Teil einer jeden Gesellschaft und erfordern daher eine gesamtheitliche Auseinandersetzung, die sich vermehrt mit den Ursachen von Verbrechen beschäftigt?

COPS ist ein genreübergreifender Film, der ein breites Publikum ansprechen soll, in seiner thematischen Sprengkraft aber kompromisslos bleibt. Der Film soll sein Publikum wie ein unerwarteter Schlag in die Magengrube treffen und über den Kinobesuch hinaus nicht mehr loslassen.

http://www.cops-film.at/

Trailer
http://www.cops-film.at/videos.html

Foxtrot

Foxtrot


Am Donnerstag um 19:30  in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems und mit einleitenden Worten von Hanno Loewy.

Israel/Deutschland/Frankreich/Schweiz 2017, 113 min, hebr. O.m.U., Cinemascope

Regie & Drehbuch: Samuel Maoz mit Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonatan Shiray, Gefen Barkai, u.v.a.m.

Grandioser israelischer Antikriegsfilm, in dem ein Vater seinen während eines Diensteinsatzes unter grotesken Umständen zu Tode gekommenen Sohn betrauert. –Einer der brillantesten Filme des Jahres (Der Stern)

Ein Klingeln an der Tür verändert das Leben des wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Jonathan, der gerade seinen Militärdienst leistet, wirft Leben, Psyche und Ehe des Paars aus der Bahn. Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit entwickelt sich in Michael ein Sturm aus rasender Wut, geprägt von Unsicherheiten und Traumata. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung, die das Schicksal der ganzen Familie in eine neue Richtung lenkt.

Akt 1 beginnt in Tel Aviv. Auf der Klingel ein Finger in Großaufnahme. Dafna Feldman (Sarah Adler) öffnet die Tür des ultramodernen Hauses. Zwei Soldaten stehen vor ihr. Sie weiß, was das bedeutet, fällt in Ohnmacht, erhält beruhigende Medikamente. Ihr Mann Michael (Lior Ashkenazi) zerbricht innerlich, steht wie erstarrt, als man ihm mitteilt: „Herr Feldman, es tut uns sehr leid, Jonathan Feldman ist heute Nacht im Einsatz gefallen“. Jonathan ist der einzige Sohn des Paares. Die Ratschläge sind lapidar. Tief atmen und viel trinken, ein Handy-Piepsen soll ihn stündlich an ein Glas Wasser erinnern. Für die psychologische Betreuung gibt es eine Telefonnummer, zum Abschied den aufgesagten Satz „Unser herzliches Beileid, Herr Feldman“.

Der arrivierte Architekt steht unter Schock. Statt zu weinen, lässt er seine hilflose Wut am Hund aus, er muss raus aus dem Haus, kriegt keine Luft mehr, ein Besuch bei der Mutter im Heim, einer Holocaust-Überlebenden, frustriert ihn noch mehr. Während sein Bruder einen Text für die Todesanzeige aufsetzt, verliert der souveräne Mann erstmals die Fassung, lässt glühend heißes Wasser über seine Hand laufen. Ein körperlicher Schmerz, der den seelischen ausschalten soll. Die Ankunft eines Bestattungsoffiziers verschlimmert die Situation mit seinen bürokratischen Details für die Beerdigung, keine Empathie, nur Rituale und sinnlose Hinweise. Fünf Stunden währt der Alptraum. Dann die neue Nachricht, dass es sich um eine Verwechslung handelt und Jonathan lebt und mit seiner Einheit eine Versorgungsstraße überwacht. Ein Fehler im System sorgte für die Falschmeldung. Michael rastet aus, er fordert die sofortige Rückkehr seines Sohnes nach Hause. Die emotionale Anspannung lässt ihn eine Panikattacke erleiden.
Akt 2 spielt in einem surrealen und kafkaesken Ambiente auf einer Straße im Nirgendwo – ein Kamel, eine Schranke, die sich hebt und senkt, ein Wellblechcontainer, vier junge Soldaten, an deren Nerven das quälende Nichtstun zerrt. Einer von ihnen ist Jonathan Feldman (Yonatan Shiray). Bei einer Schicht tanzt einer seiner Kameraden einen Foxtrot zur Musik aus dem Megaphon, als imaginäre Partnerin dient das Gewehr. Die Ankündigung einer Katastrophe. Der Foxtrot, bei dem der Tänzer trotz aller Schrittvariationen auf der Stelle tritt – ein Symbol für den Nahost-Konflikt –  in dem sich nicht viel bewegt. Shooter-Games, fade Witze, Erzählungen von daheim können die Langeweile nicht bannen. Ansonsten Sprachlosigkeit, Schweigen. Das Essen wird lustlos aus Konserven gelöffelt und eine leere Dose durch den Container gerollt, um zu prüfen, wie die Bodenneigung sich täglich ändert, wie lange es wohl dauert, bis alle im Schlamm versinken. Fragen tauchen auf nach Sinn und Ziel des Kampfes gegen das Unbekannte. Die Zeit kriecht im Schneckentempo dahin. Nur wenn sich ein palästinensisches Auto nähert, herrschen Hektik und Betriebsamkeit. Die Insassen werden genau kontrolliert und auch schon mal aus Schikane draußen im strömenden Regen stehen gelassen. Business as usual. Bis eines Abends zwei junge Paare in ausgelassener Stimmung den Checkpoint erreichen. Die Überprüfung bringt keine Verdachtsmomente, doch bevor der Fahrer Gas gibt, rollt ein Gegenstand aus dem Wagen. Eine Granate? Oder doch nur eine harmlose Bierdose? Die Soldaten schießen los. Der aufgestaute Stress entlädt sich in einem Ausbruch von Gewalt. Vier Menschen sind tot. Ein Bagger sorgt dafür, dass es bald so aussieht, als sei nichts geschehen. Ein Oberst schließt den Fall: „Was geschehen ist, ist geschehen“. Am nächsten Tag steigt Jonathan Feldman aufgrund der Forderung seines Vaters in ein Versorgungsfahrzeug Richtung Tel Aviv.

Akt 3 konzentriert sich auf die Eltern und die Tochter Alma (Shira Haas).
Michael und Dafna zerbrechen sich den Kopf, was aus ihrer Liebe und ihren einstigen Trä¤umen geworden ist in einem Land der permanenten Unsicherheit und Bedrohung von außen. Obgleich vom Krieg traumatisiert, funktioniert Michael vordergründig. Er gehört zur zweiten Generation der Holocaust-Ãœberlebenden, der eingetrichtert wurde, sich nie zu beklagen, da nichts so furchtbar sein kann wie die Erfahrung der Eltern. Dafna bricht seine harte Schale auf, konfrontiert ihn mit seiner Schwäche und Scham, bittet ihn eindringlich, sich und sein Geheimnis zu offenbaren. Michael zeigt seine inneren vom Krieg geschlagenen Wunden, die nie heilen und weiter bluten werden, sein Schuldgefühl und seine Verzweiflung, seine tiefe Trauer. Und wie Jonathan tanzt er den Foxtrot: zwei Schritte vorwärts, einen seitwärts und Schluss, dann das Ganze rückwärts. Michaels bitteres Resümé: Egal, wo du hingehst, du landest immer am selben Ausgangspunkt!  So gibt es kein Glück und keine Erlösung, keine Befreiung von der Vergangenheit. Nur ein bisschen Hoffnung. Und die aber auch nur vielleicht.

FOXTROT –  von der internationalen Kritik gefeiert und in Israel kontrovers diskutiert, wurde beim Filmfestival in Venedig mit dem Großen Preis der Jury, dem Silbernen Löwen, ausgezeichnet und erhielt eine OSCAR®-Nominierung.

Bester israelischer Film des Jahres. Auszeichnung der Ökumenischen Jury beim 32. INTERNATIONALEN FILMFESTIVAL FRIBOURG u.v.a. weitere internationale Filmpreise

Giora_Bejach

Am Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems und mit einleitenden Worten von Hanno Loewy.

Trailer:

Foxtrot

Foxtrot


Israel/Deutschland/Frankreich/Schweiz 2017, 113 min, hebr. O.m.U., Cinemascope

Regie & Drehbuch: Samuel Maoz mit Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonatan Shiray, Gefen Barkai, u.v.a.m.

Grandioser israelischer Antikriegsfilm, in dem ein Vater seinen während eines Diensteinsatzes unter grotesken Umständen zu Tode gekommenen Sohn betrauert. –Einer der brillantesten Filme des Jahres (Der Stern)

Ein Klingeln an der Tür verändert das Leben des wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Jonathan, der gerade seinen Militärdienst leistet, wirft Leben, Psyche und Ehe des Paars aus der Bahn. Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit entwickelt sich in Michael ein Sturm aus rasender Wut, geprägt von Unsicherheiten und Traumata. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung, die das Schicksal der ganzen Familie in eine neue Richtung lenkt.

Akt 1 beginnt in Tel Aviv. Auf der Klingel ein Finger in Großaufnahme. Dafna Feldman (Sarah Adler) öffnet die Tür des ultramodernen Hauses. Zwei Soldaten stehen vor ihr. Sie weiß, was das bedeutet, fällt in Ohnmacht, erhält beruhigende Medikamente. Ihr Mann Michael (Lior Ashkenazi) zerbricht innerlich, steht wie erstarrt, als man ihm mitteilt: „Herr Feldman, es tut uns sehr leid, Jonathan Feldman ist heute Nacht im Einsatz gefallen“. Jonathan ist der einzige Sohn des Paares. Die Ratschläge sind lapidar. Tief atmen und viel trinken, ein Handy-Piepsen soll ihn stündlich an ein Glas Wasser erinnern. Für die psychologische Betreuung gibt es eine Telefonnummer, zum Abschied den aufgesagten Satz „Unser herzliches Beileid, Herr Feldman“.

Der arrivierte Architekt steht unter Schock. Statt zu weinen, lässt er seine hilflose Wut am Hund aus, er muss raus aus dem Haus, kriegt keine Luft mehr, ein Besuch bei der Mutter im Heim, einer Holocaust-Überlebenden, frustriert ihn noch mehr. Während sein Bruder einen Text für die Todesanzeige aufsetzt, verliert der souveräne Mann erstmals die Fassung, lässt glühend heißes Wasser über seine Hand laufen. Ein körperlicher Schmerz, der den seelischen ausschalten soll. Die Ankunft eines Bestattungsoffiziers verschlimmert die Situation mit seinen bürokratischen Details für die Beerdigung, keine Empathie, nur Rituale und sinnlose Hinweise. Fünf Stunden währt der Alptraum. Dann die neue Nachricht, dass es sich um eine Verwechslung handelt und Jonathan lebt und mit seiner Einheit eine Versorgungsstraße überwacht. Ein Fehler im System sorgte für die Falschmeldung. Michael rastet aus, er fordert die sofortige Rückkehr seines Sohnes nach Hause. Die emotionale Anspannung lässt ihn eine Panikattacke erleiden.
Akt 2 spielt in einem surrealen und kafkaesken Ambiente auf einer Straße im Nirgendwo – ein Kamel, eine Schranke, die sich hebt und senkt, ein Wellblechcontainer, vier junge Soldaten, an deren Nerven das quälende Nichtstun zerrt. Einer von ihnen ist Jonathan Feldman (Yonatan Shiray). Bei einer Schicht tanzt einer seiner Kameraden einen Foxtrot zur Musik aus dem Megaphon, als imaginäre Partnerin dient das Gewehr. Die Ankündigung einer Katastrophe. Der Foxtrot, bei dem der Tänzer trotz aller Schrittvariationen auf der Stelle tritt – ein Symbol für den Nahost-Konflikt –  in dem sich nicht viel bewegt. Shooter-Games, fade Witze, Erzählungen von daheim können die Langeweile nicht bannen. Ansonsten Sprachlosigkeit, Schweigen. Das Essen wird lustlos aus Konserven gelöffelt und eine leere Dose durch den Container gerollt, um zu prüfen, wie die Bodenneigung sich täglich ändert, wie lange es wohl dauert, bis alle im Schlamm versinken. Fragen tauchen auf nach Sinn und Ziel des Kampfes gegen das Unbekannte. Die Zeit kriecht im Schneckentempo dahin. Nur wenn sich ein palästinensisches Auto nähert, herrschen Hektik und Betriebsamkeit. Die Insassen werden genau kontrolliert und auch schon mal aus Schikane draußen im strömenden Regen stehen gelassen. Business as usual. Bis eines Abends zwei junge Paare in ausgelassener Stimmung den Checkpoint erreichen. Die Überprüfung bringt keine Verdachtsmomente, doch bevor der Fahrer Gas gibt, rollt ein Gegenstand aus dem Wagen. Eine Granate? Oder doch nur eine harmlose Bierdose? Die Soldaten schießen los. Der aufgestaute Stress entlädt sich in einem Ausbruch von Gewalt. Vier Menschen sind tot. Ein Bagger sorgt dafür, dass es bald so aussieht, als sei nichts geschehen. Ein Oberst schließt den Fall: „Was geschehen ist, ist geschehen“. Am nächsten Tag steigt Jonathan Feldman aufgrund der Forderung seines Vaters in ein Versorgungsfahrzeug Richtung Tel Aviv.

Akt 3 konzentriert sich auf die Eltern und die Tochter Alma (Shira Haas).
Michael und Dafna zerbrechen sich den Kopf, was aus ihrer Liebe und ihren einstigen Trä¤umen geworden ist in einem Land der permanenten Unsicherheit und Bedrohung von außen. Obgleich vom Krieg traumatisiert, funktioniert Michael vordergründig. Er gehört zur zweiten Generation der Holocaust-Ãœberlebenden, der eingetrichtert wurde, sich nie zu beklagen, da nichts so furchtbar sein kann wie die Erfahrung der Eltern. Dafna bricht seine harte Schale auf, konfrontiert ihn mit seiner Schwäche und Scham, bittet ihn eindringlich, sich und sein Geheimnis zu offenbaren. Michael zeigt seine inneren vom Krieg geschlagenen Wunden, die nie heilen und weiter bluten werden, sein Schuldgefühl und seine Verzweiflung, seine tiefe Trauer. Und wie Jonathan tanzt er den Foxtrot: zwei Schritte vorwärts, einen seitwärts und Schluss, dann das Ganze rückwärts. Michaels bitteres Resümé: Egal, wo du hingehst, du landest immer am selben Ausgangspunkt!  So gibt es kein Glück und keine Erlösung, keine Befreiung von der Vergangenheit. Nur ein bisschen Hoffnung. Und die aber auch nur vielleicht.

Foxtrot

Am Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems und mit einleitenden Worten von Hanno Loewy.

FOXTROT –  von der internationalen Kritik gefeiert und in Israel kontrovers diskutiert, wurde beim Filmfestival in Venedig mit dem Großen Preis der Jury, dem Silbernen Löwen, ausgezeichnet und erhielt eine OSCAR®-Nominierung.

Bester israelischer Film des Jahres. Auszeichnung der Ökumenischen Jury beim 32. INTERNATIONALEN FILMFESTIVAL FRIBOURG u.v.a. weitere internationale Filmpreise

Trailer: