42. Iberoamerikanisches Filmfestival, Huelva

Illustrierte Zusammenfassung ist hier

Bericht vom 42. Festival des Iberoamerikanischen Films, Huelva, 11. – 20.11.2016

 Das Casa Colón und der dortige Park wurden wieder schön herausgeputzt und mit Plakaten und Fahnen geschmückt, ansonsten deutet in der Stadt, von der aus Columbus vor 524 Jahren in die See stach, wenig auf das Festival hin. Immerhin hat man es unterlassen, die Vorführungen im gesichtslosen Einkaufszentrum Avalón abzuhalten und so wurden das Stadttheater „Gran Teatro“, die Kongreßhalle eine ehemalige Remise „Las Cocheras“ zu den Festivalkino erhoben. Das Programm ist überschaubar und nur selten hat man die Qual der Wahl.

Der Schwerpunkt Kuba bedeutet, dass es fast täglich um 17 Uhr einen kubanischen Film zu sehen gibt, der in Zusammenarbeit mit dem ICAIC ausgesucht wurde. Der kubanische Superstar Jorge Perugorría ist anwesend und sein Partner aus „Fresa y Chocolate“, Vladimir Cruz, sitzt in der Jury. Auch im Wettbewerb ist Kuba mit einem Film (Esteban) vertreten. Neben dem bedeutenden Wettbewerb gibt es Kurzfilme, regionale andalusische Produktionen, ein Programm von jungen Regisseuren, einige Kinderfilme und etwas Rahmenprogramm, wie die Ausstellung von Originalzeichnungen aus dem kubanischen Animationsfilm „Vampiros en La Habana“. Die Akkreditierten erhielten einen in Kuba hergestellten limitierten und signierten Siebdruck mit dem Festivallogo und ein Buch über die Filmkunst in Kuba.

Wir erhielten heuer problemlos Presseausweise für mich und meine spanischen Freunde, nachdem der FKC auf eine lange Liste der Berichterstattung von diesem Festival im Internet hinweisen konnte.

Die Eröffnungsgala wurde im Regionalsender ATV (Andalusía Television) übertragen und war eher geschwätzig.

Doch nun zu den Filmen in chronologischer Reihenfolge:

ESTEBAN
Kuba/Spanien, 90 min, span OF eUT; Regie: Jonal Cosculluela

Esteban ist ein neun Jahre alter Junge, der zufällig sein Talent für Musik entdeckt. Trotz der Schwierigkeiten bei der Erreichung des Traumes ein Musiker zu werden, verwandelt seine Ausdauer seine Welt und jene Menschen in seiner Umgebung. (Übersetzter Festivaltext)

Der neunjährige Esteban lebt in Havanna mit seiner Mutter. Sie versucht sich mit illegalen Verkäufen von Kosmetika über Wasser zu halten und Estaban soll ihr helfen, die Artikel zu verkaufen.

Als Esteban den alten Klavierlehrer Hugo in einem Haus spielen hört, möchte er unbedingt auch Klavierspielen lernen. Doch Anfangs stößt er auf absolutes Unverständnis bei seiner Mutter, auch Hugo wirft ihn raus bzw. verlangt die Unsumme von 50 Pesos pro Stunde. Als Esteban das Geld doch zusammenkratzt ist Hugo beeindruckt und entdeckt bald sein Talent und will ihn fördern. Doch Hugo ist schwer krank. Erst als er Estebans Mutter in ein Jazzkonzert einlädt, gibt diese ihren Widerstand gegen das Klavierstpielen ihres Sohnes auf. Dabei kommt ein weiteres Geheimnis zu Tage: Hugos Tochter, die dort Piano spielt, reagiert höchst emotional auf sein Erscheinen, hatte er doch alkoholisiert einen Autounfall verursacht und dabei Diego, seinen eigenen Enkel, getötet. Nun soll Esteban ein Stück, das „Diego“ betitelt wurde, zur Aufnahmeprüfung am Konservatorium vorspielen, zur Kommission gehört auch Hugos Tochter. Erst im Angesichte von Hugos Tod durch Lungenkrebs versöhnen sich alle.

Mit dem großartig gespielten Film, der recht offen den Überlebenskampf und das Alltagsleben der Kubaner zeigt, habe ich zwei Probleme: erstens war der Plot im Großen und Ganzen vorhersehbar und zweites gab es mehrere Szenen, wo die Pianomusik des Chico Valdéz zu hören war, ohne dass man jemanden spielen sah. Das hätte ein Haneke schwer kritisiert!
Dennoch ist „Esteban“ ein spannender und vor allem berührender Film *** Er errang den Silbernen Columbus für die beste Regie.

FALLING
Dom.Rep. / Spanien / Marokko 75 Min, deutsch/englisch/spanische OF mit sp. UT
Regie: Ana Rodríguez Rosell, mit Enma Suárez, Birol Ünel.

Aslan zitiert Alma in die Dominikanischen Republik, wo sie die besten Jahre ihrer komplizierten Ehe erlebten. Sollte Alma 24 Stunden mit ihm verbringen, wird Aslan ihr die Schlüssel des Hauses in Berlin aushändigen, in dem sie 20 Jahre zusammen gelebt haben. Aslan hat einen einzigen Tag zur Verfügung, um ihre Erinnerungen an das gemeinsame Leben zu verbessern, das sie zusammen verbracht haben.

Der mehr als experimentelle Film ist völlig unverständlich, ein Paar trifft sich in einem Dschungel-Hotel in der Dominkanischen Republik, das offenbar ihr gehört. Er spricht wahllos in drei Sprachen und sie antwortet mal auf Spanisch, mal auf Englisch. Wollen sie sich scheiden lassen oder nochmals heiraten, sind sie seit langem verheiratet und wollen etwas ändern? Ist er bald tot und hat nur noch wenig Zeit, um ihr schönere Erinnerungen zu hinterlassen, will sie nur den Schlüssel zum Haus in Berlin, obwohl sie Berlin gar nicht mag? Schließlich stirbt er an einer Hypertrophie des Herzens.

## der langweiligste Film seit langem, trotz der tollen Almodóvar Schauspielerin Enma Suarez!

CINEMA NOVO
Doc, 92 min, bras./französ.  Om spU; Regie: Eryk Rocha

„Cinema Novo“ ist ein poetischer Filmessay, der eine der wichtigsten Bewegungen in Lateinamerika in den 50er und 60er Jahren von seine Autoren erklären lässt und Fragmente ihrer Arbeit zeigt. Der Dokumentarfilm stellt das kreative Abenteuer einer Generation von brasilianischen Filmemachern vor, die einen neuen Stil entwickelten. Filme mit einem politischen Anspruch, eine Kombination von Kunst und Revolution; und dennoch wollten sie das normale Volk ansprechen und ihre Filme in große Kinos bringen.

Der gut gemachte und in Cannes ausgezeichnete Dokumentarfilm lässt alle wichtigen Vertreter des Cinema Novo Brasileiro zu Wort kommen, ist mit brillant restaurierten Filmausschnitten garniert und zeigt die Gratwanderung zwischen Poesie, Kunst, politischer Zensur in Zeiten der Militärdiktatur, vor allem den Anspruch das wahre Leben des brasilianischen Volkes in dem Mittelpunkt zu stellen, auch der Armen in den Favelas und den  Bauern in den Wüsten des Nordeste, die sozialen Gegensätze. Sie drehten nicht in Studios, sondern mit Handkameras auf der Straße und im Freien. Manche Figuren sind symbolischer Natur, andere wieder recht volknah. Eryk Rocha ist übrigens der Sohn von Glauber Rocha und studierte in San Antonio de Los Baños auf Kuba das Filmemachen.

Recht komplette Dokumentation (130 Filmausschnitte!) über die revolutionäre Bewegung des Cinema Novo im Brasilien der 50er und 60er Jahre *** Ausgezeichnet mit dem Technikpreis des Festivals

FÁTIMA, O EL PARQUE DE LA FRATERNIDAD
(Fatima oder der Park der Brüderlichkeit)

Regie: Jorge Perugorría; Cuba – Mexico 2014, 104 min.

Die Geschichte beginnt in Kuba, 2013. Fatima, in seiner Jugend auch Manolito genannt, ist ein Transvestit, der sich fast natürlich dazu entwickelt hat, weil sein Vater im Suff seine Mutter oft geschlagen hat und er diese Machorolle nicht übernehmen wollte. Er verehrt dir Jungfrau von Fatima und die Jungfrau von Cobre (kub.). Bei einem Frisör treffen sich die Transvestiten von Havanna.  Manche singen in einem Cabaret, andere suchen wohlhabende Touristen in einem Park, es wird das harte und gefährliche Leben, der Kampf mit der Polizei gezeigt, die Gefahr durch manche Freier. Fatima ist zwar in einen Mann verliebt, der sich als Zuhälter anbietet, aber das Land verlässt.
*** Queer! Handwerklich und von der Kamera her sehr gut gemachter Film über Transvestiten, Schwule und Transsexuelle auf Kuba.

r016i
Das Team des FKC gratuliert dem kubanischen Schauspieler Carlos Enrique Almirante für seine Leistungen im Film „Fatima“.

Garantia personal (Die Bürgschaft)
Regie: Rodrigo Rivas Jiménez, Spanien 2016, 105 min. Span.OF

Der Film  spielt in einer spanischen Provinz und dem Hintergrund der schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise. Der Besitzer einer Sägerei wird zahlungsunfähig, weil ihn ein Architekt nicht bezahlen kann; dessen Frau Mara hat eine kleine Boutique und haftet mit.
Die Bank und vielleicht auch die Polizei (es gibt in Spanien drei Arten der Polizei) arbeitet mit kriminellen Schlägertypen zusammen, um das Geld ihrer Gläubiger einzutreiben. Maras Mann erleidet einen Schlaganfall, wird hospitalisiert und ist fortan stumm und gelähmt. Mara geht mit einem lokalen Polizisten fremd. Er ist gerade bei ihr, als die Türe aufgebrochen wird und der Besitzer der Sägerei mit einem Schlägertyp aus einem Bordell jenes Schwarzgeld einfordert, das Mara dubioserweise von der Bank als eine Art Abfindung bekommen hat.
Es kommt zu einem Handgemenge, dem Polizisten wird die Dienstwaffe entrissen, er wird gefoltert, doch gelingt es Mara, die Pistole zurückzubekommen und sie erschießt damit den Schlägertypen. Nun beginnt eine Flucht aufs Land und es kommt zu fünf weiteren Toten, am Schluss begeht der behinderte Architekt Selbstmord und Mara ist die einzige Überlebende.

**** Sehr spannender Krimi, aber ohne ermittelnde Polizisten, vielmehr ist ein Polizist zufällig selbst in eine Kette von Gewalttaten verwickelt, die sich aus einem einfach erscheinenden Insolvenzfall ergeben.

MALCRIADOS (schlecht Erzogene)
Kolumbien, Argentinien 2015, 111 Min., spanische OmeU
Regie: FELIPE MARTINEZ AMADOR

Bogotá, 2015 Manuel Noble (55), einer der wichtigsten Unternehmer in Kolumbien, ist Witwer und lebt mit ihren drei Kindern, Javi (28), Barbara (21) und Charly (17) in der Villa am Rande der Stadt. Manuel verwöhnte allzu sehr seine Kinder, um  das Fehlen der Mutter zu kompensieren, während er ob seiner beruflichen Verpflichtungen oft abwesend war.
Die Kinder haben alles bekommen, was sie wollten, unabhängig von seinen Aufgaben, Terminen und sozialen Verpflichtungen. Erschöpft von den Mühen, erlitt Manuel einen Herzinfarkt. Als er das Krankenhaus verlässt, erkennt er, dass er drei Faulpelze aufgezogen hat.
Er beschließt ihnen eine Lektion zu erteilen. Er sperrt deren Kreditkarten, Handys und Kabel-TV, lässt die Polizei eine Razzia machen. Diese stellt fest, dass die Kinder das Unternehmen des Vaters ruiniert haben. Der Vater und seine Söhne müssen sich nun in einem Vorort der Stadt, in einem kleinen, baufälligen Haus verstecken. Über Nacht müssen Javi und Barbara zum ersten Mal in ihrem Leben arbeiten, um zu überleben. Charly kann sein Studium in einer öffentlichen Schule fortsetzen, jedoch ohne irgendwelchen Priviliegien.
Manuel sieht nun, wie seine Kinder wirklich waren und wie wenig er von ihnen wusste. Er hat ihnen eine Lektion erteilt, aber auch sein „Trinkgeld“ bekommen, denn alles war nur inszeniert!

Der äußerst unterhaltsame und rasant gedrehte Film hat die Moral, dass man eigentlich glücklicher lebt, wenn man etwas ärmer ist, auf die Früchte der eigenen Arbeit stolz sein kann und echte Freunde findet, nicht nur solche, die des Geldes wegen einen umgeben. Besonders die schöne Tochter Barbara wurde besonders verwöhnt und kaufte um Unsummen Schuhe und Kleider, lud 300 Gäste zu ihrem Geburtstag ein. Als sie als Kellnerin arbeiten muss, erfährt sie am eigenen Leib, wie arrogant manche Kunden (wie sie es auch immer war) sind. Ein Arbeitskollege verliebt sich in sie, doch ist er ihr anfangs zu einfach. Wieder ist es ihr Vater, der die Hochzeit der Tochter mit einem Möchtegern-Fondsinhaber zur Farce  werden lässt und sie am Schluss in den Armen des einfachen, aber ehrlichen Mannes landet.

**** Turbulente Komödie um verwöhnte, erwachsene Kinder eines Millionärs, die durch eine inszenierte Insolvenz gezwungen werden, in Armut zu leben und erstmals in ihrem Leben arbeiten müssen. Dabei schweißt die Familie zusammen und sie lernen wahre Freunde kennen. Der Film erhielt einige Parallelpreise.

Cuba Libre
Kuba 2015, 120 Min, Scope, spanische OF
Regie: Jorge Luis Sánchez

Samuel und Simon sind zwei Kinder, die intensiv im Jahr 1898 leben, als die Amerikaner sich wie eine Besatzungsarmee verhalten, nach der Niederlage gegen Spanien und den aliierten kubanischen Soldaten.

Aus der Sicht von zwei Kindern wird der kubanische Unabhängigkeitskrieg von 1898 beschrieben, Kuba wollte sich von der spanischen Krone befreien, die US-Armee kam ihnen zu Hilfe, jedoch nicht uneigennützig, sie wollten ein ewiges Interventionsrecht  und betrachteten Costa Rica, die Philippinen und Kuba als ihre Kolonien Dementsprechend benahmen sie sich auch wie eine Besatzungsarmee. Die Kirche stand anfangs auf Seiten Spaniens, denn die Befreier waren ihnen zu wenig religiös. Zu Beginn sehen wir wie eine strenge Lehrerin in einer Armenschule der Kirche die Schüler drillt. Als die amerikanischen Besatzer kommen sind die Dienste von Simon, dessen Vater aus Jamaica stammte und ihn zweisprachig aufgezogen hat, unverzichtbar. Er bekommt eine US-Uniform und wird Geheimnisträger, bis ein professioneller Dolmetscher eintrifft. Nebenbei wurde bei der „Befriedungszeremonie“ auch das beliebte Getränk Cuba libre erfunden, Cola mit Rum.

** ½ Handwerklich gut gemachter, aber etwas lang geratener Film, der die Folgen des kubanischen Unabhängigkeitskrieges auf die Zivilbevölkerung und speziell auf die Schulkinder zeigt.
P.S. die Tatsache, dass es Guantanano, eine US-Militärzone auf Kuba gibt, basiert auf diesem Interventionsrecht!

KURZFILME aus der Region Huelva
Ein abwechslungsreiches Programm, das ausschließlich von regionalen FilmemacherInnen bestritten wurde. Überraschenderweise waren fast alle Filme im Scope-Format.

  1. Latencia (Manuel Abuin), 19 Min – psychologisches Drama
  2. Salobre (Manuel Garrido Palacios), 13 min – ein Portrait des Sängers Manuel Briones, der in den 60er Jahren seinen Höhepunkt hatte und sich überreden ließ sich interviewen zu lassen, letztlich tritt er nochmals kurz auf. Er war anwesend.
  3. Inexistentes (Manuel Gomar), 15 min, – ein köstlicher queer Film um ein Casting von Transvestiten, schließlich gewinnt ein Kind, das viele Fragen stellte.
  4. Una Sirena en la Ria, (Álvaro Aguado), 5 min, ein fremder Fischer findet eine Frauenleiche auf dem offenen Meer, doch es ist keine Immigrantin.
  5. Urbano – LA HISTORIA DE JOSÉ MANUEL PÉREZ REYES – (Elías Pérez) 8 min, Ein einstiger Bodybuildner ist heute ein übergewichtiger Mann
  6. Muelle 8 – (Adán Pichardo), 20 Min, Ein Actionfilm um einen jungen Polizisten, der einen Drogenfall lösen will und dann selbst in alle möglichen Schwierigkeiten gerät.
  7. Prueba 001 (Jesus Noa), 4 min., was eine Überwachungskamera Überraschendes sah, zwei Polizisten, die eine Frau um den Ausweis bitten, geraten aneinander und verursachen eine Massenschlägerei.

Jeder Film hatte seinen Reiz und seine Schwächen, mir gefiel die Nr. 3 am Besten.

LOS MODERNOS – Una drama sexual
Uruguay, 2016, 134 min, SW, Dolby 7.1., spanische OmeU.
Regie: Marcela Matta und  Mauro Sarser

https://youtu.be/f7aZQ8GippA?t=57 (Trailer)

Clara will eine stabile Beziehung mit Fausto. Sie ist geschieden, hat zwei Kinder und eine tolle berufliche Karriere. Unreif, mürrisch und intellektuell, glaubt Fausto ein großer Künstler zu sein. Paula, deren größter Wunsch es ist, ein Baby zu bekommen, und ihr Freund Martin, entwickeln großen Ehrgeiz bei der Arbeit. Mit dreißig Jahren erlebten sie eine eine Lebenskrise; sexuelle Verwicklungen und Vergnügen im Vordergrund. Können Freiheit, Elternschaft , Ehrgeiz und Stabilität koexistieren? Eine Überprüfung des Konzepts der „Moderne“. Es geht um sechs Dreißigjährige, die sich zwischen Elternschaft, Karriere und sexueller Freiheit entscheiden sollten.

In Uruguay in intellektuellen Kreisen: die befreundeten Paare Clara / Fausto und Paula / Martin haben irgendwann zum Zeichen der sexuellen Befreiung ihre Partner gewechselt. Sie arbeiten als Künstler und beim Fernsehen. Fausto flüchtet immer, wenn eine Frau ihn frägt, ob er Vater werden will. Eines Tages kommt es deswegen zum Bruch, doch sie wollen beruflich zusammen ein erfolgreiches Team bleiben. Wenige Stunden nach der schmerzhaften Trennung baggert Fausto erfolgreich schon andere Frauen an, aber auch sie stürzt sich gleich in ein lesbisches Abenteuer.
Höhepunkt der Verwicklungen dabei ist, dass Clara dabei ihre Freundin schwängert, nachdem sie kurz davor noch einmal Sex mit Fausto hatte. Am Ende steht er, der nie ein Kind wollte,  mit drei schwangeren Frauen da und bekennt sich endlich dazu.

So nebenbei kritisiert der Film die immer seichter werdenden Fernsehprogramme, auch das öffentliche Fernsehen will ihre Kulturglossen in Randzeiten verschieben. Der Film ist mit mehr als 2 ¼ Stunden etwas lang geraten, er ist durchgehend in schwarzweiß, das manchmal kontrastreicher sein könnte. Dennoch nimmt die Geschichte langsam Fahrt und wird zum Ende durchaus spannend. Die „Leichtigkeit des Sex“ in Südamerika mag ein gewisses Klischee mit statistischer Wahrheit sein, doch hier wird die Promiskuität einerseits auf die Spitze getrieben, andererseits reagieren beide Partner in der Hauptrolle gerade nach der Trennung höchst eifersüchtig, was wohl auch bei aller Intellektualität nicht zu vermeiden ist.

***1/2 Brillante Beziehungskomödie um 6 Intellektuelle aus Montevideo und Buenos Aires, die in unglaubliche Verwicklungen geraten, als eine lesbische Frau nach dem Sex mit der Protagonistin schwanger wird.

weiter Teil 2


 

Kommentare sind geschlossen.