Bericht vom 11.TODD-AO-70mm-Filmfestival in Karlsruhe

Bericht vom 11.TODD-AO-70mm-Filmfestival in Karlsruhe,
9.- 11.10.15 – von Dr. Norbert Fink
Es ist nicht tot zu kriegen, das Königsformat des analogen Films, der doppelt so breite 70mm- mit der vierfachen Bildfläche des normalen 35mm- Films und seinem 6-Kanal-Magnetton, der dank der hohen Bandgeschwindigkeit Studioqualität erreichte und noch heute, 30-40 Jahre nach der Blütezeit beeindruckt.
Nur das Color Dying, die Verblassung der Farben, vor allem der Grün- und Blautöne, vor allem bei den Eastman Filmen, trüben das Vergnügen etwas.

Und obwohl immer wieder tot gesagt, tauchen auch neue Filmen manchmal wieder in 70mm-Kopien auf, jetzt freilich mit dts- oder Datasat-Digitalton, der nicht so aufwändig aufzubringen ist wie die Magnetspur. Heuer war es „Interstellar“ aus dem Jahre 2014, ein Imax-Film, den ich schon beschrieben habe, der in vollendeter Bildqualität gezeigt werden konnte.
Für nächstes Jahr hat Quentin Tarantino seinen 8. Film, „The Hateful Eight“ ebenfalls in Ultra-Panavision 70 angekündigt, ein Format allerdings, das noch breiter als breit ist und spezielle Optiken erfordert.

70mm zieht natürlich eher ältere männliche Technikfreaks an, dennoch, die meisten Filme sind eine eigene Kunstgattung. So gibt es in der Regel bei den „Roadshow“ Aufführungen eine eigens komponierte Ouvertüre zum ersten Akt, nach etwa 1 ½ eine Pause („Intermission“), dann die Ouvertüre zum Zweiten Akten und ein Nachspiel zu den Credits am Schluss. Gesamtzeit also rund 3 Stunden.

Auch ich pilgerte heuer wieder nach Karlsruhe, um mir mindestens zwei dreistündige 70mm-Filme anzusehen. Die eingeschworene Fangemeinde aus der ganzen Welt bestaunte und fotografierte die Heiligtümer im Foyer: ein Philips DP70mm Projektor, wie ihn auch das Metro Kino Bregenz hatte und einen Kinoton70mm. Dietmar Zingl vom Leokino Innsbruck ist häufig anwesend, da er Österreichs einziges Kino hat, das noch 70mm spielt, und zwei Experten des Wiener Filmarchivs, aber manche Fans kommen sogar aus Übersee hierher.

Ich sah „In den Schuhen des Fischers“ von Michael Anderson, mit Anthony Quinn, Vittorio de Sica und Oskar Werner in der Hauptrollen (USA 1968, 162 Min), ein hervorragendes Blow-Up mit 6-Kanal-Magnetton. Der Film hat eine deutliche Aktualität durch unseren neuen Papst.
Der zweite Film war „Die letzte Schlacht“, der in der OV als „Battle oft he Bulge“. Ken Amakin, USA/GB 1965, 165 Min.

Kompletter Bericht mit Bildern ist hier

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